Literaturveranstaltungen in Wiesbaden

Sie finden hier im Kalender sowohl Literaturveranstaltungen, die im Literaturhaus Villa Clementine stattfinden, als auch alle weiteren im Stadtgebiet, die uns bekannt werden. Die Veranstaltungen des Fördervereins Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. sind gelb hinterlegt.

September

„Die Berliner Salons 1780-1806“ und „Lyrik jüdischer Frauen ab 1880“

Eine literarisch-musikalische Soirée mit Anne-Sophie Bertrand (Harfe) & Benjamin Krämer-Jenster (Lesung) im Festsaal des Rathauses

In der Folge der deutschen Aufklärung, insbesondere der jüdischen Aufklärung und der Französischen Revolution, emanzipierten sich ab 1780 junge jüdische Frauen in Berlin und gründeten Salons. Zwar waren jüdische Bürger rechtlich noch nicht gleichgestellt, es gab aber erste Ansätze. In diesen Salons waren alle willkommen, die sich mit Literatur, Musik, Malerei, Wissenschaften und Philosophie beschäftigten. Im Gegensatz zu den meisten von Christen geführten Salons waren die Einladungen in jüdische Häuser ohne Vorbedingungen. Mit den Widerständen gegen die napoleonische Besatzung endete ab 1806 auch der kulturelle Austausch in den Salons.

Ab 1870 erhielten Juden in Deutschland die formale Gleichstellung. Und wieder waren es jüdische Frauen, die sich emanzipierten, um ihre künstlerischen Begabungen in die Öffentlichkeit zu tragen. So auch besonders in der Lyrik.

Die in Paris geborene Harfenistin Anne-Sophie Bertrand studierte in London und Brüssel. Sie gewann früh internationale Anerkennung durch den Cardiff International Harp Contest. Seit dem Jahr 2000 ist sie Solo-Harfenistin des hr-Sinfonieorchesters. Neben ihrer Konzerttätigkeit unterrichtet sie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz sowie an der Akademie für Tonkunst Darmstadt und gibt regelmäßig Meisterkurse im In- und Ausland. Im Jahr 2024 erhielt sie den Kulturpreis der Ingrid zu Solms Stiftung.

Benjamin Krämer-Jenster wurde in Frankfurt am Main geboren. Nach einer klassischen Tanzausbildung folgten erste kleine Auftritte in Frankfurt, Mainz und Bad Hersfeld. 1982 schloss er eine Schauspielausbildung an der Folkwang-Hochschule in Essen-Werden ab.
Bis 2024 war er am Staatstheater Wiesbaden engagiert.

Hinweise:  

  • Einlass um 18.30 Uhr
  • Begrenzte Teilnehmendenzahl, Anmeldung erforderlich.

Die Schreibwütigen 2.6

Leitung: Alexander Pfeiffer

Im September starten „Die Schreibwütigen“ in die nächste Runde.

Seit 2016 lädt das Kulturamt Wiesbaden unter der Leitung des Wiesbadener Schriftstellers Alexander Pfeiffer junge Autorinnen und Autoren von 13 bis 18 Jahren zur Schreibwerkstatt. Bei den regelmäßigen Treffen bietet sich die Möglichkeit zum literarischen Austausch und zum Schreiben eigener Texte unter professioneller Anleitung.

Ab dem 3. September treffen sich „Die Schreibwütigen 2.6“ jeden Donnerstag (ausgenommen sind die Herbstferien) von 16 bis 18 Uhr im Literaturhaus, um an ihren Texten zu arbeiten und etwas über das literarische Schreiben zu lernen.
Zum Abschluss der Schreibwerkstatt werden die entstandenen Texte am 20.11. in einer öffentlichen Lesung im Literaturhaus Villa Clementine vorgestellt.

Teilnahme kostenfrei – Anmeldung an literaturhaus@wiesbaden.de

Rónán Hession: „Panenka“

Neue Literatur aus Irland: Lesung & Gespräch; Moderation & Übersetzung: Andrea O’Brien; Lesung auf Deutsch: Stéphane Bittoun; Musik: Doubletop

Irland ist für viele ein Sehnsuchtsort – das Literaturhaus Wiesbaden lädt alle Liebhaber der Grünen Insel ein, sich auf eine literarische Reise dorthin zu begeben. In Kooperation mit dem Generalkonsulat von Irland in Frankfurt begrüßt das Literaturhaus bis Ende des Jahres renommierte irische Autorinnen und Autoren.

