Literaturveranstaltungen in Wiesbaden, auch virtuell

Aufgrund der Corona-Pandemie und anstehender Renovierungsarbeiten sind im Literaturhaus Villa Clementine auf der Beletage alle Veranstaltungen bis auf Weiteres abgesagt. Sie finden hier im Kalender geplante Literaturveranstaltungen in Wiesbaden an Orten, die größere Möglichkeiten vorhalten, um das Abstandsgebot einzuhalten, und Veranstaltungen, die digital angeboten werden.

Februar

Projekt „Schöne neue Welt“ – abgesagt

Workshop mit Philosoph Jörg Bernardy

Wir schreiben das Jahr 2540. Die Menschheit ist zufrieden, führt ein sorgloses Leben und kann sich ganz den menschlichen Grundbedürfnissen nach Konsum, Sex und Drogen hingeben. Scheinbar. Neben George Orwells „1984“ ist „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley einer der wichtigsten dystopischen Romane des 20. Jahrhunderts. In kaum einem anderen Werk werden die Schrecken und Grenzen eines futuristischen totalitären Systems so stark gezeichnet wie in Huxleys Vision dieser „Schönen neuen Welt“.

Jörg Bernardy lebt als freier Autor in Hamburg. Er hat Philosophie und Literaturwissenschaften studiert und in Philosophie promoviert. Er arbeitet über die Verbindung von Theorie und Praxis sowie die vielfältigen Erfahrungsmöglichkeiten, die philosophischen Ideen zugrunde liegen.
Zur Theateradaption von Aldous Huxleys Roman bietet das Literaturhaus in Kooperation mit dem Hessischen Staatstheater einen generationenübergreifenden Workshop an, um über Utopien, Dystopien und zukünftige Weltbilder ins Gespräch zu kommen. Daneben gibt es spannende Einblicke hinter die Kulissen der Schauspielproduktion.

Anmeldung unter theaterpaedagogik@staatstheater-wiesbaden.de

Mario Krichbaum liest aus „Liebesbriefe(n) großer Männer“ – via Zoom

Reihe "Literarische Begegnung mit Gästen"

„Liebes Weibchen ich habe eine Menge Bitten an Dich; – 1 mo bitte ich Dich, dass Du nicht traurig bist; 2 do dass Du auf Deine Gesundheit achtest und der Frühlingsluft nicht trauest … O stru! stri! ich küsse und drück Dich 1095060437082 mal (hier kannst Du Dich im Aussprechen üben) und bin ewig Dein treuester Gatte und Freund W.A. Mozart.“, schreibt mit musikalischem Esprit der Komponist 1789 an seine Frau Konstanze. „Meine liebe Nonotte! Man hämmert neben mir, meinem Kopfe geht’s noch nicht besser, ich bin trübselig wie eine Nachtmütze, ich bin dreihundert Stunden von Dir entfernt, mit einem Worte, ich bin nicht glücklich. Ich erwarte mit Ungeduld Briefe von Dir … “ fordert Heinrich Heine 1844 von seiner Frau Mathilde in Paris aus Hamburg. „Mein liebes Mädchen, … Du kannst Dir nicht vorstellen, wie sehr ich mich sehne, bei Dir zu sein, wie gerne ich für eine Stunde mit Dir sterben würde – denn was bietet schon die Welt?“, flötet John Keats seiner Freundin Fanny brieflich ins Ohr.

„Liebesbriefe großer Männer“ heißt der Band, der vor wenigen Monaten im Marix-Verlag des Wiesbadener Verlagshauses Römerweg herausgekommen ist und Geständnisse, Sehnsüchte und Wünsche an die jeweils geliebten Frauen von u.a. Voltaire über Napoleon, Goethe und die Brentanos bis Oscar Wilde und Kurt Tucholsky umfasst. Diese Briefe zeugen von der sprachlichen Ausdruckskraft der Autoren in ihrer jeweiligen stilistischen Epoche und sind daher nicht nur sehr persönliche, sondern auch charakteristische historische Dokumente.

Mario Krichbaum* wird eine Auswahl dieser „Liebesbriefe großer Männer“ in der Zoom-Veranstaltung als „Literarische Begegnung mit Gästen“ lesen.

