Rückblick auf das Sommerfest des Fördervereins

· Quintett von der Diltheyschule begeistert Gäste beim ersten Stelenfest des Fördervereins Literaturhaus


Foto: wita/Paul Müller
Artikel von Christina Oxfort; erschienen am 06.07.2015 im Wiesbadener Kurier


WIESBADEN - Hätten die Damen, und natürlich auch die Herren, Hüte aufgehabt – sie hätten sie respektvoll gelüftet. Denn was die Vokaltruppe „Männer-WG“ der Diltheyschule (mit dem Geburtstagskind Nico) beim „Stelenfest“ des Fördervereins Wiesbadener Literaturhaus im Garten der Villa Clementine ablieferte, verdiente höchste Anerkennung.

Sehnsucht nach kühlem Bad

Den tropischen Temperaturen trotzend, gab das in Smokings gewandete Quintett Gassenhauer der 1920-er und 1930-er Jahre zum Besten, bot dem Verkehrslärm der Wilhelmstraße mit der „Schönen Isabella von Kastilien“ stimmgewaltig Paroli, besang „Die Liebe der Matrosen“ und die „Donna Clara“. Nicht zuletzt erweckten sie mit dem in der Choreografie ebenfalls sehr ansprechend vorgetragenen „Ich hab’ das Fräulein Helen baden sehn“ zweifellos Sehnsüchte bei den Gästen dieses ersten „Stelenfestes“. Wohl weniger nach einem Fräulein Helen, als nach einem erfrischenden Bad.

Bei mediterranen Häppchen und Unmengen Mineralwasser nutzen die Gäste des Festes die Gelegenheit zum Austausch und zum Netzwerken. Ohne Letzteres, und vor allem ohne ehrenamtliches Engagement, komme gerade der Kulturbereich nicht aus, bekräftigte Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz, die dem Förderverein attestierte, „eine wichtige Schnittstelle“ zu sein. Gleichzeitig würdigte sie die „hervorragende Entwicklung“ des Wiesbadener Literaturhauses in den vergangenen 13 Jahren.

Rund 70 Mitglieder zählt der Förderverein des Literaturhauses, dem die Journalistin Ingeborg Toth als Vorsitzende vorsteht. Zu den Aktivitäten des Vereins zählt unter anderem die Installation der Stele „eines Lesenden“ des Wiesbadener Glas-Künstlers Nabo Gass an der Wilhelmstraße; deswegen auch firmierte das Gartenfest als „Stelenfest“. Die Errichtung eines Kassenmöbels für das Foyer des Literaturhauses steht als nächstes Vorhaben auf der Agenda des Vereins, sagt Ingeborg Toth bei ihrer Begrüßung, in der sie ferner auf die Anfang des Jahres gelungene Initiierung eines Beirats zur Unterstützung der Arbeit des Fördervereins hinwies. Und nicht zuletzt soll ein Literatur-Drama verfasst werden, das sich der Geschichte der Villa Clementine widmet, in dem sich 1888 der „Wiesbadener Prinzenraub“, die erzwungene Rückreise des Kronprinzen Alexander von Serbien von Wiesbaden nach Serbien, ereignete.

Die mit den Gitarristen Klaus Schermer, Werner Müller und Rainer Zimmermann sowie Sänger Michael Stein leicht dezimierte Rockband „Sinfonie“ hatte mit Dramatik nichts am Hut. Im Gegenteil. Sie begleiteten die Gespräche der Gäste des Fördervereins, zu dessen Vorstandsmitgliedern neben Ingeborg Toth Jochen Wörner, Wolfgang Jürgens, Elfriede Weber und Armin Conrad gehören, mit ausgesprochen harmonischen Klängen.


 
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