Zum Auftakt ist Rónán Hession aus Dublin zu Gast. Vielen ist er sicherlich bekannt durch sein Debüt „Leonard und Paul“, das 2023 auf der Shortlist „Lieblingsbuch der Unabhängigen“ stand. Nun folgt der nächste warmherzige Roman über das alltägliche Leben und die Feier der leisen, unscheinbaren Momente.
Ein verschossener Elfmeter ist es, der den einstigen Fußballprofi Joseph heimsucht. Heute ist er 50 Jahre alt, fühlt sich als Sündenbock der Stadt und wird von Kopfschmerzen geplagt. Dabei handelt „Panenka“ nur am Rande von Fußball, sondern eigentlich von den Möglichkeiten der Liebe – wenn man denn den Mut hat, sich zu öffnen.
Für die irische Atmosphäre sorgt das Duo Doubletop mit Banjo, Fiddle und Gesang.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Das Copyright des Fotos liegt bei Ger Holland.

20 Jahre Caliban Literaturwerkstatt e.V.

Sektempfang und Lesungen

Kommen Sie und stoßen Sie mit uns an – auf 20 Jahre Caliban Literaturwerkstatt e.V.!

Rita Rosen liest aus „Hoch gestapelt – tief gefallen“ um 11.30 Uhr,

Otto Winzen aus „Ein verrückt gewordener Zobel“ um 12 Uhr.

 

Weitere Informationen unter www.caliban-literaturwerkstatt.de.

Schreibwerkstatt 10

Für Migrantinnen und Migranten ab B.1; Leitung: Armin Nufer

Die Werkstatt versteht sich seit 2018 als Ort für phantasievolles Schreiben. Erwachsene aus vielen Ländern verfassen in der Fremdsprache Deutsch technisch versierte Kurzgeschichten, Gedichte, Dialoge, Songtexte und Erzählungen. Die Gruppe definiert unter Anleitung Themen und Inhalte und diskutiert die schriftlichen Ergebnisse auf ihre Vielgestaltigkeit, Verständlichkeit und literarischen Reichtum. Auch spannende und inspirierende Techniken werden besprochen und ausprobiert. Im Februar 2027 findet eine Präsentation im Literaturhaus statt, bei der die Teilnehmenden ihre Lieblingstexte vorlesen.

Weitere Termine: 20.09., 04.10., 18.10., 01.11., 15.11., 29.11., 13.12., jeweils von 15 bis 18 Uhr.

Die Teilnahme ist auch nach dem Auftakt am 06.09. möglich.

Weitere Infos unter www.armin-nufer.de
Anmeldungen bei Armin Nufer unter 0173-9579656

Copyright des Fotos liegt bei Renate Pfautsch.

Shida Bazyar: „Die Lücken“

Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Ariane Binder (3sat)

Vor Kurzem blickte alle Welt auf Shida Bazyar, weil sie mit ihrem ersten Roman für den renommierten International Booker Prize nominiert worden war. Nun legt die Autorin ihren neuen Roman „Die Lücken“ vor. Während die beiden Vorgänger die Themen Exil und postmigrantische Gegenwart behandelt haben, geht es in ihrem neuesten Werk in die Tiefen der Heimat.
In einem beeindruckenden Erzählmosaik entwirft Bazyar das Bild des fiktiven Orts Heimesbach im Hunsrück, an dem sich rund 90 Jahre deutsche Geschichte ablesen lassen. Jüdische Familien und NS-Profiteure spielen ebenso eine Rolle wie die Familien Sharifi und Karimpour, die Jahrzehnte später aus dem Iran flüchten. Wie eine Archäologin legt die Autorin Schicht um Schicht frei und analysiert die Fundamente, auf denen Heimat gebaut ist.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Eine Veranstaltung im Rahmen von Leseland Hessen mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie hr2-kultur.

Das Copyright des Fotos liegt bei Tabea Treichel.

Kurt Vonnegut: „Schlachthof 5“

Lesekreis Besonderes Buch; Leitung: Dr. Ulrike-Sofie Scholtz

Kurt Vonneguts Kultroman „Schlachthof 5“, 1969 erschienen, ist noch immer eines der wichtigsten (und eindringlichsten) Bücher unserer Zeit.

Die anrührende Darstellung eines Kriegstraumas, satirische Gesellschaftskritik und Science-Fiction-Elemente machen die Lektüre von „Schlachthof 5“ zu einem außergewöhnlichen Leseerlebnis und bieten gleichzeitig Ansatzpunkte zum Verständnis moderner Literatur.

Im Lesekreis wird der – von den Teilnehmenden vorab gelesene – Roman diskutiert und literaturwissenschaftlich erläutert.