„Liebesbriefe großer Männer – ewig Dein, ewig mein, ewig uns“, h.g.v. Sabine Anders und Katharina Maier. 2020. Marix-Verlag im Verlagshaus Römerweg Wiesbaden. Die Lesung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

Anforderung des Zoom-Links zur Veranstaltung ab 22. Februar 2021 bis spätestens 15.00 Uhr am Veranstaltungstag unter foerderverein.wiliteraturhaus@online.de

*Mario Krichbaum, Schauspieler und Regisseur, geboren 1970 in Darmstadt, lebt heute in Wiesbaden. Er hat Germanistik und Politik studiert und nahm in München Schauspielunterricht. Er spielt Theater und inszeniert und hat auch in zahlreichen Filmen mitgewirkt. Im Programm des Fördervereins Literaturhaus Wiesbaden ist er bereits mehrmals vertreten. Nach dem Lockdown winken auch in Wiesbaden wieder Auftrittsmöglichkeiten für ihn, u.a. in den Kammerspielen.   

 

Die Reihe „Literarische Begegnung mit Gästen“ wird vollständig mit privaten Spenden finanziert.

März

Literaturdigialog Hessen: Armin Wühle „Getriebene“ – via Zoom

Auftakt mit Ministerin Angela Dorn. Moderation: Ingeborg Toth. Lesung: Hanns J. Krumpholz

Zum Auftakt der Reihe „Literaturdigialog Hessen“ wird Ministerin Angela Dorn ein Grußwort sprechen.

Das Wiesbadener Verlagshaus Römerweg publiziert mit „Getriebene“ den ersten Roman Armin Wühles. Er erzählt von einer jungen Aktivistin, die vor Strafverfolgung ins Ausland flieht. Von sechs Jugendlichen, die inmitten eines Bürgerkriegs ein Theaterstück auf die Bühne bringen. Und vom Journalisten Vincent, der für eine Reportage über den florierenden Kriegstourismus nach Thikro reist. In der zerstörten Stadt flanieren Reisende zwischen Ruinen und gönnen sich einen Blick über die Demarkationslinie…

Armin Wühle wurde 1991 Ebersberg bei München geboren, heute lebt er in Hannover. Er studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus sowie Geschichte und Soziologie.

Hanns Jörg Krumpholz, Schauspieler und Sprecher, vormals Staatstheater Wiesbaden, arbeitet heute freischaffend. – Ingeborg Toth ist Journalistin und schreibt u.a. für den Wiesbadener Kurier.

Anforderung des Zoom-Links ab 22. Februar 2021 bis spätestens 15.00 Uhr am Veranstaltungstag unter

foerderverein.wiliteraturhaus@online.de

 

Gefördert aus Mitteln des HMWK „Hessen kulturell neu eröffnen“

 

Ulrike Almut Sandig „Monster wie wir“ – abgesagt

Autorenlesung. Moderation: Miriam Zeh (Deutschlandfunk)

Der Bogen gleitet über die Saiten. Schwer fällt es Ruth nicht mehr, dem Instrument Töne zu entlocken. Schwerer allerdings ist es, dem Alltag zu entfliehen, diesem ostdeutschen Dorf, der Familie und den eigenen Ängsten. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Viktor versucht sie vor der Spirale aus Gewalt und Perspektivlosigkeit davonzulaufen, doch allmählich ziehen sich die Kreise immer enger.

ULRIKE ALMUT SANDIG, geboren 1979, ist Schriftstellerin und Lyrikerin. Nach dem Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig veröffentlichte sie ihren ersten Gedichtband „Zunder“ im Jahr 2005. Darauf folgten zahlreiche Lyrikbände, Hörspiele und Erzählsammlungen. Für ihr Werk wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem erhält sie 2021 den Erich-Loest-Preis für ihr bisheriges lyrisches Werk sowie für ihren Debütroman „Monster wie wir“.

Vorverkauf über https://www.wiesbaden.de/microsite/literaturhaus/service/content/kartenservice.php

und über Tourist Information Wiesbaden

Ulrich Cyran liest aus Thomas Manns „Zauberberg“ – via Zoom

Reihe "Literarische Begegnung mit Gästen"

Der Zauberberg gilt als literarisches Meisterwerk. Er wird häufig in einem Atemzug mit Joyce’ Ulysses und Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit genannt.

