Literaturveranstaltungen in Wiesbaden, auch virtuell

Aufgrund der Corona-Pandemie und anstehender Renovierungsarbeiten sind im Literaturhaus Villa Clementine auf der Beletage alle Veranstaltungen bis auf Weiteres abgesagt. Sie finden hier im Kalender geplante Literaturveranstaltungen in Wiesbaden an Orten, die größere Möglichkeiten vorhalten, um das Abstandsgebot einzuhalten, und Veranstaltungen, die digital angeboten werden.

August

Eröffnung „Sehnsuchtsorte. Fluchtorte – Auf literarischen Entdeckungsreisen“

Open-Air-Literaturfestival im Burggarten der Burg Sonnenberg vom 20.-25.08.21

Das Programm des Festivals finden Sie nachfolgend im Kalender ausführlich beschrieben.

Hier an dieser Stelle möchten wir Sie auf all das hinweisen, was Sie ansonsten im Burggarten noch erwartet:

Die Stadtbibliotheken Wiesbaden sind mit dem „Erzähltheater aus der Schachtel“ und Sa/So mit dem Bibliotheksfahrrad dabei. Die Wiesbadener Buchhandlungen Vaternahm, Angermann, Büchergilde Gutenberg, Buch-Café Nero39, Buch-vor-Ort (Bierstadter Bücherstube) und Zweitbuch Wiesbaden halten am Büchertisch ein attraktives Angebot aktueller Literatur bereit. Der Wiesbadener Bücherbasar, ein soziales Projekt der Werkgemeinschaft e.V., ist zudem mit preiswerten gebrauchten Büchern vertreten. Vom Verlagshaus Römerweg gibt es jeden Tag Buchgeschenke (s.u.), und die Caliban Literaturwerkstatt wird ebenfalls zugegen sein.

Eine besondere Überraschung hat sich das Verlagshaus Römerweg aus Wiesbaden ausgedacht. An jedem Festivaltag können Sie, nach erfolgreicher Lösung der literarischen Frage des Tages, jeweils eines von 33 Büchern, welche thematisch zu den Themen des Tages ausgewählt wurden, gewinnen.

Und selbstverständlich gibt es auch Getränke und Kleinigkeiten für den Gaumen.

Wichtig: Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Spenden sind erwünscht und werden gebraucht.

Ilija Trojanow: „Der Weltensammler“

Der Autor eröffnet mit seinem Roman über Sir Richard Burton das Open-Air-Literaturfestival im Burggarten Sonnenberg. Moderation: Viola Bolduan.

Sehnsuchtsorte – Fluchtorte: Auf Reisen zu all jenen Orten würden wir zu Weltensammlern und werden es, wenn wir Autor*innen zuhören, die sie in ihren Büchern unternehmen.

Ilija Trojanow, der das Literatur- und Lesefest des Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. eröffnet, verkörpert beide Seiten: Er selbst hat – in  Bulgarien geboren, bei Aufenthalten in Kenia, Südafrika, Deutschland, Indien und heute Österreich – viele Welten kennengelernt und begleitet einen anderen Reisenden in seinem Roman „Der Weltensammler“, preisgekrönt bereits in seinem Erscheinungsjahr 2006: Trojanow folgt als Erzähler in seinem Buch den verschiedenen Stationen des britischen Forschers und Übersetzers Richard Francis Burton (1821–1890) und hat sie auf eigenen Reisen nachrecherchiert. Wer könnte über Sehnsuchtsorte – Fluchtorte besser Auskunft geben als Ilija Trojanow?

Moderiert wird die Lesung von Viola Bolduan, die 20 Jahre als Ressortleiterin Feuilleton/Kultur des Wiesbadener Kurier arbeitete. Seit Ende 2016 ist sie freie Journalistin und unterstützt den Förderverein Literaturhaus als Beiratsvorsitzende.

 

 

 

Zwischenruf: Weiterschreiben-Stipendiatin Wiesbaden Rasha Habbal

Kurze Werkstattlesung mit der Autorin. Lesestimme: Katalyn Hühnerfeld. Moderation: Rita Thies

Rasha Habbal ist die zweite Stipendiatin des Fördervereins Literaturhaus Wiesbaden. Corona-bedingt konnte sie 2020 ihr Stipendium nicht in Wiesbaden antreten – sie arbeitete zu Hause in Trier – und alle geplanten Veranstaltungen hier mit ihr mussten ausfallen. Rasha Habbal ist 2015 aus ihrer syrischen Heimat geflohen, wo sie bereits einen Prosaband, Gedichte und Texte in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht hatte. Das „Weiterschreiben-Stipendium Wiesbaden“ ermöglichte ihr einen dreimonatigen, mit insgesamt 6.000 € dotierten Freiraum, Prosa-Texte für eine erste Veröffentlichung in Deutschland auszuarbeiten. Nun endlich kann sie ihre Arbeit in einem Werkstatt-Gespräch persönlich vorstellen.

Es liest Katalyn Hühnerfeld. Sie ist Schauspielerin, Kabarettistin und Sprecherin und arbeitet vor allem für ARD und ZDF. Von 2004 bis 2009 war sie festes Ensemblemitglied am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, mit ihren Kabarett-Programmen ist sie in ganz Deutschland unterwegs.

Moderiert wird das Werkstattgespräch von Rita Thies, der Vorsitzenden des Fördervereins Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. Die ehemalige Oberstufenlehrerin war viele Jahre (u.a.) Kulturdezernentin in Wiesbaden.

Eva-Maria Damasko liest aus „Insel der verlorenen Erinnerungen“ von Yoko Ogawa

Erst verschwinden die Gegenstände, dann die Erinnerungen... Moderation: Marcella Melien

Die Originalausgabe von Yoko Ogawas Dystopie „Insel der verlorenen Erinnerung“ erschien 1994. Dass die Übersetzung ins Englische unter dem Titel „The Memory Police“ 2020 für den International Booker Prize nominiert wurde, zeigt, wie zeitlos der Roman der japanischen Autorin ist. Die Bewohner*innen der titelgebenden Insel haben sich daran gewöhnt, dass immer wieder willkürlich Gegenstände verschwinden. Die meisten Menschen vergessen sie daraufhin – und wer sich erinnert, gerät in Gefahr.

Es liest Schauspielerin Eva-Maria Damasko. Sie trat nach ihrem Schauspiel-Diplom an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main 2006 ihr Engagement am Staatstheater Wiesbaden an. Seit 2010 arbeitet sie als Sprecherin, Schauspielerin, Autorin und Regisseurin für eigene Theater- und Musiktheaterproduktionen sowie als Gastschauspielerin.