Weitere Termine: 30.09., 21.10., 11.11. & 02.12.2026, jeweils von 18 bis 19.30 Uhr

Kursgebühr: € 65.

Anmeldung erforderlich bei der vhs Wiesbaden, www.vhs-wiesbaden.de; anmeldung@vhs-wiesbaden.de oder Tel. 0611-988 90

 

Tessa Duncan: „Wer blind vertraut“

Die Autorin liest im Rahmen der Kulturtage AKK aus dem dritten Band ihrer Canterbury-Fall-Reihe

In ihrer therapeutischen Praxis wird Lily Brown mit einem neuen Fall konfrontiert, der sie zunehmend an ihre beruflichen und persönlichen Grenzen bringt. Was zunächst wie eine gewöhnliche Sitzung beginnt, entwickelt sich zu einer bedrohlichen Situation, die sie schließlich sogar in höchste Lebensgefahr bringt.

Tessa Duncan hat in Psychologie promoviert und ist ausgebildete Klinische Psychologin und Psychotherapeutin. Nach zehn Jahren in diesem Berufszweig ihres Fachs und 20 Jahren als selbstständige Unternehmensberaterin konzentriert sie sich heute fast nur noch aufs Schreiben. Unter dem Pseudonym Marie Lacrosse wurde sie zur Bestsellerautorin.  Ihre Krimireihe um die ermittelnde Therapeutin Lily Brown erscheint bei dtv. – Tessa Duncan lebt mit ihrem Mann und Kater Mirko in einem beschaulichen Weinort.

Antje Ehmann: Gedankenflieger – Philosophieren mit Kindern

Junges Literaturhaus; Thema: Hoffnung; für die 1. bis 3. Klassenstufe

Stellt euch vor, euer Kopf wäre ein Vogelhaus: viele bunte Vögel, große und kleine, dicke und dünne. Lasst die Gedanken einmal fliegen und ganz frei und unbeschwert um ein Thema kreisen. Das Literaturhaus Wiesbaden ist in diesem Jahr erstmals beim Projekt „Gedankenflieger – Philosophieren mit Kindern“ dabei und nimmt junge Denkerinnen und Denker mit auf eine spannende Reise zum Thema „Hoffnung“.

Fachjournalistin Antje Ehmann hat Bücher im Gepäck, die nicht nur Mut und Zuversicht vermitteln, sondern auch die eigenen Gedanken der Kinder beflügeln.

Die Veranstaltung findet um 9 Uhr und um 11 Uhr statt.

Eintritt: € 4,  geschlossene Veranstaltung für Schulklassen.

Anmeldung unter literaturhaus@wiesbaden.de

 

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Literaturhaus Hamburg, Netzwerk der Literaturhäuser und der Bundeszentrale für politische Bildung.

Das Copyright des Fotos liegt bei Fotostudio Hirch.

Elena Fischer: „Wirf einen Schatten“

Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Eva Schmidt

Mit ihrem Debüt „Paradise Garden“ begeisterte Elena Fischer sowohl das Publikum als auch die Kritiker und wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert. Nun legt die Mainzer Autorin ihren zweiten Roman vor, mit dem es in die 1960er Jahre geht.

Nachdem Lis mit dem gemeinsamen Sohn in die Stadt gezogen ist, bleibt Joseph nicht mehr viel übrig. Er hat sich vor der Welt verschlossen und lebt nur noch für seine Arbeit auf dem Hof. Alles ändert sich, als eine unerwartete Besucherin vor der Tür steht.

Elena Fischer schafft es wie kaum eine andere Gegenwartsautorin, selbst in traurige Momente Hoffnung einzuschreiben.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Eine Veranstaltung im Rahmen von Leseland Hessen mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie hr2-kultur.

Das Copyright des Fotos liegt bei cfoto-alexander-conrads-diogenes-verlag.

Der Balladendichter Theodor Fontane

Leitung: Lutz Schauerhammer

Theodor Fontane: Dichter grandioser Balladen und Autor gesellschaftskritischer Romane.

Er lässt sich oft durch historische oder aktuelle Ereignisse inspirieren und erschafft daraus eigenständige poetische Kunstwerke. So basiert die Ballade „Barbara Allen“ auf einem uralten schottischen Liebeslied. Das dramatische Gedicht „Die Brücke am Tay“ entstand nach einem Zugunglück im Jahre 1879. Sein berühmtestes Gedicht aber ist die Geschichte des „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“.

Viele dieser Balladen wurden schon zu Fontanes Lebzeiten zur Schullektüre und sind es heute noch.