Der junge Hans Castorp, ein prinzipientreuer Mann, mit einem leichten Hang zur Selbstüberschätzung kommt zu Besuch in ein Schweizer Sanatorium. Aus den drei geplanten Wochen werden sieben Jahre und am Ende ist er nicht mehr der, der er einmal war. Der Schauspieler Ulrich Cyran schafft in einer 50-minütigen Lesung einen spannenden Bogen: Über die Ankunft im Sanatorium und einen kurzen Exkurs über den Zeitsinn, wo große Zeiträume zusammenschrumpfen und das Herz zu Tode erschrecken, springt er direkt hinein in das Herz dieses großen Romans. In das Kapitel Schnee, wo der Held der Geschichte in einen traumartigen Zustand verfällt, in dem ihm plötzlich in aller Deutlichkeit die Verhältnisse klar werden. Doch schon bald verblassen die gewonnenen Einsichten und das Leben im Sanatorium geht weiter. In dem vorletzten Kapitel des Romans Die große Gereiztheit, die Castorp als bösen Geist bezeichnet, zanken sich die Gäste wegen Kleinigkeiten und es kommt zum Duell. Einer weigert sich auf einen anderen zu zielen, schießt in die Luft, und der andere jagt sich eine Kugel in den Kopf. Die zentralen Themen, wie Tod, Schlaf und Dekadenz; der Gegensatz zwischen Bürger und Künstler, Leben und Geist, die Thomas Mann in seinem Roman beschreibt, kommen in dieser Auswahl voll auf ihre Kosten. Und falls einer nicht auf seine Kosten kommen sollte, der fast 1000 Seiten lange Roman ist in jeder Buchhandlung zu haben. Viel Vergnügen.

 

Thomas Mann, Der Zauberberg, Copyright S. Fischer Verlag GmbH Frankfurt a.M. – Mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

 

Anforderung des Zoom-Links zur Veranstaltung ab 1. März 2021 bis spätestens 15.00 Uhr am Veranstaltungstag unter foerderverein.wiliteraturhaus@online.de

 

*Ulrich Cyran, 1956 in Erwitte geboren, absolvierte seine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg. Als Theater-Schauspieler war er u.a. am Staatstheater Wiesbaden und Darmstadt, an der Internationalen Kulturfabrik Kampnagel, den Sophiensälen in Berlin und am Mousonturm in Frankfurt zu sehen. Seit vielen Jahren steht er vor der Kamera, u.a. in der Fernseh-Krimireihe „Tatort“, in der Filmkomödie „Vorwärts Immer“ von Franziska Meletzky und in „Südstadt“ von Matti Geschonneck.
In den letzten zwei Jahren spielte er am Staatstheater Darmstadt, Pfalztheater Kaiserslautern und aktuell am Staatstheater Mainz und an der HfMdK Frankfurt spielte er die Titelrolle aus Büchners Lenz. Aktuell steht er für die ZDFneo Serie „Void“ vor der Kamera.

 

 Die Reihe „Literarische Begegnung mit Gästen“ wird vollständig mit privaten Spenden organisiert.

Elsa Koester „Couscous mit Zimt“ – via Zoom

Literaturdigialog Hessen. Moderation: Rita Thies. Lesung: Eva-Maria Damasko

Die Frankfurter Verlagsanstalt veröffentlicht mit „Couscous mit Zimt“ das Romandebüt von Elsa Koester. In diesem porträtiert sie drei charakterstarke Frauen: Lucile, ihre Tochter Marie und ihre Enkelin Lisa. Die starke, aber auch selbstbezogene Französin Lucile muss nach der Unabhängigkeit Tunesiens mit ihren Töchtern überstürzt nach Frankreich fliehen. Ein Heimatverlust, den ihre Tochter nie verwindet. „Fische haben empfindliche Füße“, pflegt sie zu sagen, die immer wieder ins Straucheln gerät bei dem Versuch, im neuen Land Fuß zu fassen…

Elsa Koester wurde 1984 als Tochter einer französischen Pied-noir mit tunesischer Kolonialgeschichte und eines Deutschen in Berlin geboren, wo sie heute lebt. Sie studierte Literatur- und Politikwissenschaft, arbeitet heute als Journalistin bei „Der Freitag“.

Eva-Maria Damasko, Schauspielerin und Sprecherin, ehemals Staatstheater Wiesbaden, arbeitet heute freischaffend. – Rita Thies, Kulturdezernentin a.D., ist Vorsitzende des Fördervereins Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V.

Anforderung des Zoom-Links ab 1. März 2021 bis spätestens 15.00 Uhr am Veranstaltungstag unter

foerderverein.wiliteraturhaus@online.de

Gefördert aus Mitteln des HMWK „Hessen kulturell neu eröffnen“

 

 

Überraschungs-Lesung mit Armin Nufer

Für Menschen zwischen 8 und 108 Jahren

Texte, die garantiert NICHTS mit Corona zu tun haben.

Vorsicht! Das ist eine klassische Lesung, analog und live. Dauer ca. 75 Minuten.

Armin Nufer, Schauspieler, Sprecher und Regisseur, trägt die Texte vor. www.armin-nufer.de

Gefördert vom Förderverein Buch e.V. in Hamburg.

