Rückblick auf den Neujahrsempfang des Fördervereins und des Literaturhauses

· Am 22. Januar veranstaltete der Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine mit dem Literaturhaus Villa Clementine einen Neujahrsempfang für Mitglieder des Fördervereins sowie Kulturschaffende der Stadt.

Neujahrsempfang des Fördervereins / Unterstützung von Exil-Autoren

Von Birgitta Lamparth

Gute Wünsche – wie es sich für ein neues Jahr gehört. Aus Klebeschildern konnten sich an diesem Abend die vielen Gäste im Literaturhaus Villa Clementine einen Wunsch aussuchen. Und so heftete neben dem Namensschildchen dann am Jackett „Liebe“ oder „Gesundheit“, aber auch „Schlanker werden“ oder „Deutschland wird Weltmeister“.

Dass alle Vorstandsmitglieder des Fördervereins sich den Wunsch „Geld“ ans Revers geklebt hatten, kam nicht von ungefähr: „Wir haben ein neues Projekt, dafür brauchen wir helfende Hände – und finanzielle Unterstützung“, so die neue Fördervereinsvorsitzende Rita Thies. Die ehemalige Wiesbadener Kulturdezernentin stellte unter dem Fontane-Zitat „Das Literarische macht frei“ die Pläne vor: Noch in diesem Jahr will der Förderverein ein viermonatiges Stipendium für geflüchtete Autoren auflegen, „um die Freiheit des Worts zu stärken“. Denn Exil-Autoren könnten sich, so Thies, in dieser Zeit ganz dem Schreiben widmen. Sie denke da vor allem an Schriftsteller aus dem arabischen Raum und der Türkei. An welchem Ort die Stipendiaten in dieser Zeit wohnen werden, stehe aber noch nicht fest: „Wir basteln noch an den Eckpunkten der Ausschreibung.“


Gebastelt hatte für diesen Abend auch Arno Hermer: Der Kabarettist puzzelte mit den Neujahrswünschen einen waghalsigen Parcours aus Zitaten und Liedern. Von Trude Herrs „Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann“ – zu „Schlanker werden“, „Gesundheit“ und „Liebe“ – bis zu einer furiosen Lesung des Stones-Titels „Satisfaction“ als Antwort auf „Erfolg“ und Zufriedenheit“. Eine gelungene Auflockerung nach den Ansprachen, zu denen auch Kulturdezernent und Kämmerer Axel Imholz ins Literaturhaus gefunden hatte. Einem Ort, von dem er auch an diesem Abend zugibt, ihn vor seiner Amtszeit noch nie besucht zu haben: „Heute schätze ich ihn sehr. Und mittlerweile war ich aber schon bei mehreren Lesungen.“ Er lese auch zuhause jeden Abend 20, 30 Seiten. Und das nicht nur in Comics, für die er ein Faible hat: „Ich kämpfe mich gerade durch Frank Witzels ,Erfindung der Roten Armee Fraktion...’.“ Imholz dankte dem Förderverein für sein Engagement und Literaturhausleiterin Susanne Lewalter für das ambitionierte Programm und forderte die Gäste auf, für 45 Euro Jahresbeitrag doch beizutreten, falls nicht schon geschehen. Susanne Lewalter richtete umgekehrt ihren Dank an ihr Team: „Im Kulturbereich muss eine innere Flamme brennen – ich bin froh, dass ich Kollegen habe, bei denen es sozusagen ständig funkt.“

Erschienen am 24.01.2018 im Wiesbadener Kurier

 
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