Der Kursleiter stellt einige Lebensstationen und viele der faszinierenden Werke vor.

Kursgebühr: € 13.

Anmeldung erforderlich bei der vhs Wiesbaden, www.vhs-wiesbaden.de; anmeldung@vhs-wiesbaden.de oder Tel. 0611-988 90

Daniela Daub: „Unendliche Postkarte“

Buchvorstellung & Ausstellungseröffnung

Unter dem Titel „Unendliche Postkarte” ist Daniela Daubs zweiter Lyrikband erschienen. Die hier versammelten Gedichte zeichnen sich durch eine große Einfachheit aus, sind kleine Alltagsnotizen und Beobachtungen. Zusammengenommen ergeben sie ein Panorama und zeigen einen eigenwilligen Blick auf einen Ausschnitt der Welt, von der man Teil ist.

Im Rahmen der Buchpräsentation wird auch die Ausstellung in der Kellergalerie der Büchergilde eröffnet. Hier sind die Originale der im Buch abgebildeten Aquarelle und Zeichnungen des saarländischen Künstlers Klaus Harth zu sehen.

Daniela Daub ist Lyrikerin, Performerin und Jongleurin. 2024 war sie Stipendiatin des Hessischen Literaturrats.

Anmeldung unter buechergilde-wiesbaden@t-online.de

Das Copyright des Fotos liegt bei Ramune Pigagaite.

Georg Büchner: „Lenz“

TheaterSolo von Christian Wirmer

In seiner Novelle nähert sich Georg Büchner dem seelischen Erleben des Sturm-und-Drang-Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz, der – in seinen jungen Jahren noch als literarisches Genie hochgelobt – im Laufe seines Lebens mehr und mehr in die Vereinzelung und Isolation geriet.

Der Bergsträßer Anzeiger lobt die Interpretation Wirmers als „eindringlich, frei und unpathetisch”.

Weitere Informationen unter www.caliban-literaturwerkstatt.de

Das Copyright des Fotos liegt bei Sylvia Scholtka.

Das Erzählte Ich

Identitätssuche in der Gegenwartsliteratur; Leitung: Dr. Ulrike-Sofie Scholtz

Die Frage der Identität gehört zu den zentralen Themen in der aktuellen Literaturdebatte. In welchen Geschichten, mit welchen Erzählstrategien werden Zugehörigkeit und Ausgrenzung, individuelle und kollektive Identität und unterschiedliche gesellschaftliche Rollen verhandelt?

Im Seminar werden drei prominente Romane unter dieser Fragestellung diskutiert und literaturwissenschaftlich erläutert. Die Teilnehmenden sollten die Texte vorab gelesen haben.

Gelesen werden Siri Hustvedts „Die gleißende Welt“ (diesen Roman bitte bis zum Seminarbeginn lesen),
Fatma Aydemirs „Ellbogen“ und Matt Haigs „Die Mitternachtsbibliothek“.

Weitere Termine: 17.10., 14.11., 12.12.2026, jeweils 13 bis 16.30 Uhr

Kursgebühr: € 48. Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt.

Anmeldung erforderlich unter keb.wiesbaden@bistumlimburg.de oder über die Website www.keb-wiesbaden.de.

Loreleylied, Siegfrieds Rheinfahrt und Donauwalzer

Eine literarisch-musikalische Flussreise durch Europa mit Dr. Eva Wodarz-Eichner und Dr. Karsten Eichner

Ob Rhein oder Donau, Rhone, Moldau oder Schelde: Europas Flüsse haben Literaten wie Komponisten seit jeher inspiriert.

Dr. Eva Wodarz-Eichner und Dr. Karsten Eichner nehmen ihr Publikum mit auf eine literarisch-musikalische Kreuzfahrt durch Europa – mit einer Lesung bekannter und unbekannter Texte berühmter Reise-Schriftsteller. Ein historischer Exkurs widmet sich dabei der Geschichte der Flussreise und insbesondere dem 200. Geburtstag der Rheinreise mit KD-Schiffen.

Lesung mit Sekt und Knabbereien.

Kursgebühr: € 25. Anmeldung erforderlich bei der vhs Wiesbaden, www.vhs-wiesbaden.de; anmeldung@vhs-wiesbaden.de oder Tel. 0611-988 90

Thea Mengeler: „Öffentlicher Nahverkehr“

Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Shirin Sojitrawalla (DLF und taz)

Der neue Roman von Thea Mengeler ist als „Buch der Stunde“ angekündigt und könnte nicht näher am Zeitgeschehen pulsieren: Eine junge Influencerin erlebt einen Albtraum, als ihr Expartner gegen ihren Willen intimes Material veröffentlicht. In einer neuen Stadt findet sie ausgerechnet im anonymen Nahverkehr die nötige Ruhe, um ihre Gedanken zu sortieren und die Wut zu entfachen.