Sollte es zu diesem Zeitpunkt einen Lockdown geben, wird die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Carolin Freund liest aus „Alles was sie sehen ist neu“ von Annette Pehnt – via Zoom

Reihe "Literarische Begegnung mit Gästen"

Annette Pehnt erhielt für ihren Roman „Alles was Sie sehen ist neu“ im vergangenen Sommer den Rheingau-Literatur-Preis. Das war für die Autorin damals ein Lichtschein in einer Zeit, da ihr neues Buch, wie sie sagt, „genau ins Corona-Loch fiel und alle Lesereisen und Veranstaltungen rund ums Buch abgesagt“ wurden. Dies ist ja auch jetzt wieder der Fall, so dass wenigstens in dieser Lesung mit Carolin Freund* auf den Roman aufmerksam gemacht werden kann.

Annette Pehnt, Wiesbadener Poetikdozentin 2008, schreibt in „Alles was Sie sehen ist neu“ über eine deutsche Reisegruppe in einem Land namens Kirthan, unschwer als China zu erkennen, gleichwohl aber mit fiktiven Elementen. Hauptfigur ist der einheimische Reiseführer Nime – ein begnadeter Geschichtenerzähler, wie wir von anderen erfahren. Er führt die Reisegruppe durch sein Land („alles, was Sie sehen, ist neu“) und ist plötzlich verschwunden … Innerhalb dieser Rahmenhandlung erzählen unterschiedliche Stimmen aus verschiedenen Zeiten über Nimes Leben – wer ist dieser Mann?

Annette Pehnt: „Alles was Sie sehen ist neu“. © 2020 Piper Verlag GmbH, München. Wir danken für die freundliche Genehmigung des Verlags.

*Carolin Freund ist gebürtige Wiesbadenerin und war nach ihrer Ausbildung an der Schauspielschule Mainz zwischen 2010 und 2014 festes Mitglied im Schauspiel-Ensemble am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Als Sprecherin trat sie auch an anderen Orten der Stadt, wie Staatskanzlei oder Lutherkirche, auf. Seit 2015 arbeitet sie frei an verschiedenen Theatern (darunter auch Wiesbaden), sowie für Film-Tonproduktionen. Carolin Freund lebt heute in Frankfurt.

Anforderung des Zoom-Links zur Veranstaltung ab 08. März 2021 bis spätestens um 15.00 Uhr am Veranstaltungstag unter foerderverein.wiliteraturhaus@online.de

Die Reihe „Literarische Begegnung mit Gästen“ wird vollständig mit privaten Spenden finanziert.

Marlene Streeruwitz – abgesagt

Preis der Literaturhäuser 2020

Das Netzwerk der Literaturhäuser, zu dem auch das Wiesbadener Literaturhaus gehört, hat der österreichischen Autorin Marlene Streeruwitz 2020 den mit 20.000 Euro dotierten Preis der Literaturhäuser zugesprochen: Sie sei eine „außerordentlich wichtige und politisch profilierte Stimme in der deutschsprachigen Literatur“, hieß es in der Begründung und in der Tat ist ihr gesamtes literarisches Werk geprägt von scharfzüngigen Beobachtungen und schonungslosen Notizen zur Gegenwart. Herausragende Beispiele dafür sind etwa ihre Romane „Die Schmerzmacherin“, „Die Nachkommen“, oder „Flammenwand.“. Auch mit ihrem neuesten Werk „So ist die Welt geworden“ hält sie dem Zeitgeschehen den literarischen Spiegel vor. Zu keinem Zeitpunkt geschönt oder in Watte verpackt analysiert sie die Auswirkungen der Corona-Krise auf Gesellschaft, Kunst und Politik und liefert damit das Buch unserer Zeit. Der Abend gibt Einblick in das vielschichtige Werk von Marlene Streeruwitz.

Marlene Streeruwitz wurde 1950 in Baden bei Wien geboren und lebt als Schriftstellerin und Regisseurin in Wien, London und New York. Ihre Werke behandeln stets politische, feministische sowie sozialkritische Themen. Dafür wurde die Österreicherin mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem 1996 mit dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur oder 2001 mit dem Literaturpreis der Stadt Wien. In den Jahren 2011, 2014 und 2019 war sie jeweils für den Deutschen Buchpreis nominiert, zuletzt mit ihrem Roman „Flammenwand.“

Vorverkauf über https://www.wiesbaden.de/microsite/literaturhaus/service/content/kartenservice.php

und über Tourist Information Wiesbaden

George Orwells „1984“ im Jahr 2021 – via Zoom

Literaturdigialog Hessen. Lesung und Diskussion. Mit Stefan Schröder (Moderation), Prof. Dr. Tilman Allert u. Andreas Mach (Lesung)

Der S.Fischer Verlag präsentiert George Orwells dystopischen Klassiker „1984“ in meisterhafter Neuübersetzung von Frank Heibert.