Vorgestellt wird der Roman von Marcella Melien. Sie ist in Wiesbaden geboren und aufgewachsen. Nach dem Studium – Buchhandel / Verlagswirtschaft in Leipzig und Literarisches Schreiben in Hildesheim – arbeitet sie seit 2019 als Literaturvermittlerin bei Litprom e.V.

Die Lesung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Verlagsbuchhandlung Liebeskind.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Litprom e.V. (Frankfurt)

 

Ilija Trojanow: „Doppelte Spur“

Was darf man glauben? - Trojanow stellt seinen neuen Roman vor. Lesestimme: Ulrich Cyran. Moderation: Stefan Schröder

Ilija Trojanow hat den ersten Tag des Literaturfestivals eröffnet und beschließt ihn mit seinem neuen Roman „Doppelte Spur“.  Das Buch greift aktuelles politisches Geschehen auf, indem ein investigativer Journalist von zwei Whistleblowern, sowohl des amerikanischen, wie auch des russischen Geheimdienstes kontaktiert wird. Er lässt sich auf das Spiel ein und folgt der doppelten Spur nach Hongkong, Wien, New York und Moskau. Die geleakten Dokumente eröffnen einen Abgrund von Korruption und Betrug, von üblen Verstrickungen krimineller Oligarchen und Mafiosi. Auch die Staatspräsidenten Russlands und Amerikas sind involviert. Was darf man glauben?

Ilija Trojanow, 1965 in Sofia geboren, lebt heute in Wien. Der Schriftsteller, Übersetzer und Verleger entstammt einer bulgarischen Familie, die in in Deutschland politisches Asyl bekam. Er lebte mit der Familie in Kenia, Nairobi und Paris. Von 1985 bis 1989 studierte er Rechtswissenschaft und Ethnologie in München und gründete dort zwei Verlage, die sich auf afrikanische Literatur spezialisiert haben. Danach lebte er lange Zeit in Mumbai und in Kapstadt. Seit 2017 ist Trojanow Beisitzer im Präsidium des PEN-Zentrums Deutschland. – Für sein umfangreiches Werk wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Es liest Ulrich Cyran, geb. 1956, der seine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg absolvierte. Als Theater-Schauspieler war er u.a. am Staatstheater Wiesbaden und Darmstadt, an der Internationalen Kulturfabrik Kampnagel und am Mousonturm in Frankfurt zu sehen. Seit vielen Jahren steht er auch vor der Kamera.

Moderiert werden Lesung und Gespräch von Stefan Schröder. Der Journalist ist gelernter Historiker, lebt und arbeitet seit 2008 in Wiesbaden, bis 2020 als Chefredakteur des Wiesbadener Kurier, seitdem Chefredakteur VRM. Schröder ist Vorsitzender des Presseclubs.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Presseclub Wiesbaden.

 

Franziska Geyer liest aus „Tintenherz“ von Cornelia Funke

Das Leseabenteuer für Jung und Alt, mit dem Cornelia Funke die "Tinten-Welt-Triologie" begann

In einer stürmischen Nacht taucht ein unheimlicher Gast bei Meggie und ihrem Vater Mo auf. Er warnt Mo vor einem Mann namens Capricorn. Am nächsten Morgen reist Mo mit Meggie zu ihrer Tante Elinor. Elinor verfügt über die kostbarste Bibliothek die Meggie je gesehen hat. Hier versteckt Mo das Buch, um das sich alles dreht. Ein Buch, das Mo vor vielen Jahren zum letzten Mal gelesen hat und das jetzt in den Mittelpunkt eines unglaublichen, magischen und atemberaubenden Abenteuers rückt. Eines Abenteuers, in dessen Verlauf Meggie nicht nur das Geheimnis um Zauberzunge und Capricorn löst, sondern auch selbst in große Gefahr gerät.

Ein Leseabenteuer für Jung und Alt, mit dem Cornelia Funke 2003 die „Tinten-Welt-Triologie“ begann und sie zu einer der erfolgreichsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautor*innen weltweit machte.

Franziska Geyer war nach dem Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch u.a. am Hebbeltheater Berlin, am Stadttheater Würzburg, an den Bühnen der Stadt Bonn und am Staatstheater Wiesbaden engagiert. Seit 2008 arbeitet sie freiberuflich und entwickelt u.a. Theaterperformances mit jungen Menschen.

Die Lesung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Dressler Verlag GmbH.

Sabrina Janesch: „Die goldene Stadt“

Die Autorin stellt ihren Roman um Augusto Berns und das sagenumwobene Machu Picchu vor. Lesestimme: Pascal Fey. Moderation: Armin Conrad

Ein Roman über das sagenumwobene Machu Picchu: Peru, 1887. Das ganze Land redet nur von einem Mann und seiner großen Entdeckung: Augusto Berns will die verlorene Stadt der Inkas gefunden haben. Das Medienecho reicht von Lima bis London. Doch wer ist der Mann, der vielleicht El Dorado entdeckt hat?

Alles beginnt mit einem Jungen, der am Rhein Gold wäscht und der später in Berlin den glühend verehrten Alexander von Humboldt trifft. Schließlich wagt er die Überfahrt nach Peru. Er besteigt er die Höhen der Anden und schlägt sich durch tiefsten Dschungel…

Sabrina Janesch, geboren 1985 in Gifhorn, lebt heute im westfälischen Münster. Sie studierte Kreatives Schreiben in Hildesheim und Polonistik in Krakau. Für ihre Romane erhielt sie zahlreiche Stipendien und Preise u. a. den Mara-Cassens-Preis (2010), den Anna-Seghers-Preis (2011) und 2017 den Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis.

Es liest Schauspieler Pascal Fey. 1991 in Wiesbaden geboren, studierte er an der Wiesbadener Schule für Schauspiel und war an verschiedenen Theatern im Rhein-Main-Gebiet, wie auch als Gast am Wiesbadener Staatstheater engagiert. Der freie Schauspieler arbeitet auch als Sprecher im gesamten Rhein-Main-Gebiet und ist in Podcasts auf der Website des Fördervereins zu hören.

Moderation: Armin Conrad, Vorstandsmitglied des Fördervereins. Er hat bis 2015 das 3sat-Magazin Kulturzeit geleitet. Davor war er Filmemacher für ‘Aspekte’ und für ARD-Sender als Reporter und Autor tätig.

Zwischenruf: Buchempfehlungen von Kindern

Junge Leser*innen präsentieren ihre Lesetipps. Patrick Twinem liest aus ihnen. Ingeborg Toth moderiert.

Begeisterte junge Leser*innen stellen in einem „Zwischenruf“ von 35-40 Minuten Bücher vor, die auch andere unbedingt lesen sollten.

Patrick Twinem liest kurze Auszüge aus den Empfehlungen. Ingeborg Toth moderiert.