Mengeler entwirft ein Szenario, das vor allem viele Leserinnen kennen dürften, und öffnet so den literarischen Diskurs um Deepfakes, Cyberstalking und KI. Aktuell hinkt das Recht der Realität noch hinterher, doch ein Gesetzentwurf ist schon in Arbeit, sodass sexualisierte Gewalt im digitalen Raum die Grauzone endlich verlässt.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Eine Veranstaltung im Rahmen von Leseland Hessen mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie hr2-kultur

Das Copyright des Fotos liegt bei Tim Kirchhof.

Dostojewskis Erben

Wiesbadener Autorentreff

„Dostojewskis Erben“ nennen sich – augenzwinkernd – Autorinnen und Autoren aus Wiesbaden und Rhein-Main, die sich regelmäßig im Literaturhaus Villa Clementine zusammenfinden, um über das Schreiben zu diskutieren, gemeinsame Projekte zu planen und sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Herzlich dazu eingeladen ist, wer selbst schreibt, Bücher verlegt oder sich auf andere Weise mit Literatur verbunden fühlt.

Anfragen bitte an Susanne Kronenberg unter mail@susanne-kronenberg.de.

Dirk Reinhardt: „No Alternative“

Junges Literaturhaus; Lesung für die 9. und 10. Klasse

Tausende Jugendliche gehen auf die Straße, junge Menschen kleben sich auf Autobahnen fest. Auch die 17-jährige Emma setzt sich für den Umweltschutz ein und landet schließlich bei der Untergrundorganisation „No Alternative“, die mehr als fragwürdige Pläne schmiedet, um den Planeten zu retten.

Dirk Reinhardt versteht es meisterlich, politische und gesellschaftliche Themen in spannende Geschichten zu verweben. Für den Thriller „No Alternative“ wurde er unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und für den Leselotsen des Börsenblatts ausgewählt.

Die Veranstaltung findet im Zusammenhang mit der Verleihung des Helmuth-Plessner-Preises an Jay M. Bernstein am 4. September 2026 in Wiesbaden statt.

Eine Veranstaltung im Rahmen von Leseland Hessen mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie hr2-kultur.

Das Copyright des Fotos liegt bei Vanessa Jansen.

Oktober

Miroslav Hlaučo: „Pfingsten. Erinnerungen an ein Ende der Welt“

Gastland Tschechien; Lesung & Gespräch; Moderation: Ruben Höppner (Anthea Verlag); Lesung auf Deutsch: Oliver Wronka; Übersetzung: N.N.

Gleich zwei Mal wurde Miroslav Hlaučo für „Pfingsten“ mit dem Literaturpreis Magnesia, dem wichtigsten tschechischen Literaturpreis, in den beiden Kategorien „Debüt“ und „Buch des Jahres“ ausgezeichnet. Im Rahmen des Gastlandauftritts auf der Frankfurter Buchmesse stellt er den Roman im Literaturhaus vor und entführt das Publikum in eine allzu magische Welt.

In einem abgeschiedenen Bergdorf geht man Anfang des vergangenen Jahrhunderts noch über Wasser, spricht mit Heiligen und pfeift Felsen entzwei. Doch die Moderne wartet schon und zwar in Form von Nähmaschinen, bis die alten Wunder allmählich von den neuen abgelöst werden.

Kurzweilig und humorvoll ist dieser Sensationsroman aus Tschechien von einem Autor, der mit Ende 50 gerade sein eigenes literarisches Wunder erlebt.

Gefördert durch den Ehrengast der Frankfurter Buchmesse Czechia 2026

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Das Copyright des Fotos liegt bei Marta Nováková.

Louise Kennedy: „Red“

Neue Literatur aus Irland; Lesung & Gespräch; Moderation & Übersetzung: Antje Deistler; Lesung auf Deutsch: Anke Sevenich

Dreißig Jahre arbeitete sie als Köchin, dann schrieb sie Kurzgeschichten, die sie über Nacht bekannt machten. Louise Kennedy zählt mit Ende 50 zu den Shooting Stars der irischen Literaturszene und wurde für ihr Debüt „Übertretungen“ mit dem Irish Book Award ausgezeichnet. Mit „Red“ erscheint nun ihr zweiter Roman.