1948 beendete George Orwell (1903-1950) nach dreijähriger Arbeit seinen Roman, der ihn weltberühmt machen sollte: „1984“ schildert eine Welt, in der ein totalitärer Überwachungsstaat das Leben der Menschen bis ins Letzte bestimmt.

Inwieweit ist das, was Orwell, neben der sowjetischen Realität, noch als bedrohliche Perspektive sah, heute längst Wirklichkeit geworden, wenngleich es nicht (nur) Regierungen, sondern auch vor allem Konzerne sind, die uns aushorchen und beeinflussen?

Andreas Mach liest Auszüge aus dem Roman. Im Anschluss diskutiert er gemeinsam mit Moderator Stefan Schröder und Prof. Dr. Tilman Allert.

 

Prof. Dr. Tilman Allert ist Soziologe, Autor und Seniorprofessor für Soziologie und Sozialpsychologie an der J.W. Goethe-Universität in Frankfurt. – Andreas Mach (Jg.1957) in den 90er Jahren Ensemblemitglied am Staatstheater Wiesbaden, lehrt an der Hochschule für darstellende Kunst in Frankfurt und arbeitet als freischaffender Schauspieler und Regisseur. – Der Journalist Stefan Schröder ist VRM-Chefredakteur (Wiesbadener Kurier und Wiesbadener Tagblatt) und Vorsitzender des Presseclub Wiesbaden.

Anforderung des Zoom-Links ab 10. März 2021 bis spätestens 15.00 Uhr am Veranstaltungstag unter

foerderverein.wiliteraturhaus@online.de

Gefördert aus Mitteln des HMWK „Hessen kulturell neu eröffnen“

 

 

Margit Schreiner „Vater. Mutter. Kind. Kriegserklärungen“ – via Zoom

Literaturdigialog Hessen. Moderation: Anita Djafari. Lesung: Franziska Geyer

Der Frankfurter Verlag Schöffling & Co veröffentlicht mit „Vater. Mutter. Kind. Kriegserklärungen“ einen weiteren Roman der österreichischen Autorin Margit Schreiner.

In ihrem neuen Buch geht es nicht nur um die Entwicklung einer Siebenjährigen, sondern auch um den Blick der Erwachsenen auf das Kind, das sie einmal war. Es ist ein großes Lebensprojekt, ein Buch über Kindheit, das Erwachsenwerden, das Erinnern.

Margit Schreiner, 1953 in Linz geboren, lebt heute in Gmünd, Niederösterreich. Sie erhielt für ihre Bücher zahlreiche Stipendien und Preise, u. a. den Oberösterreichischen Landeskulturpreis und den Österreichischen Würdigungspreis für Literatur.

Franziska Geyer, ehemals Staatstheater Wiesbaden, arbeitet heute als freischaffende Schauspielerin und Sprecherin. – Anita Djafari, vormals Geschäftsführerin Litprom e.V., ist Literaturvermittlerin.

Anforderung des Zoom-Links ab ab 12. März 2021 bis spätestens 15.00 Uhr am Veranstaltungstag unter

foerderverein.wiliteraturhaus@online.de

Gefördert aus Mitteln des HMWK „Hessen kulturell neu eröffnen“

 

Mathias Scherer „Erstlingswerk“ – via Zoom

Literaturdigialog Hessen. Moderation: Dr. Viola Bolduan. Lesung: Pascal Fey

Der kleine Frankfurter Verlag „edition federleicht“ hat das Romandebüt des Wiesbadener Autors Mathias Scherer herausgebracht: Eine Mordserie erschüttert Wiesbaden und versetzt Kriminalhauptkommissar Wenzel in Ratlosigkeit. Die Opfer scheinen willkürlich gewählt, die Tatorte ohne jeden Zusammenhang. Einzige Verbindung: John und Liz Rutherford, ein alterndes britisches Ehepaar, das sich bei seiner Tour durch Hessens Landeshauptstadt stets zur falschen Zeit am falschen Ort aufzuhalten scheint …

 

Mathias Scherer, geboren 1966, wuchs in Wiesbaden auf, wo er heute noch lebt und als selbständiger Rechtsanwalt arbeitet. Zusätzlich widmet er sich dem Schreiben.