Patrick Twinem, geb. 1977, absolvierte seine Ausbildung an der Genzmer-Schauspielschule (heute WSFS) in Wiesbaden. Seit 1998 arbeitet er als freischaffender Schauspieler zumeist im Rhein-Main-Gebiet; u. a. an den Theatern in Frankfurt, Koblenz, Mainz, Frankfurt und am kuenstlerhaus43 in Wiesbaden. Er ist auch in diversen Werbe- und Filmproduktionen zu sehen.

Ingeborg Toth hat nach einem Volontariat bei der Allgemeinen Zeitung Mainz lange die Frauenseite gestaltet. Beim Wiesbadener Tagblatt war sie für die Gerichtsberichterstattung zuständig. Nach der Fusion mit dem Wiesbadener Kurier war sie in der Lokalredaktion für Kommunalpolitik und Vermischtes zuständig – darunter Feste, lokales Feuilleton oder auch Sportveranstaltungen.

 

 

 

Anja Baumheier: „Die Erfindung der Sprache“

Die Autorin stellt ihren Roman um einen besonderen Mann vor, der sich auf eine abenteuerliche Suche begibt. Lesestimme: Katalyn Hühnerfeld. Moderation: Rita Thies

„Mit dem Jungen läuft etwas nicht so, wie es soll.“ Das sagt man, als Adam erst mit zwei Jahren zu sprechen beginnt. Menschliche Beziehungen sind für ihn ein Mysterium, stattdessen schwärmt er für die Zahl Sieben. Beim Heranwachsen auf der ostfriesischen Heimatinsel wird er liebevoll von seiner Familie umsorgt, doch irgendwann verschwindet sein Vater spurlos. Eine Katastrophe für die Familie.

Viele Jahre später, Adam ist Dozent für Sprachwissenschaften, fällt ihm ein Buch in die Hände: „Die Erfindung der Sprache“. Es enthält Hinweise auf seinen Vater – offenbar ist er auch aus dem Leben einer anderen Familie wortlos verschwunden. Adam begibt sich auf die Suche und auf eine abenteuerliche Reise…

Anja Baumheier wurde 1979 in Dresden geboren. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Berlin und arbeitet als Lehrerin für Französisch und Spanisch. Bekannt wurde sie mit ihren Romanen „Kranichland“ und “Kastanienjahre”.

Es liest Katalyn Hühnerfeld. Sie ist Schauspielerin, Kabarettistin und Sprecherin und arbeitet vor allem für ARD und ZDF. Von 2004 bis 2009 war sie festes Ensemblemitglied am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, mit ihren Kabarett-Programmen ist sie in ganz Deutschland unterwegs.

Moderation: Rita Thies, Vorsitzende des Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. Die ehemalige Oberstufenlehrerin war viele Jahre (u.a.) Kulturdezernentin in Wiesbaden.

 

Corinna Freudig: „Das Reimheitsgebot“

Sonderveranstaltung - nur eine halbe Stunde lang, aber ein ganzes Vergnügen!

Reim oder nicht Reim? Das ist hier keine Frage. Corinna Freudig, hauptberuflich PR-Frau und privat gerne mit „Literatouren“ unterwegs, stellt in ihrem neuen Programm ihre Strategie zum Umgang mit Krisen vor: einfach dagegen andichten. Ihre heitere Gebrauchslyrik widmet sich der schwierigen Aufgabe, kein Umweltsünder zu sein – vor allem aber einigen wunderlichen Entwicklungen und seltsamen Begleiterscheinungen der vergangenen anderthalb Jahre wie der neuen Lust am Putzen, der Renaissance des Puzzelns und der Sehnsucht nach einem süßen Leben.

 

 

Dostojewskis Erben: „Geiseln, Gier und Größenwahn“

13 Krimiautorinnen und -autoren verfolgen das organisierte Verbrechen in Wiesbaden.

Was passiert, wenn 13 Krimiautorinnen und -autoren aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet ihre abgründigen Phantasien gemeinsam arbeiten lassen? Sie lassen das organisierte Verbrechen erbarmungslos zuschlagen, und zwar mitten im Herzen Wiesbadens. Als zwielichtige Investoren die altehrwürdige Villa Clementine, Heimstätte des Wiesbadener Literaturhauses, für illegale Geldwäsche nutzen wollen und gemeinsame Sache mit korrupten Lokalpolitikern machen, denen das eigene Befinden weit nähersteht als das Gemeinwohl, schmieden „Dostojewskis Erben“ einen Komplott. Wer sonst als die mit allen Wassern gewaschenen Krimi-Autorinnen und Autoren könnte das Wiesbadener Literaturhaus vor schwerkriminellen Machenschaften bewahren?

Was sich zusammenbraut, wenn die Krimi-Spezialisten von der Fiktion zur Tat schreiten, verfolgt das Publikum in drei Szenen aus drei verschiedenen Perspektiven. Durch die Geschichte führt niemand anderes als Fjodor M. Dostojewski höchstpersönlich, der bekanntlich im Wiesbadener Casino in den Bann des Roulette-Kessels geriet und hier den Stoff für seinen Roman „Der Spieler“ fand. Frei nach Heinrich Böll gilt: Personen und Handlung dieser szenischen Lesung sind frei erfunden. Parallelen mit real existierenden Personen sind weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.

 

Von und mit Oliver Baier, Karsten Eichner, Leila Emami, Christiane Geldmacher, Jürgen Heimbach, Peter Jackob, Bernd Köstering, Susanne Kronenberg, Richard Lifka, Alexander Pfeiffer, Mara Pfeiffer, Belinda Vogt, Thorsten Weiß sowie als Gast Oliver Klaukien.

„Autoren sind oft Trüffelsucher: Sie spüren gesellschaftliche Tendenzen schon auf, bevor die ans Licht kommen. Das trifft auch auf ‚Dostojewskis Erben’ zu. Das Netzwerk von Krimi-Autoren aus der Region hat sich vor zehn Jahren gegründet und macht seitdem mit gemeinsamen Aktionen von sich reden. Aber eine wie diese gab es noch nie: Bei einer szenischen Lesung geben die Schriftsteller (…) ihren Senf zur aktuellen ‚Filzbaden’-Debatte.“ (Wiesbadener Kurier)

 

 

Katharina Bauer: „Yoga für ein starkes Herz“

Sonderveranstaltung mit der in Wiesbaden geborenen Stabhochspringerin. Moderation: Tobias Goldbrunner

„Yoga hat mir in vielen Situationen meines Lebens geholfen, den richtigen Weg zu finden“, sagt die deutsche Stabhochspringerin Katharina Bauer, die seit 2018 mit einem implantierten Defibrillator lebt. Trotz ihres angeborenen Herzfehlers hat sie ihren Traum vom Profisport nie aufgegeben – und ihn dank Yoga und Meditation auch verwirklicht.