Darin geht es ins Irland der 1980er Jahre und um die zarten Bande von Red und Róisín. Mit präziser und kraftvoller Sprache fängt Kennedy das Lebensgefühl der irischen Zerrissenheit ein und begleitet die beiden Teenager auf unbekannten Pfaden, hin zu einem Vereinigten Königreich, in dem ihre jugendlichen Lebensträume mit bitterer Realität konfrontiert werden.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim

In Kooperation mit dem Generalkonsulat von Irland in Frankfurt

Das Copyright des Fotos liegt bei Alexis Kirschbaum.

Radka Denemarková: „Schokoladenblut“

Gastland Tschechien; Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Marita Hübinger

Als einzige tschechische Autorin ist Radka Denemarková vierfache Preisträgerin des Literaturpreises Magnesia, zudem wurde sie in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen und auch hierzulande vielfach ausgezeichnet. Dieser Spagat zwischen den Kulturen und Sprachen spiegelt sich auch in ihrem Werk wider.
In „Schokoladenblut“ reisen wir per Zug durch das 19. Jahrhundert und quer durch Europa, gemeinsam mit drei historischen Figuren: den Schriftstellerinnen Božena Němcová und George Sand sowie dem Erdöl-Mogul John D. Rockefeller. An den Figuren verhandelt sie Nationalismus, Kapitalismus und Geschlechtergerechtigkeit, lenkt sie über experimentelle Gleise, kreuzt Zeitachsen und nimmt Fahrt auf in einer rasanten Prosa, welche die Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk als „Zauberspiegel“ bezeichnet hat.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

In Kooperation mit dem Hessischen Literaturrat, gefördert durch den Ehrengast der Frankfurter Buchmesse Czechia 2026.

Das Copyright des Fotos liegt bei Karel Cudlín.

Tilman Allert: „Helmuth Plessner – Freigeist aus der Stadt, Freigeist für die Nation“

Vortrag zum Helmuth-Plessner-Preis

Der Philosoph Helmuth Plessner erfährt zunehmend internationale Aufmerksamkeit. Sein Werk wird fortlaufend ins Englische und Französische übersetzt. Höchst aktuell ist Plessners Blick auf die deutsche Nation, die mit Spuren des Vergangenen in der Gegenwart konfrontiert ist und die auf die Frage, wer „wir“ sind, eine Antwort zu finden versucht.
Tilman Allert ist Soziologe, Sozialpsychologe und Autor. Neben mehreren Büchern verfasste er Texte u.a. für die FAZ und die NZZ. In seinem Vortrag spürt er der „ewigen“ Aktualität Helmuth Plessners, eines Schlüsselautors unserer Zeit, nach.

Die Veranstaltung findet im Zusammenhang mit der Verleihung des Helmuth-Plessner-Preises an Jay M. Bernstein am 4. September 2026 in Wiesbaden statt.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim

Das Copyright des Fotos liegt bei dem Autor privat.

Dostojewskis Erben

Wiesbadener Autorentreff

„Dostojewskis Erben“ nennen sich – augenzwinkernd – Autorinnen und Autoren aus Wiesbaden und Rhein-Main, die sich regelmäßig im Literaturhaus Villa Clementine zusammenfinden, um über das Schreiben zu diskutieren, gemeinsame Projekte zu planen und sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Herzlich dazu eingeladen ist, wer selbst schreibt, Bücher verlegt oder sich auf andere Weise mit Literatur verbunden fühlt.

Anfragen bitte an Susanne Kronenberg unter mail@susanne-kronenberg.de.

 

Ira Peter: „Deutsch genug?“

Warum wir endlich über Russlanddeutsche sprechen müssen

Sie wählen rechts, sprechen nur Russisch und verehren Putin. Das sind die gängigen Vorurteile über die rund 2,5 Millionen Russlanddeutschen in Deutschland. Doch während viele Klischees kursieren, mangelt es oft an tieferem Verständnis für ihre komplexe Geschichte und Empathie für ihre Lebensrealität.

Die russlanddeutsche Journalistin Ira Peter, die mit ihrer Familie als Neunjährige von Kasachstan nach Deutschland übersiedelte, nimmt uns mit auf eine persönliche und gesellschaftlichen Spurensuche. Sie erzählt von der Scham über ihre sowjetische Migrationsgeschichte, dem Gefühl des Unerwünschtseins in Deutschland sowie den fatalen Folgen einer verfehlten Integrationspolitik.

Die Lesetour 2025 wird wegen reger Nachfrage in ganz Deutschland weitergeführt.
https://www.ira-peter.de/vita

 

Felicitas Horstschäfer; Das Tor zur Geschichte

Junges Literaturhaus – Coverworkshop für die 4. Klasse

Jetzt mal ehrlich: Habt ihr schon mal ein Buch gekauft, nur weil euch das Cover gefallen hat?