Pascal Fey, 1991 in Wiesbaden geboren, arbeitet als freischaffender Schauspieler an verschiedenen Theatern im Rhein-Main-Gebiet. – Dr. Viola Bolduan, ehemalige Feuilletonchefin Wiesbadener Kurier, ist Beiratsvorsitzende des Fördervereins.

Anforderung des Zoom-Links ab 18. März 2021 bis spätestens 15.00 Uhr am Veranstaltungstag unter

foerderverein.wiliteraturhaus@online.de

Gefördert aus Mitteln des HMWK „Hessen kulturell neu eröffnen“

 

Kristof Magnusson: Ein Mann der Kunst

Autorenlesung. Moderation: Martin Maria Schwarz

KD Pratz ist Künstler, er gilt als sperrig und zu keiner Gefälligkeit bereit. Ein schwieriger Eigenbrötler im Kunstbetrieb, der ganz zurückgezogen am Rhein auf seiner Burg lebt. Bis der Förderverein des Museums Wendevogel ihm ein Denkmal errichten und den Neubau ausschließlich mit seinen Werken bestücken will. Geschmeichelt lädt er den Förderverein zu sich auf die Burg – ein Treffen, das an Skurrilität und Komik nicht zu überbieten ist. Kristof Magnusson erzählt eine scharfsinnige Satire auf den Kunstbetrieb mit all seinen Sockeln, Egos und bürgerlichen Begehrlichkeiten.

Kristof Magnusson, geboren 1976 in Hamburg, ist ein isländisch-deutscher Schriftsteller und Übersetzer. Nach einer Ausbildung zum Kirchenmusiker studierte er am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, außerdem studierte er Szenisches Schreiben an der Hochschule der Künste Berlin. Für sein Werk wurde er mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, 2010 war sein Roman „Das war ich nicht“ für den Deutschen Buchpreis nominiert. Im Wintersemester 2015/2016 hatte Kristof Magnusson die Wiesbadener „Poetikdozentur: junge Autoren“ inne. „Ein Mann der Kunst“ ist sein vierter Roman.

Vorverkauf über https://www.wiesbaden.de/microsite/literaturhaus/service/content/kartenservice.php

und über Tourist Information Wiesbaden

„Überrichens“ – Mundartlesung via Zoom

Leo Gros, Ulrike Neradt, Markus Molitor und Helga Simon lesen Mundartkolumnen

Übberichens: Kann das sein – unsere Mundart findet im (virtuellen) Literaturhaus Gehör? Zu Recht! Mundart bewahrt Wörter, die in der Hochsprache verloren gingen – fragen Sie uns mal, was „die Ank“ ist, warum der Winkeler „Hurenpfad“ falsche Assoziationen wecken könnte und warum die „Hallgarter Zang“ zu Unrecht der Gemeinde eine Zange ins Wappen praktiziert hat. Mundart deutscht Fremdwörter ein – deshalb fährt für uns der Herzog „in ere Schees“. Sie macht nicht jede Volte der Sprachentwicklung mit – wir sagen ja immer noch „planze“ statt pflanzen. Sie vereinfacht die Grammatik der Hochsprache – oder verzwickt sie – meint auch „Ihne Ihrn Markus Molitor“.

Viele unserer Leserinnen und Leser in der samstäglichen Rheingau-Ausgabe des Wiesbadener Kurier sagen uns, dass sie die Mundart gehört verstehen, geschrieben jedoch mühsam laut lesen müssen, damit unsere „Messidsch rübberkimmt“. Zwei Frauen und zwei Männer lassen sich seit 2015 im Wechsel „ebbes eifalle“: Geschichte, Geschichten, Sprachkundliches, Informatives, Vergessenes und Erinnertes – und immer wieder auch pointierte Meinungen zum Zeitgeschehen. Heute lesen die vier Menschen aus dem Rheingau bisher nicht in ihrem Buch „Übberichens“ veröffentlichte Texte und beantworten gern Fragen aus dem Publikum – wenn es sein muss auch in ihrer ersten Fremdsprache Hochdeutsch.

Den Link zur Zoom-Lesung können Sie ab Montag, den 22. März 2021 bis spätestens um 15.00 Uhr am Veranstaltungstag anfordern unter foerderverein.wiliteraturhaus@online.de

Leo Gros/Ulrike Neradt/Markus Molitor/Helga Simon: Überrichens. Eigenverlag. 10,- Euro – zu beziehen über die Wiesbadener Buchhandlungen, z.B. über buchhandlung-vaternahm@t-online.de

April

Sprech Werk Monta

Poesie getaktet und getuned von und mit Daniela Daub

Unter neuem Namen wird das Konzept eines bunten Abends mit diversen Literatur-Performances in Monta auf Kiel gelegt. Gastgeberin Daniela Daub wird wieder zwei Mitstreitende in die Kulturkapelle einladen. Wie die vergangenen beiden Male entsteht in der Verwebung unterschiedlicher Sprachwelten eine einmalige Performance. Satire stößt auf Reimerei, empathischer Vers auf Kurzgeschichte, Sprechwerke auf improvisierte Klänge.