Gemeinsam mit der Sportjournalistin und Yogalehrerin Christine Bielecki hat sie darüber ein Buch geschrieben und lädt ein zu einer einzigartigen Reise. In dem Buch zeigen beide, wie das Herz „tickt“, warum die Yogapraxis eine so außergewöhnliche Wirkung auf die Herzgesundheit hat und wie wichtig dabei das Zusammenspiel von Atmung, Bewegung und Meditation ist. Die ausgewählten Übungen und speziell zusammengestellten Sequenzen können sowohl von Einsteigern als auch von Menschen mit Bewegungseinschränkungen ausgeführt werden.

Am Sonntagmittag wird die in Wiesbaden geborene und aufgewachsene Sportlerin auch einige der Übungen demonstrieren – Sie sind zum Mitmachen eingeladen!

Moderation: Tobias Goldbrunner, Gesamtsportchef der VRM. Der frühere Judoka berichtet als Reporter über den Sport in all seinen Facetten, ist immer wieder fasziniert von der Region und deren spannenden Persönlichkeiten.

 

Grit Schade und Oliver Wronka lesen aus „Atlas der abgelegenen Inseln“ von Judith Schalansky

Abenteuerliche Reisen zu entlegenen Orten

Die abenteuerlichsten Reisen finden im Kopf statt! Mit Judith Schalanskys poetischem Atlas entführen Grit Schade und Oliver Wronka zu entlegenen Orten – von Tristan da Cunha bis zum Clipperton-Atoll, von der Weihnachts- bis zur Osterinsel. Mit dem Finger auf der Landkarte lotsen die beiden, nach Ozeanen sortiert, durch die Einsamkeit. Die absurd-abgründigen Geschichten, die von historischen Begebenheiten und naturwissenschaftlichen Berichten inspiriert sind, faszinieren. Nicht immer stellen sich die Inseln als die Sehnsuchtsorte heraus, die sie versprachen zu sein. Hören Sie von verirrten Naturforschern, besessenen Schatzsuchern und Menschen mit seltenen, gar seltsamen Talenten. Irgendwo im Nirgendwo.

 

Grit Schade ist in Wiesbaden geboren und hat in Mainz und Prag Buchgestaltung studiert. Als Designerin ist sie in der Veranstaltungsbranche tätig. Seit 2020 liest sie unter anderem in der Mauritius Mediathek Erwachsenen vor.  

Oliver Wronka, geb. in Freiburg, studierte Philologie in Freiburg sowie Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Er spielte an vielen Häusern, darunter am Hessischen Staatstheater. Von 2010 bis 2014 leitete er das Junge Staatstheater Wiesbaden. Seit 2014 arbeitet er frei als Berater für Kommunikation, Regisseur, Schauspieler und Sprecher.

Die Lesung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des mareverlag.

 

Kamishibai – Erzähltheater aus der Schachtel

Das Erzähltheater für Menschen ab 4 Jahren kommt zum Literaturfestival in den Burggarten Sonnenberg.

Falls Sie sie noch nicht entdeckt haben: Die Stadtbibliotheken Wiesbaden haben prächtige Erzähltheater-Videos der Kamishibai-Vorführungen von Ilse Sebrecht für Kinder ab 4 Jahren online gestellt. „Kamishibai“, das ist Japanisch und heißt auf Deutsch „Papiertheater“.

Am Sonntagnachmittag wird Ilse Sebrecht für kurze Zeit mit ihrem Erzähltheater live im Burggarten zu erleben sein.

Wir danken den Stadtbibliotheken Wiesbaden für diese Veranstaltung.

Armin Nufer liest aus „Reisen“ von Helon Habila

Ein nigerianisch-amerikanischer Akademiker zieht nach Berlin und landet auf Umwegen in einem Flüchtlingslager. Moderation: Anita Djafari

Der Protagonist, ein nigerianisch-amerikanischer Akademiker, zieht mit seiner amerikanischen Frau nach Berlin, als diese dort ein renommiertes Kunststipendium erhält. In Berlin lernt er viele afrikanische Immigranten und Geflüchtete kennen und erfährt so von ihren Fluchterlebnissen. Diese Begegnungen führen bei ihm, der als schwarzer Intellektueller ein privilegiertes und sicheres Leben führt, zu einer tiefen Selbstreflexion.

Er stellt sein bisheriges Leben in Frage und merkt, dass er unlösbar mit den Schicksalen der Migranten verbunden ist und sein Leben nicht länger getrennt von deren alltäglicher Not führen kann. Als er eine junge Frau aus Sambia in die Schweiz begleitet, wo sie die Todesumstände ihres Bruders klären will, steigt er auf der Rückreise nach Berlin ohne Papiere in den falschen Zug und landet in einem Flüchtlingslager am italienischen Mittelmeer …

 

Es liest Armin Nufer. Er lebt seit 37 Jahren als freier Schauspieler, Regisseur, Hörfunk-, TV-, Werbe- und Synchronsprecher in Wiesbaden. Auftritte hatte er u.a. an Schauspielhäusern in Frankfurt, Mainz und Wiesbaden. Häufig ist er auch in Fernsehproduktionen zu sehen und ist im Literaturhaus ständiger Gast als Vortragender und Moderator.

Moderation: Anita Djafari, die eine begeisterte Literaturvermittlerin ist. Sie arbeitete bis vor Kurzem als Geschäftsführerin von Litprom e.V. (Frankfurt), der sich für die Verbreitung der Literaturen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der Arabischen Welt einsetzt.

Die Lesung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Wunderhorn Verlags.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Litprom e.V. (Frankfurt)

 

Zwischenruf: Buchempfehlungen von…

Hier kommt ein Überraschungsgast, der Bücher mitbringt, die Sie unbedingt lesen sollten.

Wir verraten hier nur das: Ein bekannter Wiesbadener wird als Überraschungsgast in einem „Zwischenruf“ von 35-40 Minuten Bücher vorstellen, die er Ihnen wärmstens ans Herz legt.

Der Gast wird selbst Auszüge lesen.

Moderation: Viola Bolduan, die 20 Jahre als Ressortleiterin Feuilleton/Kultur des Wiesbadener Kurier arbeitete. Seit Ende 2016 ist sie freie Journalistin und unterstützt den Förderverein Literaturhaus als Beiratsvorsitzende.