Es ist der allererste Eindruck und entscheidet, ob ihr das Buch überhaupt in die Hand nehmt.

Wie viel Arbeit in einem Titelbild steckt und wie man von der Idee zum ersten Entwurf kommt, zeigt die Illustratorin Felicitas Horstschäfer in einem Workshop.

Sie gibt Einblicke in ihre Arbeit – immerhin hat sie über 300 Cover gestaltet – und begleitet euch Schritt für Schritt auf dem Weg zum eigenen Buchcover. Figuren, Farben, Motive, Schriftarten – das alles will wohlüberlegt sein.

Die Veranstaltung findet um 9 Uhr und um 11 Uhr statt.

Anmeldung unter literaturhaus@wiesbaden.de

Das Copyright des Fotos liegt bei der Illustratorin privat.

Shared Reading

Leitung: Angelika Gellrich

Seit einiger Zeit erfreut sich Shared Reading im Literaturhaus an großem Interesse.

Nun haben Sie wieder die Chance, in der neuen Ausgabe Teil der Gruppe zu werden! Mit maximal 15 Leuten wollen wir gemeinsam verdichtete Texte (Kurzgeschichten und Lyrik) laut lesen. Eindrücke, Gefühle, Assoziationen werden nach dem Lesen kurzer Abschnitte in der Gruppe geteilt und besprochen. Die Konzentration auf den Text hilft, innere Prozesse anzustoßen und gleichzeitig verbinden wir uns mit den Inhalten der Geschichte und bleiben am Text.

Geeignet ist die Gruppe für Menschen, die sich für Literatur interessieren und auf diesem Weg etwas über sich selbst und andere herausfinden wollen.

Eintritt frei.

Die Veranstaltung dauert bis 16.30 Uhr. Die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt. Die Zusagen richten sich nach dem Zeitpunkt der Anmeldung. Erstmals Teilnehmende werden bevorzugt angemeldet

Das Copyright des Fotos liegt bei privat.

Leseparty

„Lesen statt Tanzen“ lautet das Motto der Party der besonderen Art, zu der das Literaturhaus einlädt. Hier treffen sich Lesefreudige, um fernab von To Do-Listen und Handyläuten in ein gutes Buch einzutauchen und gemeinsam in stiller und dennoch geselliger Runde zu lesen. Die Idee stammt aus Amerika. Dort werden seit Jahren in zahlreichen Städten „Silent Reading Partys“ gefeiert. Für die richtigen Getränke und Snacks ist dabei natürlich auch gesorgt durch das Team von GLYG. Im Anschluss kann sich, wer möchte, mit anderen Besucherinnen und Besuchern über die Leseeindrücke austauschen und Büchertipps abstauben.

Die perfekte Leseparty eben – for introverts and book nerds! Einfach die aktuelle Lektüre einpacken und vorbeikommen.

In Kooperation mit GLYG.

Eva Menasse: „Alleinruhelage“

Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Shirin Sojitrawalla (DLF und taz)

„Alleinruhelage” – so nennt man in Österreich Immobilien in ausgesprochener Abgeschiedenheit. Im gleichnamigen Roman lässt Eva Menasse ihre Ich-Erzählerin mit ihrem Ferienhaus in Kontakt treten, sie spricht es an und lässt Episoden ihres gemeinsamen Lebens Revue passieren.

Mit einer ganz besonderen, klugen Sprache reflektiert die Kuratorin der Wiesbadener Literaturtage von 2019 in ihrem neuen Roman über Fremdheit und Heimat, über Abschiede und darüber, wie man das eigentlich schafft, dieses Aufbrechen in der Lebensmitte.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Eine Veranstaltung im Rahmen von Leseland Hessen mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie hr2-kultur.

Das Copyright des Fotos liegt bei Lena Giovanazzilaif.

Martina Hefter: „Nach der Sonne schauen“

Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Beate Tröger (DLF und FAZ)

Martina Hefter ist Performancekünstlerin, in ihrem schriftstellerischen Werk ist immer auch der Tanz eingeschrieben. Dafür wurde sie mit dem Literaturpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden ausgezeichnet. Für den Roman „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“ erhielt sie unter anderem den Deutschen Buchpreis.