Literaturforum via Zoom

Benjamin Myers: "Offene See"

Offenes Diskussionsforum zur Literatur / Moderation: Rita Thies

Eintritt frei (Spenden an den Förderverein jederzeit gern, siehe „Verein“ auf dieser Webseite, ganz unten)

Anmeldung für alle, die nicht im Verteiler des Literaturforums sind, unter literaturforum.wiesbaden@online.de

Information zum Roman hier auf unserer Webseite („Literaturforum“) https://www.literatur-in-wiesbaden.de/literaturforum/literaturforum-am-6-april-2021-via-zoom/

Moritz Pliquet liest aus Italo Calvinos „Der Baron auf den Bäumen“ – via Zoom

Reihe "Literarische Begegnung mit Gästen"

Veranstaltung in Vorbereitung. Näheres in Kürze.

Auftakt der Reihe „Bilder von anderen“ mit Widad Nabi und Annett Gröschner

Moderation: Dr. Viola Bolduan

Widad Nabi und Annett Gröschner arbeiten seit drei Jahren als Tandem bei „Weiter schreiben“, einem Portal für Autor*innen aus Krisengebieten. Sie beziehen Werke aufeinander, inspirieren einander, lesen gemeinsam Texte. Ihre Themen sind Lyrik, vor allem von Frauen, Beispiele sind Ingeborg Bachmann oder Inge Müller, Bibliotheken, ihr Weg zum Schreiben und die Stadt Berlin als Arche. Dabei kommen sie aus unterschiedlichen Richtungen, wissen aber beide, wie es ist, wenn eine Revolution ausbricht… Sie werden in Wiesbaden eine Auswahl ihrer sich aufeinander beziehenden Text lesen.

Widad Nabi war 2018 erste Weiterschreiben-Stipendiatin Wiesbaden des Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. Die in Kobanê geborene kurdisch-syrische Autorin lebt heute in Berlin und ist mit ihren Arbeiten in verschiedenen Anthologien vertreten. Annett Gröschner, 1964 in Magdeburg geboren, lebt ebenfalls in Berlin. Die studierte Germanistin arbeitet seit 1997 als freiberufliche Schriftstellerin, Journalistin und Dozentin. Sie schreibt Romane, Erzählungen, Essays, Theaterstücke, Radiofeature und Reportagen.

Dr. Viola Bolduan, ehemalige Feuilletonchefin des Wiesbadener Kurier, schreibt für diverse Medien und ist Beiratsvorsitzende des Förderverein Wiesbadener Literaturhaus.

 

Achtung: Sollte die Veranstaltung coronabedingt vor Ort nicht stattfinden können, so fordern Sie bitte den Link für eine Zoom-Veranstaltung unter foerderverein.wiliteraturhaus@online.de an.

VERANSTALTER: Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. in Kooperation mit dem Literaturhaus und der Stadtbibliothek Wiesbaden

Gefördert aus Mitteln der Bundesregierung „Neustart Kultur“/Deutscher Literaturfonds

 

 

Ronya Othmann: „Die Sommer“ – in der Reihe „Bilder von anderen“

Moderation: Rita Thies

Das Dorf liegt in Nordsyrien, nahe zur Türkei. Jeden Sommer verbringt Leyla dort. Sie kennt seine Geschichten. Sie weiß, wo die Koffer versteckt sind, wenn die Bewohner wieder fliehen müssen. Leyla ist Tochter einer Deutschen und eines jesidischen Kurden. Sie sitzt in ihrem Gymnasium bei München, und in allen Sommerferien auf dem Erdboden im jesidischen Dorf ihrer Großeltern. Im Internet sieht sie das von Assad vernichtete Aleppo, die Ermordung der Jesiden durch den IS, und gleich daneben die Fotos ihrer unbekümmerten deutschen Freunde. Leyla wird eine Entscheidung treffen müssen. Ronya Othmanns Debütroman ist voller Zärtlichkeit und Wut über eine zerrissene Welt.