Peggy Mädler: „Wohin wir gehen“

Die Autorin stellt ihren Roman über besondere Freundschaften vor. Lesestimme: Franziska Geyer. Moderation: Bernhard Schön

In diesem Roman stellt Peggy Mädler zwei Freundinnen vor, von denen die eine gelernt hat, dass es immer etwas zu verlieren gibt, und die andere, dass es immer irgendwie weitergeht. Eine Geschichte über das Älterwerden und Abschiednehmen, über Neuanfänge und das Immer-wieder-Weitermachen. Almut und Rosa, zwei Mädchen im Böhmen der 1940er Jahre, sind beste Freundinnen. Als Almuts Vater überraschend stirbt und ihre Mutter Selbstmord begeht, nimmt Rosas Mutter, eine deutsche Kommunistin und Antifaschistin, die nach dem Krieg wie alle Deutschen die Tschechoslowakei verlassen muss, beide Mädchen mit nach Brandenburg. Sie teilen Erfahrungen von Verlust und Entwurzelung, aber auch von wachsender Verbundenheit mit dem neugegründeten Staat.

Drei Generationen, drei politische Systeme, drei Freundinnenpaare und ihre Geschichte über fast 100 Jahre.

 

Peggy Mädler, 1976 in Dresden geboren, hat in Berlin Theater-, Erziehungs- und Kulturwissenschaft studiert und 2008 in den Kulturwissenschaften auch promoviert. Sie arbeitet als freie Dramaturgin und Autorin und ist Mitbegründerin der Künstlerformation Labor für kontrafaktisches Denken. Von 2007 bis 2009 gehörte sie dem Gründungsvorstand des LAFT Berlin an, und sie wirkte beim Theaterkollektiv She She Pop mit. 2011 erschien ihr erster Roman: Legende vom Glück des Menschen. Für Wohin wir gehen (2019) erhielt sie den Fontane-Literaturpreis.

Es liest Franziska Geyer. Sie war nach dem Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch u.a. am Hebbeltheater Berlin, am Stadttheater Würzburg, an den Bühnen der Stadt Bonn und am Staatstheater Wiesbaden engagiert. Seit 2008 arbeitet sie freiberuflich und entwickelt u.a. Theaterperformances mit jungen Menschen.

Moderation: Bernhard Schön. Er war Journalist, Bildungsreferent, wissenschaftlicher Referent, Geschäftsführer, Lektor und Autor von Sachbüchern.

 

Etta Scollo: „Voci di Sicilia“

Eine Sizilienreise - Lesung mit Musik. Lesestimme: Jutta Eckes. Moderation: Christoph Nielbock.

Sizilien, eine Einheit aus Geschichte und Mythologie, aus Kulturen und Kunst, Erzählungen und Gesang, aus verletzter Natur und unberührter. Ein widersprüchliches Land. Ein eigener Kontinent. Im Mittelmeer zwischen Afrika und Europa.

Die Komponistin und Sängerin Etta Scollo hat Sizilien und ihre Heimatstadt Catania als junges Mädchen verlassen – neugierig auf die Welt und im Bewusstsein, dass man viele Dinge besser versteht, wenn man sie aus der Entfernung betrachtet. Seit Jahren kehrt sie zurück, Schritt für Schritt und durch die Musik.

„Voci die Sicilia“ erzählt von einem dieser Schritte. Es ist eine Reise durch Sizilien anhand einer Landkarte aus Liedern. Lassen Sie sich von Etta Scollo mitnehmen zu den Landschaften, von denen diese Lieder singen, und zu den Menschen, zu denen sie gehören.

 

Etta Scollo lebt in Berlin und in Sizilien. 1983 studierte Gesang am Konservatorium in Wien. 1988 wurde sie mit zwei Goldenen Schallplatten ausgezeichnet. Seit den 1990er-Jahren widmet sie sich verstärkt der Neuinterpretation traditioneller sizilianischer Musik. Sie gibt Konzerte in ganz Europa.

Es liest Jutta Eckes. Sie ist Übersetzerin und Dolmetscherin für Italienisch, Dozentin, Literaturwissenschaftlerin, Sprachcoach und Autorin.

Moderiert wird die Lesung mit Musik von Christoph Nielbock. Er war bis 2019 Direktor der Wiesbadener Musikakademie und der Wiesbadener Musik- und Kunstschule. Auch seine jahrelangen Austauschprojekte und erfolgreichen Konzerte mit Chören in der Toskana haben dazu beigetragen, dass er heute nicht nur ein bescheidener Kenner, sondern vor allen Dingen ein großer Liebhaber der italienischen Kultur ist.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Amicizia e.V. Wiesbaden

 

 

Mirko Bonné: „Seeland. Schneeland“

Der Autor stellt seinen Roman um einen Ozeandampfer im Schneesturm und um Menschen, die im Jahr 1921 ihren Sehnsüchten folgen, vor. Lesestimme: Oliver Wronka. Moderation: Armin Conrad.

Wales im Jahr 1921: Der Erste Weltkrieg und die Spanische Grippe haben gewütet, Europa ist am Boden. Der junge Merce Blackboro ist dem Fronteinsatz in der Antarktis entgangen, leidet jedoch seit seiner Rückkehr von Shackletons gescheiterter Endurance-Expedition unter der heimischen Enge. Umso mehr, als Ennid Muldoon, die Liebe seines Lebens, eines Tages fluchtartig verschwindet, um ihr Glück in Amerika zu suchen. Mit ihr auf demselben Auswandererschiff reist inmitten der Elenden Europas der Tycoon und Trinker Diver Robey, der von einer Flugverbindung zwischen der alten und der neuen Welt träumt. Der Dampfer gerät in einen gewaltigen Schneesturm und treibt manövrierunfähig auf offener See… Merce muss einen Weg finden, Ennid und damit sich selbst zu retten.

 

Mirko Bonné, geboren 1965 in Tegernsee, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in Hamburg. Sein vielfältiges Oeuvre umfasst neben viel beachteten Romanen Gedichtbände, Erzählungen, Aufsätze und Reisejournale. Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet.

Es liest Oliver Wronka. Er studierte Philologie in Freiburg sowie Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Er spielte an vielen Häusern, darunter am Hessischen Staatstheater. Von 2010 bis 2014 leitete er das Junge Staatstheater Wiesbaden. Seit 2014 arbeitet er frei als Berater für Kommunikation, Regisseur, Schauspieler und Sprecher.

Moderation: Armin Conrad, Vorstandsmitglied des Fördervereins. Er hat bis 2015 das 3sat-Magazin Kulturzeit geleitet. Davor war er Filmemacher für ‘Aspekte’ und für ARD-Sender als Reporter und Autor tätig.

 

Zwischenruf: Buchempfehlungen aus dem Literaturforum

Lesetipps von Menschen, die sich gern über Literatur austauschen.

Zum Literaturforum finden Sie allgemeine Informationen in einer eigenen Rubrik auf dieser Website.

In diesem „Zwischenruf“ von 35-40 Minuten stellen Teilnehmer*innen ihre ganz besonderen Leseempfehlungen vor.