In ihrem neuesten Roman steht die bildende Kunst im Vordergrund. Für die Installationskünstlerin Iona Bartschok muss ein frisches Projekt her. Sie bezieht eine umgebaute Industriehalle, nur ein digitaler Hund leistet ihr Gesellschaft. Wie schon im Vorgängerwerk lassen sich Parallelen zur Autorin selbst ziehen und man darf gespannt sein, welche Choreographie sich dieses Mal im Text erkennen lässt.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim

Im Rahmen von Leseland Hessen mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie hr2-kultur

Das Copyright des Fotos liegt bei Maximilian Goedecke.

Moni Port & Claudia Weikert: „Shrimpie und ich“

Junges Literaturhaus; Grundschullesung für die 1. und 2. Klasse

Noch zweimal schlafen… Noch einmal… Juhu, heute ist der erste Schultag und Käthe hat sich mächtig darauf gefreut! Im Klassenzimmer dann die große Schockstarre: Käthe ist total nervös! Wie gut, dass sie Shrimpie kennenlernt. Die beiden werden beste Freundinnen und bestehen allerlei Abenteuer.

Moni Port (Texte) und Claudia Weikert (Illustrationen) sind mit ihrem aberwitzigen Comic für den Max und Moritz-Preis in der Kategorie „Bester Comic für Kinder“ nominiert.

Im Rahmen von Leseland Hessen mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie hr2-kultur.

Das Copyright des Fotos liegt bei der Autorin privat.

Erinnerungen gestalten

Biografiearbeit für Menschen in der zweiten Lebensphase; Leitung: Herbert Cartus

In diesem Schreibkurs werden die Teilnehmenden eingeladen, ihre Lebensgeschichte bewusst zu reflektieren und ausgewählte Erinnerungen schriftlich festzuhalten.

Anhand biografischer Themen wie Kindheit, Jugend, Beruf und prägender Lebensereignisse entstehen mithilfe von Schreibimpulsen eigene Texte.

Der Kurs bietet einen geschützten Rahmen für kreatives Schreiben, freiwilligen Austausch und persönliche Erinnerung. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Der Kurs umfasst insgesamt fünf Nachmittage.

Kursgebühr: € 79. Anmeldung erforderlich bei der vhs Wiesbaden, www.vhs-wiesbaden.de; anmeldung@vhs-wiesbaden.de oder Tel. 0611-988 90

November

Szenische Lesung: „Jeremias Gotthelf: Die schwarze Spinne“

Wenn in der Not nur noch der Teufel hilft - Ein Halloween-Special mit Christian Klischat

Thomas Mann zählte sie zur Weltliteratur – die von Pfarrer Gotthelf verfasste Novelle aus dem Jahre 1842. Und viele Gymnasiasten kennen den Stoff als kreisch gelbes Reclam-Heftchen aus dem Deutschunterricht. Sprachgewaltig erzählt die Saga uns von den Kräften des Guten und den Mächten des Bösen, von Gottlosigkeit, Sünde, Schuld und Sühne, und was rings um das Schweizer Örtchen Sumiswald und lange vor unserer Zeit geschah. Mythisch mystisches Gruseln garantiert!
Die wüsten Gesellen des deutschen Ordens zwingen in alten Tagen die heimischen Bauern zu immer aberwitzigeren Frondiensten. Da kommt es den Verzweifelten gerade recht, dass ihnen der Teufel seine zaubermächtige Hilfe anbietet. Sein Honorarwunsch: ein ungetauftes Kind! Doch der Preis spaltete die Gemüter, und der Teufelspakt bringt rasch keinen Segen mehr. Denn der Fürst der Finsternis wird geprellt. Das fordert Rache! Dem Landvolk schickt Beelzebub den Fluch der schwarzen Spinne. Es beginnt ein tödliches Wüten, in seinem Grauen schlimmer als die fleischgewordene Pest. Das achtbeinige Untier erwächst schmerzlich aus der Wange der vom Dorf verachteten Hebamme Christine. Nur mit wahrem Gottesglauben und echtem Todesmut lässt sie sich bannen, und wird im Loch eines Fensterpfostens mit einem ehernen Zapfen verschlossen. Ein Gefängnis, das für alle Ewigkeit gedacht ist, ein Mahnmal für alle folgenden Generationen in Sumiswald.

Christian Klischat, festes Ensemblemitglied am Staatstheater Wiesbaden, verleiht dem sagenhaften Stoff nicht nur sprachlichen Ausdruck, sondern auch eine theatralisch-spielerische Gestalt, die den Vortrag weit über eine reine Lesung heraushebt: eine
eindringliche Reise in die Abgründe einer schicksalhaften Verstrickung in einer Dorfgemeinschaft, die sich finden muss im Angesicht größter menschlicher Not.