Ronya Othmann wurde 1993 in München geboren und studiert am Literaturinstitut Leipzig. Sie erhielt unter anderem den MDR-Literaturpreis, den Caroline-Schlegel-Förderpreis für Essayistik, den Lyrik-Preis des Open Mike und den Publikumspreis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs, war 2018 in der Jury des Internationalen Filmfestivals in Duhok in der Autonomen Region Kurdistan, Irak, und schreibt für die taz gemeinsam mit Cemile Sahin die Kolumne „OrientExpress“ über Nahost-Politik. Ein paar Tage nach dieser Veranstaltung in Wiesbaden wird sie für „Die Sommer“ im Literaturhaus in Hamburg mit dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet, dem höchstdotierten Literaturpreis für ein Romandebüt.

Rita Thies, Kulturdezernentin a.D., ist Vorsitzende des Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V.

Sollte die Veranstaltung coronabedingt vor Ort nicht stattfinden können, so fordern Sie bitte den Link für eine Zoom-Veranstaltung unter foerderverein.wiliteraturhaus@online.de an.

VERANSTALTER: Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. in Kooperation mit dem Literaturhaus und der Stadtbibliothek Wiesbaden

Gefördert aus Mitteln der Bundesregierung „Neustart Kultur“/Deutscher Literaturfonds

Rasha Habbal – Werkstattlesung im Rathaus

Rasha Habbal ist Stipendiatin des Weiterschreiben-Stipendium Wiesbaden

Rasha Habbal, syrische, im deutschen Exil lebende Autorin, hat das zweite vom Förderverein Wiesbadener Literaturhaus ausgeschriebene „Weiterschreiben-Stipendium Wiesbaden“ erhalten. Von Anfang Mai bis Ende Juli 2020 sollte sie eigentlich im Wiesbadener Literaturhaus arbeiten. Pandemiebedingt hat sie das Stipendium zu Hause wahrnehmen müssen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit wird sie in Anwesenheit des Schirmherrn des Stipendiums, Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, und der Juryvorsitzenden Anita Djafari im Stadtverordnetensitzungssaal des Rathauses vorstellen.

Rasha Habbal wurde 1982 in der syrischen Stadt Hama geboren und wohnte dort bis zu ihrer Flucht 2015. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Trier. Die Autorin veröffentlichte in Syrien einen Prosaband, ihre Texte und Gedichte wurden in diversen Zeitungen abgedruckt. In Deutschland erschienen ihre Prosatexte und Lyrik in diversen Veröffentlichungen, u.a. in der Anthologie „Mit anderen Worten“. Zudem erhielt sie als erste Autorin das Stipendium „Torschreiber am Pariser Platz für Autorinnen und Autoren im Exil in Kooperation mit dem Literarischen Colloquium Berlin“.

Voranmeldung ist notwendig. Bis spätestens 20. April 2021 unter foerderverein.wiliteraturhaus@online.de

Sollte die Veranstaltung coronabedingt vor Ort nicht (!) stattfinden können, so fordern Sie bitte den Link für eine Zoom-Veranstaltung unter foerderverein.wiliteraturhaus@online.de an.

VERANSTALTER:

Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V.

Iris Wolff: „Die Unschärfe der Welt“ – in der Reihe „Bilder von anderen“

Moderation: Armin Conrad

Eine Geschichte des 20. Jahrhunderts, erzählt an Hand einer weitverzweigten Familie, die durch die Zeitenwenden und Brüche hindurch einander verbunden bleibt. – Es ist das Rumänien zwischen dem Ende von König Michael und dem Tod Ceaucescus.

„Die Unschärfe der Welt“ ist Wolffs vierter Roman.  Die Kritik ist begeistert von ihrem „traumsicheren Sprachgefühl“, Dennis Scheck(ARD) ‚schwebte‘ förmlich durch die sieben Kapitel.

Iris Wolff ist in Hermannstadt in Siebenbürgen (Rumänien) geboren und ist mit acht Jahren 1985 nach Deutschland gekommen. Sie studierte u.a. Deutsche Sprache und Literatur. Heute lebt sie in Freiburg im Breisgau. „Die Unschärfe der Welt“ war 2020 für den Deutschen Buchpreis, den Bayrischen Buchpreis und den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis der Stadt Braunschweig nominiert.

Armin Conrad ist Journalist und ehemaliger Redaktionsleiter von 3sat-Kulturzeit.

Sollte die Veranstaltung coronabedingt vor Ort nicht stattfinden können, so fordern Sie bitte den Link für eine Zoom-Veranstaltung unter foerderverein.wiliteraturhaus@online.de an.

VERANSTALTER: Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. in Kooperation mit dem Literaturhaus und der Stadtbibliothek Wiesbaden

Gefördert aus Mitteln der Bundesregierung „Neustart Kultur“/Deutscher Literaturfonds