Lina Habicht liest „Die jüngste Tochter“ von Fatima Daas

Just wurde der Roman mit dem Internationalen Literaturpreis 2021 ausgezeichnet. - Moderation: Kim Engels

Just mit dem Internationalen Literaturpreis 2021 ausgezeichnet!

 Ich heiße Fatima. Ich trage den Namen einer heiligen Figur des Islam. Ich trage einen Namen, den ich ehren muss. 
Fatima ist das Kind, auf das keiner mehr gewartet hat, die Nachzüglerin, die einzige Tochter, die in Frankreich und nicht in Algerien zur Welt gekommen ist. Sie wächst mit ihren Schwestern in der berüchtigten Banlieue Clichy auf. Liebe und Sexualität sind in ihrer Familie ein Tabu. In der Schule ist Fatima unangepasst, laut und voller Wissensdurst. Sie hängt am liebsten mit den Jungs herum und fühlt sich falsch in ihrer Haut. Bis sie Nina trifft und ihre eigenen Gefühle für sie erkennt. Doch eine Frau zu lieben, bringt sie nicht nur in Konflikt mit ihrer Familie, ihrem Glauben, sondern auch mit sich selbst.

Atemlos und sprachgewaltig zeigt Fatima Daas mit ihrem vielbeachteten Debüt, dass die Zerrissenheit der eigenen Identität kein Makel ist. Eine beeindruckende Geschichte weiblicher Selbstermächtigung – dieser Roman ist ein Befreiungsschlag!

 

Lina Habicht, geb.1994, studierte Schauspiel an der Otto Falckenberg Schule München und begann, auch als Sängerin auf der Bühne zu stehen. Seit der Spielzeit 2018/2019 ist Lina Habicht festes Ensemblemitglied des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden. In dieser Spielzeit ist sie u.a. in Tom Stoppards großer Trilogie „Die Küste Utopias“ zu sehen. – Lina Habicht hat das Manifest #Actout unterzeichnet.

Moderation: Kim Engels. Die Mitgründerin des frauen museum wiesbaden lässt sich immer wieder gerne von Literaturen überraschen.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem frauen museum wiesbaden.

Christine Drews: „Freiflug“

Die Autorin stellt ihren Roman um eine Frau vor, die 1974 dafür kämpft, in Deutschland Linienflugkapitänin zu werden. Lesestimme: Eva-Maria Damasko, Moderation: Rita Thies

Köln 1974. Als eine junge Frau Katharina Berners Büro betritt und sie um Hilfe bittet, weiß die Anwältin sofort, dass es hier um Großes geht: Rita Maiburg hat sich bei der Lufthansa um eine Stelle als Pilotin beworben und wurde abgelehnt – weil sie eine Frau ist. Diese Ungerechtigkeit möchte Rita sich nicht gefallen lassen. Also beschließen die beiden, Klage einzureichen: gegen die Lufthansa und ihre Anteilseignerin, die Bundesrepublik Deutschland. Auch wenn sie ahnen, dass es ein steiniger Weg wird – sie wollen kämpfen, um Ritas Traum vom Fliegen Wirklichkeit werden zu lassen.

Basierend auf einer wahren Geschichte erzählt Christine Drews von zwei Frauen, die für Gleichberechtigung in einer von Männern dominierten Welt eintreten.

 

Christine Drews ist Schriftstellerin und Drehbuchautorin. Neben Kriminalromanen und Thrillern schreibt sie auch Familienromane. Außerdem verfasst sie Drehbücher für Filme und TV-Serien. Nachdem Christine Drews einige Jahre in England gelebt hat, wohnt sie heute mit ihrer Familie in Köln.

Es liest Eva-Maria Damasko. Sie trat nach ihrem Schauspiel-Diplom an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main 2006 ihr Engagement am Staatstheater Wiesbaden an. Seit 2010 arbeitet sie als Sprecherin, Schauspielerin, Autorin und Regisseurin für eigene Theater- und Musiktheaterproduktionen sowie als Gastschauspielerin.

Moderation: Rita Thies, Vorsitzende des Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. Die ehemalige Oberstufenlehrerin war viele Jahre (u.a.) Kulturdezernentin in Wiesbaden.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem frauen museum wiesbaden.

 

 

 

 

 

Hanns J. Krumpholz liest aus „Die Dame mit der bemalten Hand“ von Christine Wunnicke

Ein Roman um eine Reise von Carsten Niebuhr im Jahr 1764, die ihn nach Elephanta führt. Moderation: Viola Bolduan.

Bombay, 1764. Indien stand nicht auf dem Reiseplan und Elephanta, diese struppige Insel voller ­Schlangen und Ziegen und Höhlen mit den seltsamen Figuren an den Wänden, schon gar nicht. Doch als Forschungs­reisenden in Sachen »biblischer Klarheit« zieht es einen eben an die merkwürdigsten Orte. Carsten Niebuhr aus dem Bremischen ist hier gestrandet, obwohl er doch in Arabien sein sollte. Ebenso Meis­ter Musa, persischer Astrolabienbauer aus Jaipur, obwohl er doch in Mekka sein wollte. Man spricht leidlich Arabisch miteinander, genug, um die paar Tage bis zu ihrer Rettung gemeinsam herumzubringen. Um sich öst-westlich misszuverstehen und freundlich über Sternbilder zu streiten (denn wo der eine eine Frau erkennt, sieht der andere lediglich deren bemalte Hand). Es könnte übrigens alles auch ein Fiebertraum gewesen sein. Doch das steht in den Sternen.

 

Aus dem Roman von Christine Wunnicke liest Hanns Jörg Krumpholz, geb. 1962 in Bonn. Nach der Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Kunst in Stuttgart trat er fast dreißig Jahre an vielen großen deutschsprachigen Theaterbühnen auf, u.a. an den Schauspielhäusern Zürich und Hamburg, am Schauspiel Frankfurt oder am Staatstheater Wiesbaden. Er ist zudem ein gefragter Synchronsprecher.

Moderation: Viola Bolduan, geb. in Wiesbaden, promoviert in Germanistik/Anglistik/ Philosophie, arbeitete 20 Jahre als Ressortleiterin Feuilleton/Kultur des Wiesbadener Kurier. Seit Ende 2016 ist sie freie Journalistin und unterstützt den Förderverein Literaturhaus als Beiratsvorsitzende.

Die Lesung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Berenberg Verlags GmbH, Berlin.

