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Literaturarchiv Marbach
· Die Tagesreise des Fördervereins am 11. März 2011: Ein Bericht von Ingeborg Toth
Manuskripte und Korrespondenzen berühmter Autoren haben Ende 2009 für Schlagzeilen gesorgt: Als der Suhrkamp Verlag nach Berlin umzog, gab er sein Archiv nach Marbach - zentraler Ort deutscher literarischer Gedächtnispflege.
Das Deutsche Literaturarchiv Marbach, das Schiller-Nationalmuseum und das Literaturmuseum der Moderne waren das Ziel des Ausflugs, zu dem der Förderverein Literaturhaus eingeladen hatte. Mitglieder und Freunde des Vereins durften den Archivaren über die Schulter schauen, die derzeit die Kästen und Ordner der Verlage Suhrkamp und Insel durchforsten. „Gut zum Druck“ ist auf einem Zettel zu lesen. Darunter „Frisch, 25. 4.“ ohne Jahresangabe: Max Frisch fand im Umbruch keine Fehler mehr.
Das Archiv ist für Besucher normalerweise nicht zugänglich. Für die Reisenden aus Wiesbaden wurde eine Ausnahme gemacht. Das Archiv liegt unter der Erde. Seine Schätze sollen auch eine nukleare Katastrophe überstehen. Bestmögliche Unterbringung und die Erhaltung des noch weitgehend ungehobenen Schatzes der Verlage Suhrkamp und Insel sind hier gewährleistet.
Im Literaturmuseum der Moderne (LiMo) ist zu sehen, wie die im Archiv entdeckten Kostbarkeiten der Öffentlichkeit präsentiert werden: In Glasvitrinen, die auf einzigartige Weise beleuchtet sind. Papiere und Tinten vertragen nicht mehr als 50 Lux. Erzeugt wird ein Dämmerlicht, das außerordentlich hell wirkt. Ausgestellt werden die Archiv-Bestände zum 20. Jahrhundert und der Moderne. Hier ist zu erfahren, wie SchriftstellerTexte erzeugen, einprägsame Sätze, unvergessliche Figuren. Manuskripte von Kafkas „Proceß“ liegen ebenso aus wie Kästners „Emil und die Detektive“. Dazu kuriose und intime Objekte: Das Taufkleid von Thomas Mann oder der Stahlhelm Ernst Jüngers – samt seiner Käfersammlung.
Zu Schillers 250. Geburtstag am 10. November2009 wurde das Schiller-Nationalmuseum nach Jahren der Sanierung wiedereröffnet. Der Bau in unmittelbarer Nachbarschaft des LiMo und seines Archivs sieht ein bisschen nach einem Lust- und Jagdschloss aus. Auf 450 Quadratmetern werden 700 Exponate zu Schiller und der schwäbischen Literaturgeschichte präsentiert. Ein architektonisches und literarisches Erlebnis für die Literaturliebhaber aus Wiesbaden. Darunter waren etliche Schiller-Fans, wie sich herausstellte.
Elfriede Weber, Vorstandmitglied des Fördervereins Literaturhaus, hatte den Ausflug nach Marbach perfekt organisiert. Bis hin zu Butterbrezeln und dem Glas Trollinger-Lemberger auf der Heimfahrt.
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