Literaturforum – Gesprächskreis zur Gegenwartsliteratur

· Leitung: Rita Thies. Das nächste Treffen findet am Dienstag, 15. August 2017 um 19.30 Uhr im Literaturhaus Villa Clementine statt.

Das Literaturforum ist eine offene Veranstaltung, in der jeweils zwei Bücher aus dem Bereich der aktuellen Literatur und/oder der Literatur des 20. Jahrhunderts diskutiert werden. Nähere Infos zu den Titeln können Sie vor den Veranstaltungen auf Nachfrage unter literaturforum.wiesbaden@online.de erhalten.

Auch wenn Sie bei den letzten Treffen nicht teilnehmen konnten, das Literaturforum begrüßt Sie gerne auch bei seinem nächsten Treffen.


Das Literaturforum findet 2017 an folgenden weiteren Terminen um jeweils 19.30 Uhr im Literaturhaus Villa Clementine statt:

  • Dienstag, 12. September 2017
  • Dienstag, 24. Oktober 2017
  • Dienstag, 14. November 2017
  • Dienstag, 12. Dezember 2017






  • Hier die Büchertipps aus der Runde der Teilnehmer/innen:

    1) Roz Chast (graphic novel): Können wir nicht über was anderes reden?
    (Aus dem Leben gegriffen: wer redet schon gern darüber, andere ins Pflegeheim zu bringen..)

    2) Lizzie Doron: Who the Fuck is Kafka?
    (Eine israelische Journalistin und ein palästinensischer Kollege lernen sich auf einer Friedenskonferenz kennen. Eine schwierige Annäherung beginnt..)

    3) Vea Kaiser: Makarionissi oder die Insel der Seligen
    (500 Seiten Familiensaga vom Griechenland der 50er Jahre bis ins heutige Österreich.)

    4) Ngozi Adichie: Americanah
    (C. Borries: Studenten aus besser gestellten nigerianischen Familien gehen zum Studium nach Amerika und erleben dort die Rassendiskriminierung. Die Geschichte ist eingebettet in eine anrührende Liebesgeschichte.608 Seiten)

    5) Pierre Bost: Ein Sonntag auf dem Lande
    (C. Borries: Poetisch. Herrliche Idylle mit einem alten Vater, Maler, seinem spießigen Sohn und seiner ihm viel mehr liegenden Tochter.)

    6) Steven Galloway: Der Cellist von Sarajevo
    (C. Borries: Spielt im Bosnienkrieg, wo ein Cellist auf einer Straßenkreuzung Sarajevos den Gefallenen zu Ehren jeden Tag Albinoni spielt.)

    7) Kevin Powers: Die Sonne war der ganze Himmel
    (C. Borries: Eindringliche und dramatische Geschichte um zwei Veteranen aus dem Irakkrieg)

    8) Aatish Sahir: Terra Islamica
    (C. Borries: Student pakistanisch-indischer Herkunft, säkular aufgewachsen, reist durch verschiedene Länder des Orients, um sich über den Islam, die Religion seines Vaters, zu informieren und kommt zu erstaunlichen Erkenntnissen.)


    Ich freue mich, wenn Sie auch beim nächsten Mal wieder Leseempfehlungen mitbringen und kurz vorstellen.





    Einen kleinen Eindruck vom Literaturforum gibt folgender Artikel aus dem Wiesbadener Kurier vom 05.06.2015

    Offenes Literaturforum im Literaturhaus Villa Clementine

    Von Bärbel Schwitzgebel

    WIESBADEN - Als Veranstaltungsort für anspruchsvolle Lesungen und Vorträge ist das Literaturhaus Villa Clementine seit Langem ein unverzichtbarer Bestandteil des Wiesbadener Kulturlebens.

    Doch damit alleine muss es nicht genug sein. Der seit 2002 bestehende „Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine“, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Arbeit des Kulturamts ehrenamtlich zu unterstützen, möchte darüber hinaus den öffentlichen Raum nutzen, literarisch Interessierten die Möglichkeit zum moderierten Austausch zu geben.

    In diesem Sinne lud Beiratsmitglied Rita Thies, ehemals Kulturdezernentin, nun zum zweiten Mal zu einem offenen Literaturforum ein. Auf dem Programm standen zwei höchst unterschiedliche Romane: „Accabadora“ der sardischen Autorin Michela Murgia und Kressmann Taylors „Adressat unbekannt“. Zusammengefunden hatten sich dazu rund 20 Leser und Leserinnen – Letztere erwartungsgemäß deutlich in der Überzahl.

    Ohne große Vorrede der Moderatorin ergab sich spontan ein assoziativer und persönlicher Austausch, weitgehend getragen von den Teilnehmern, die die beiden Bücher bereits gelesen hatten. Aber auch die, die „unvorbereitet“ gekommen waren, konnten ihren Beitrag leisten. Schnell wird deutlich, dass es weniger um literaturwissenschaftliche Interpretation als um den inspirierten Dialog geht. Es soll kein Seminar, sondern lebendige Kommunikation stattfinden. Und doch führen auch simple Fragestellungen wie „Was ist mir aufgefallen?“, „Was hat mir gefallen?“, „Was finde ich weniger gelungen?“ zu analysierenden Einschätzungen. Man teilt seine Beobachtungen, zitiert einzelne Stellen, lobt die Dichte der Bilder, die Kunstfertigkeit der Sprache oder merkt Schwachstellen in der Charakteristik der Personen an.

    Nächster Termin 21. Juli

    Weitere Literaturtipps ergänzen das Spektrum. Das Bedürfnis, über Lektüre-Erfahrungen zu sprechen, ist evident. Auch wer nur zuhören will, kommt auf seine Kosten. Dennoch, so der dringende Wunsch der Moderatorin, sollten beim nächsten Termin am 21. Juli alle Teilnehmenden, die auf dem Programm stehenden Bücher zuvor gelesen haben. Gemeinsam verständigte man sich dazu auf Julian Barnes: „Vom Ende einer Geschichte“ und Michel Bergmann: „Die Teilacher“.

    Ein lebendiger Literaturkreis lebt eben nun mal vom kollektiven Austausch über individuelle Leseerfahrung.


    Foto: wita/Uwe Stotz

     
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