 

Zwischenruf: Wiesbaden schreibt ein Buch

"Drei Schwestern, erbberechtigt" Lesestimme: Patrick Twinem

„Wiesbaden schreibt ein Buch“ – und zwar einen Krimi in Fortsetzungen auf der Website des Fördervereins Literaturhaus. Autor Hans Dieter Schreeb setzte das Entree für „Drei Schwestern, erbberechtigt“, die in Wiesbaden in schweres Fahrwasser geraten, denn erhoffte Erbteile sind verschwunden, wobei sich das Personal ihrer verstorbenen Mutter nicht ganz unverdächtig verhält. Die Verdachtsmomente wurden zweimal wöchentlich von schreiblustigen Autor*innen dieser Stadt und Region immer weitergesponnen. Alle, die wollten, konnten sich am Fortgang der Handlungen mit krimineller Fantasie beteiligen. Mutige machten mit. In vielen Fortsetzungen ist aus den diversen Folgen nun ein von Wiesbadener Bürger*innen geschriebenes Buch entstanden, das jetzt Premiere feiert.

 

Es liest Patrick Twinem. geb. 1977. Er absolvierte seine Ausbildung an der Genzmer-Schauspielschule (heute WSFS) in Wiesbaden. Seit 1998 arbeitet er als freischaffender Schauspieler zumeist im Rhein-Main-Gebiet; u. a. an den Theatern in Frankfurt, Koblenz, Mainz, Frankfurt und am kuenstlerhaus43 in Wiesbaden. Er ist auch in diversen Werbe- und Filmproduktionen zu sehen.

Moderiert wird die Lesung von Viola Bolduan, geb. in Wiesbaden, promoviert in Germanistik/Anglistik/ Philosophie. Sie arbeitete 20 Jahre als Ressortleiterin Feuilleton/Kultur des Wiesbadener Kurier. Seit Ende 2016 ist sie freie Journalistin und unterstützt den Förderverein Literaturhaus als Beiratsvorsitzende.

 

Kristin Höller: „Schöner als überall“

Die Autorin stellt ihren Roman vom Ende einer Freundschaft und vom Erwachsenwerden vor. Lesestimme: Mario Krichbaum. Moderation: Ann-Christin Hornberger

Es beginnt wie ein Roadmovie. Im Transporter fahren Martin und sein bester Freund Noah zurück zu den Orten ihrer Kindheit. Auch Mugo ist wieder da, die immer vom Ausbruch aus der Provinz geträumt und Martin damit angesteckt hatte. Nun arbeitet sie an einer Tankstelle und will nichts mehr von Martin wissen. Sogar Noah wird ihm in der vertrauten Umgebung immer fremder. Einfühlsam und mit Witz erzählt Kristin Höller in ihrem Romandebüt vom Erwachsenwerden.

 

Kristin Höller, geboren 1996, studiert Sprach-, Literatur-und Kulturwissenschaften in Dresden. Sie war „Artist in Residence“ beim Prosanova-Festival 2017, ist Gewinnerin mehrerer Preise, u.a. des Preises des Schweizer Literaturfestivals Literaare 2018.

Es liest Mario Krichbaum, geb. 1970 in Darmstadt, nahm nach dem Studium der Germanistik und Politik in München Schauspielunterricht, hat u.a. „Hamlet“ gespielt und das Shakespeare-Stück auch inszeniert. In zahlreichen Filmen hat er schon mitgewirkt und ist in mehreren Podcasts des Fördervereins Literaturhaus zu hören.

Moderation: Ann-Christin Hornberger. Sie arbeitet seit vielen Jahren im öffentlich-rechtlichen Rundfunk als Redakteurin und verantwortet Sendungen im Bereich Wissenschaft, Natur und Umwelt. Studiert hat sie ursprünglich Germanistik, amerikanische Literaturgeschichte und Theaterwissenschaften – und die Lust am Lesen und Entdecken bis heute nicht verloren.

 

Schüler*innen der Schauspielschule Wiesbaden lesen aus „Transit“ von Anna Seghers

Szenische Lesung. Moderation: Mathias Meyers

Mit dem Roman Transit werden wir von der Autorin Anna Seghers nach Marseille und ins Jahr 1940 geführt. Tausende Menschen, die sich auf der Flucht vor Verfolgung durch den deutschen Faschismus bis hierhin retten konnten und nun darum ringen, die erforderlichen Genehmigungen, Visa und Stempel zu erhalten, um Europa über den Hafen der Stadt verlassen zu können, finden sich hier wieder. Anna Seghers gelingt es, diese Lage von Not und Verzweiflung aber auch immer wieder aufkommender Hoffnung und Solidarität, fesselnd zu beschreiben. Transit trägt autobiografische Züge  –  Anna Seghers selbst gelang die Flucht mit einer Schiffspassage in ihr jahrelanges Exil nach Mexiko.

 

Es lesen Schüler*innen der Schule für Schauspiel Wiesbaden.

Moderation: Mathias Meyers. Er arbeitet in der Leitung des Wiesbadener Bücherbasars und engagiert sich gemeinsam mit dem Mainzer Künstler Thilo Weckmüller in dem Projekt „Trotz alledem! – ein Porträt des antifaschistischen Widerstands im Rhein-Main-Gebiet.

 Die Lesung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs-GmbH.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem „Wiesbadener Bücherbasar“.

 

 

Alexander Oetker: „Mittwochs am Meer“

Der Autor stellt seinen Roman um eine leidenschaftliche Affäre in der Bretagne vor. Lesestimme: Hanns J. Krumpholz. Moderation: Corinna Freudig

Jeden Mittwoch fährt Maurice aus Paris in ein verträumtes Hafenstädtchen in der Bretagne, weil er dort einen beruflichen Auftrag hat. Der stille Mann aus der Hauptstadt stößt auf Misstrauen und Ablehnung bei den rauen Einheimischen, den Fischern und Arbeitern. Doch dann lässt die schöne Rezeptionistin seines Hotels ihm eines Mittwochs einen Liebesbrief und einen Gedichtband zukommen. Maurice ist verzaubert von den Worten der Frau. Sie gehen aus, lernen sich kennen und lieben. Es ist der Beginn einer leidenschaftlichen Affäre, die jeden Mittwoch neu entflammt, den ganzen Sommer lang. Das Paar fühlt sich wie in einem Traum, der zur Reise wird und schließlich zu einer überraschenden Erkenntnis führt.

 

Alexander Oetker, geboren 1982, war langjähriger Frankreichkorrespondent für RTL und n-tv und liebt alles, was mit der Grande Nation zu tun hat. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Brandenburg und in Frankreich.

Es liest Hanns Jörg Krumpholz, geb. 1962 in Bonn. Nach der Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Kunst in Stuttgart trat er fast dreißig Jahre an vielen großen deutschsprachigen Theaterbühnen auf, u.a. an den Schauspielhäusern Zürich und Hamburg, am Schauspiel Frankfurt oder am Staatstheater Wiesbaden. Er ist zudem ein gefragter Synchronsprecher.

