| |
| |
|
|
Das Wiesbadener Literaturhaus
Das seit 2002 bestehende Literaturhaus in Wiesbaden versteht sich nicht allein als Ort, an dem rezitiert und diskutiert wird. Es will mit allen Sinnen Lust auf Literatur und auf das Lesen machen. Außerdem will das Programm einen Gegenpol zur fortschreitenden Ökonomisierung von Literatur bilden und auch Autoren vorstellen, die nicht auf den Bestseller-Listen stehen. Weiterhin sollen thematische Schwerpunkte im Programm den Lesern Anhaltspunkte über Entwicklungen in einem schier unüberblickbaren Büchermarkt geben und zur inneren Konzentration und Kontemplation anregen.
In einigen Reihen werden inhaltliche Schwerpunkte verfolgt: Die Reihe "West-Östliche Horizonte" widmet sich der mittel- und osteuropäischen Literatur. Die "Poetikdozentur" (in Zusammenarbeit mit der FH Wiesbaden) setzt sich die Förderung junger Autorinnen und Autoren zum Ziel - in Vorlesungen, Lesungen und Podiumsgesprächen setzen sich die Poetikdozenten mit dem Prozess der Entstehung von Literatur auseinander. Die Reihe "Junges Literaturhaus" stellt anspruchsvolle Jugendliteratur vor und bei den "Musikalisch-literarischen Begegnungen" stehen die Kultur des professionellen Vortrags von Literatur und das Verhältnis von Sprache und Musik im Vordergrund.
Und nicht zuletzt: das Wiesbadener Literaturhaus versteht sich als Ort, an dem sich Schriftsteller, Übersetzer, Lektoren, Verleger, Buchhändler, Medienschaffende und Literaturinteressierte treffen und arbeiten können – in Schreibworkshops, Lesungen, Vorträgen oder Tagungen.
In den letzten Jahren ist die Anzahl von Literaturhäusern und Literaturzentren in Deutschland bedeutend gestiegen. Nicht nur in Großstädten wie Berlin, München oder Hamburg gibt es solche Orte literarischer Vermittlung. Immer mehr mittelgroße Städte, wie Nürnberg, Kiel oder Wiesbaden haben Literaturhäuser etabliert, weil sie sich als städtische Einrichtungen bewährt haben und nicht nur die Pisa-Studie gezeigt hat, dass die deutsche Gesellschaft mehr für die Vermittlung des literarischen Erbes und der Lesekultur tun muss.
Man muss nicht weit in die Geschichte zurückblicken, um in der bürgerlichen Kultur der literarischen Salons eine frühe Form von Literaturhäusern zu entdecken. Literatur: das bedeutet nicht nur Schriftkultur, sondern in ihren Anfängen wurden Bücher vor allem in Form von Rezitationen rezipiert und überliefert - man denke an den Minnesang oder die Volksmärchen. Bis ins 19. Jahrhundert war der Vortrag von Prosa oder Lyrik eine übliche Form der Vermittlung von Literatur, wie etwa im Kreis um den Dichter Stefan George. Auch die Diskussion über Literatur im Sinne einer gesellschaftspolitischen und ästhetischen Debatte war ein fester Bestandteil der literarischen Salons des 19. Jahrhunderts.
Nähere Informationen zu Projekten und zum Programm:
Literaturhaus Wiesbaden
Literaturhaus Villa Clementine
Frankfurter Straße 1 (Eingang/Veranstaltungen)
65189 Wiesbaden
Tel.: 0611 / 3086365
Fax: 0611 / 3086366
E-mail:
Leitung:
Susanne Lewalter
Büro:
Frankfurter Str. 1/Eingang über
Wilhelmstraße
65189 Wiesbaden
|
|
| © Copyright Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. · Webdesign CONVATiON.de Düsseldorf |