Liebe Leser*innen,

im Corona-Jahr 2020 haben wir diesen Chat intensiv für diverse Veranstaltungen genutzt (Literaturforum, Autorengespräche, Diskussionen zur Kulturthemen…), aber mittlerweile haben wir alle diese Veranstaltungen ins Zoom-Format verlegt.

Wir werden diesen Chat jedoch kreativ weiter nutzen. Im Mai wird es an dieser Stelle losgehen:

Wiesbaden schreibt ein Buch

(Ein Projekt zum Mitschreiben)

Bis demnächst!


 

Ina Gu: Jean-Paul Dubois, Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise
Prix Goncourt 2019
In Montreal teilen sich Paul und Patrick eine Gefängniszelle. Paul war ein engagierter Hausmeister, der sich besonders um die hilfebedürftigen älteren Bewohner eines noblen Wohnkomplexes gekümmert hat. Man kann beim Lesen über lange Strecken gar nicht verstehen, warum er im Gefängnis landen konnte. Das wird auch erst ziemlich spät im Buch erklärt. Patrick ist ein Biker der Hells Angels, ein bulliger Typ mit entsprechender Sprache, vor dem alle Insassen Respekt haben. Die Kommunikation der beiden und ihr Zusammenleben in der Zelle wird sehr detailreich geschildert. Dazwischen geschoben sind immer wieder Lebensabschnitte von Paul, dessen Vater ein dänischer Pastor und dessen Mutter eine französische
Maya KS: Na, und für meinen Sohn, seine Frau, meine Freunde ...
Ina Gu: Kinobesitzerin war. Die sehr kontroversen Einstellungen der beiden führten dann auch zu ihrer Trennung.
Das hat mir besonders gut gefallen: Es gibt viele amüsante Stellen, die Personen werden einfühlsam und nie herabwürdigend geschildert, es gibt bissige Kommentare zu Kirche und Bibel, die Szenen in der gemeinsamen Zelle und Pauls schöne Abrechnung nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis ... und natürlich die Sprache!
Rita Th: Oh, danke! Das Buch liegt hier, wartet auf mich und vielleicht auch das Forum. Das Beste?
Rita We: Spielen die Zustände in den Gefängnissen auch eine Rolle oder geht es um das Verhältnis der beiden zueinander?
Ina Gu: Mehr das Verhältnis der beiden
Elisabeth Di: Es tut mir leid, ich muss mich leider ausklinken, bei nächster Gelegenheit stelle ich mein Buch dann vor.
Rita Th: Ja. Die Zeit läuft. Aber für Claudine B.'s Empfehlung haben wir noch Zeit. Claudine!
Claudine Bo: Forum Nick Hornby: Just like You ( KiWi Sept. 20202)

Nick Hornby schreibt über eine Liebesbeziehung, die nicht alltäglich ist.
Die Erzählung befasst sich mit der Beziehung einer 42 jährigen weißen Lehrerin mit zwei halbwüchsigen Söhnen, die von ihrem Mann getrennt lebt. Sie verliebt ich in einen 22 jährigen Mann schwarzer Hautfarbe, der sie seinerseits wunderbar findet. Sie beschäftigt ihn gelegentlich als Babysitter.
Claudine Bo: Nick Hornby lässt die Geschichte langsam angehen. Er umkreist förmlich sanft die gegenseitige Zuneigung. In langen Dialogen, das Umfeld der beiden mit ausleuchtend, nähert er sich dem Plot, der die Erzählung beherrschen wird. Durch zaghafte Annäherungen gewinnt die Geschichte eine fast erotische Spannung, die den LeserIn ganz in seinen/ ihren Bann zieht.
Nick Hornby erweist sich mit dieser Geschichte als hervorragender Kenner menschlicher Zweifel und Möglichkeiten.
Wie mit dem Thema um Moral, gesellschaftliche Zwänge und Zweifeln umgegangen wird, ist beeindruckend. Es ist eine warmherzige und starke Liebesgeschichte.
Claudine Bo: Natürlich 2020
Lu De: Dieses Buch wartet auch auf mich, dank Deiner Empfehlung, Claudine.
Rita Th: Wem empfehlen?
Bernhard Sc: Ich habe schon einiges von Hornby gelesen - ganz unterschiedliche Genres und immer gut
Claudine Bo: Diese soll nicht sein Bestes sein, ich aber kannte ihn bisher noch nicht
Claudine Bo: Allen aufgeschlossenen Menschen , die sich kit Vorurteilen und gesellschaftlichen Zwängen befassen.
Fritz Fa: Ihr Lieben, ich muss jetzt leider weg. Ich wünsche allen ein frohesFest und bitte bleibt alle gesund.
Rita Th: Herzlichen Dank Ihnen allen. Der Schreib-Chat hast so seine Tücken, aber Sie haben das wie immer glänzend gemeistert, danke! Nächste Woche treffen wir uns jedoch wieder via Zoom - eine zusätzliche Veranstaltung. Wer will, macht mit bei "Lesefreuden - lauter Lieblingsstücke."
Rita We: Dein Buch?
Claudine Bo: Danke und tschüs!
Lu De: Da schließe ich mich Fritz gerne an: Eine gute Zeit und bleibt gesund!
Maya KS: Liebe Rita Th danke dir auch und allen für ihre Geduld bei meinem missglückten copy and paste
Ina Gu: Frohe Weihnachten!
Bernhard Sc: Danke, bleibt gesund, lest mit Vergnügen, esst gut und nicht zu viel und lasst von Euch hören - im alten und im Neuen Jahr
Rita Th: Ihnen allen ansonsten trotz aller Einschränkungen eine fröhliche Zeit - ach, nutzen Sie die phantastischen Reisen, die die Literatur ermöglicht - bleiben Sie weiter mutig und gesund! Nächsten Dienstag, am 22.12., um 19. 00 Uhr freue ich mich auf Sie via Zoom.
Rita We: Danke und Gruss an alle !
Bernhard Sc: Wird es di Empfehlungen irgendwo schriftlich dokumentiert geben?
Rita Th: Gerne! Schicken Sie mir alle Eure Empfehlungen -
Rita Th: Das entspricht der Ansprache: kurz, Euch allen eine gute Zeit!
Rita Th: Sehr geehrte Leser*in, wir überarbeiten zurzeit das Konzept für diesen Chat, da mittlerweile alle Veranstaltungen via Zoom stattfinden. (Literaturforum, Lesungen etc.) Neuaufstellung des Chats erfolgt in Kürze.