Moderation: Corinna Freudig. Sie ist hauptberuflich PR-Frau und privat gerne mit „Literatouren“ unterwegs. Sie rezitiert öffentlich, dichtet selbst und moderiert.

 

Zwischenruf: „Lustvolles Scheitern“

Die beiden Wiesbadener Buchhändlerinnen Jutta Leimbert und Vera Anna über Büchernarren und solche, die sich zum Narren der Bücher machen

„Muss man Buchhändler sein, um eine Buchhandlung zu kaufen?“ Das fragte der ARD-Redakteur Axel Seip vor gut fünfzehn Jahren jeden, der ihm über den Weg lief. Und dann kaufte er. Acht Jahre hielt sein Experiment im oberbayrischen Seeshaupt am Starnberger See viele Widerstände und auch eigene Irrtümer aus; dann gab der Journalist seine Buchhandlung mit Galerie und Café wieder auf. Über seine Erfahrungen hat er ein Buch geschrieben: „Lustvolles Scheitern – vom Büchernarren zum Narren der Bücher“ (Geistkirch Verlag, Saarbrücken 2021).

Buchhändler*in, ein Beruf, für den man auf jeden Fall Herz und Verstand braucht. Und Mut.

Im Zwischenruf ( 35-40 Minuten) am Mittwoch, den 25.08., sprechen die beiden Wiesbadener Buchprofis Jutta Leimbert und Vera Anna über Axel Seips Geschichte, über sein Engagement und über die Fehler, denen er nicht aus dem Wege gehen konnte.

 

Manfred Beilharz und Viola Pobitschka lesen „Requiem für eine romantische Frau“ von Hans Magnus Enzensberger

Die Geschichte von Auguste Bußmann und Clemens Brentano in einer szenischen Lesung.

Damals war es ein Skandal: die Ehe zwischen dem gefeierten Romantiker Clemens Brentano und Auguste Bussmann. Sie war gerade sechzehn, aus der reichen Frankfurter Familie Bethmann, er fast doppelt so alt. Beide Familien waren strikt gegen eine Verbindung. So floh das Paar nach Kassel zu den Brüdern Grimm. Dort ging die Ehe bald schief, weil die junge Auguste das von Brentano propagierte Ideal der Romantik, nur dem Gefühl zu folgen, ernst nahm, während der Dichter bald den korrekten Ehemann hervorkehrte.

Der Autor Enzensberger schreibt: „Im Kreis der Arnims, der Grimms und der Brentanos war Auguste Bussmann – ich wage es zu sagen – die einzige wirkliche Romantikerin. Ich glaube, das hat sie das Leben gekostet.“

 

Hans Magnus Enzensberger hat der von der Literaturwissenschaft totgeschwiegenen jungen Frau mit „Requiem für eine romantische Frau“ in einer Brief-Edition ein Denkmal gesetzt und schuf daraus im Auftrag von Manfred Beilharz ein Theaterstück. Aus diesem lesen der ehemalige Wiesbadener Intendant und Viola Pobitschka, die zuletzt seinem Wiesbadener Ensemble angehörte.

Manfred Beilharz, geb. 1938, war Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden von 2002 bis 2014, Leiter der Internationalen Maifestspiele und der Theaterbiennale „Neue Stücke aus Europa“. Von 2002 bis 2008 amtierte er als Präsident des Internationalen Theaterinstituts (ITI) und leitete von 1999 bis 2014 das deutsche Zentrum des ITI.

Viola Pobitschka, geb. 1982 in Bad Homburg, studierte von 2002 bis 2006 Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Von 2011-2014 war sie Ensemblemitglied des Hessischen Staatstheater Wiesbaden (Titania im „Sommernachtstraum“, „Marquise von O.“ von Kleist). Seitdem ist sie als freischaffende Künstlerin tätig und lebt in Frankfurt.

Die Lesung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Verlag der Autoren GmbH & Co KG (Theaterverlag).

 

Alexander Oetker: „Baskische Tragödie“

Der Autor stellt seinen Luc-Verlain-Krimi vor, der den Commissaire in die Gassen von San Sebastian führt. Lesestimme: Andreas Mach. Moderation: Ingeborg Toth

Luc Verlains vierter Fall

In den verwinkelten Gassen San Sebastiáns und an der felsigen Küste von Biarritz muss Luc seinen persönlichsten Fall lösen:

An den Stränden des Aquitaine werden massenhaft Pakete angespült, gefüllt mit reinstem Kokain. Ein kleines Kind probiert davon – und fällt ins Koma. Commissaire Luc Verlain ermittelt in dem Fall, bis ihn eine geheimnisvolle Nachricht aus dem Baskenland erreicht.

Luc macht sich auf den Weg gen Süden und findet sich plötzlich auf der anderen Seite wieder. Er wird verhaftet, ausgerechnet wegen des Verdachts auf Drogenschmuggel – und wegen dringendem Mordverdacht. Wer spielt dem Commissaire böse mit? Nach seiner Flucht vor der Polizei über die spanische Grenze hat Luc keine Wahl: Er muss das Spiel eines altbekannten Psychopathen mitspielen. So beginnt in den engen Gassen San Sebastiáns und auf dem stürmischen Atlantik eine teuflische Schnitzeljagd. Um den Plan des Mannes zu durchkreuzen, der um jeden Preis Rache nehmen will, muss Luc alles auf eine Karte setzen.

Alexander Oetker, geboren 1982, war langjähriger Frankreichkorrespondent für RTL und n-tv und liebt alles, was mit der Grande Nation zu tun hat. Seine Luc-Verlain-Krimis sind allesamt Bestseller, seine Romane und Reiseführer Erfolgsgaranten im Buchhandel. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Brandenburg und in Frankreich.

Es liest: Andreas Mach,(Jg.1957), in den 90er Jahren Ensemblemitglied am Staatstheater Wiesbaden, danach langjähriger Leiter der Schauspielschule Mainz. Er inszenierte für die Burghofspiele Eltville, lehrt an der Hochschule für darstellende Kunst in Frankfurt und arbeitet als freischaffender Schauspieler und Regisseur.

Moderation: Ingeborg Toth. Sie hat nach einem Volontariat bei der Allgemeinen Zeitung Mainz lange die Frauenseite gestaltet. Beim Wiesbadener Tagblatt war sie für die Gerichtsberichterstattung zuständig. Nach der Fusion mit dem Wiesbadener Kurier war sie in der Lokalredaktion für Kommunalpolitik und Vermischtes zuständig – darunter auch lokales Feuilleton.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Partnerschaftsverein Wiesbaden – San Sebastian e.V., der an diesem Abend Wein aus der Region um die baskische Partnerstadt mitbringt.