Aktuelles Programm

Hier finden Sie immer Wiesbadens aktuelles Literatur-Programm – übersichtlich in unserem elektronischen Kalender und als PDF zum Ausdrucken.

Die Veranstaltungen des Fördervereins sind im Kalender gelb hinterlegt.

 

 

August

Bücher-Picknick im Warmen Damm

Im Sommer wollen auch Bücher an die frische Luft. Deshalb werden sie mitgenommen zu einem Bücher-Picknick in den Warmen Damm.

Zum ersten Bücher-Picknick im Warmen Damm packen wir in den Korb Texte, die vom Essen und Trinken handeln. Im Korb befinden sich auch die Nahrungs- und Genussmittel, von denen die Texte handeln. Alles natürlich in kleinen, bekömmlichen Portionen. Die textliche Portion wird verlesen von dem, der sie mitgebracht und die entsprechenden Naturalien auf der Picknickdecke zum Verzehr ausgebreitet hat. Beispiel: Schweizer Käse zu Tucholskys Abhandlung „Zur soziologischen Philosophie der Löcher“. Fantasie ist dabei gefragt, und es sind ihr keine Grenzen gesetzt, schließlich wissen wir, wie gern beispielsweise Thomas Mann literarisch getafelt und Günter Grass auch praktisch gekocht hat. Wir veranstalten aber keinen Wettstreit unter kulinarischen Delikatessen, sondern einen Spaß mit kleinen Mitbringsel aus Literatur und Küche – hoffentlich unter der Mittagssonne.

Interessenten treffen sich am Freitag, 30. August, 14 Uhr, am Eingang Literaturhaus

Anmeldung unter: foerderverein.wiliteratur@online.de

September

Sibylle Lewitscharoff: „Wunder über Wunder“

Die Autorin liest über Clemens von Brentano und Anna Katharina Emmerick

Sibylle Lewitscharoff hat in ihr neues Buch „Geisterstunde. Essays zu Literatur und Kunst“ auch die Beschäftigung Clemens von Brentanos mit der Mystikerin Anna Katharina Emmerick aufgenommen. Brentano verfasste Schriften zu ihr und hinterließ auch eine unvollendete Biografie der Augustiner-Chorfrau. Sibylle Lewitscharoff liest aus ihrem Essay in der Reihe „Sonntags-Matinee im Brentano-Haus“ mit anschließendem Gespräch im Brentano-Haus.

Veranstalter: Brentano Haus, Am Lindenplatz 2, 65375 Oestrich-Winkel i. Rheingau

Literaturforum

T.C. Boyle: Wassermusik (USA 1982, deutsche Neuausgabe 2016) / Lucy Fricke: Töchter (Deutschland 2018) / Leitung: Rita Thies

In „Wassermusik“ erzählt T.C. Boyle die abenteuerliche Geschichte des in Schottland geborenen Afrikaforschers Mungo Park, der sich Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts aufmachte, den Niger zu erkunden. Inspiriert vom Leben dieses „Entdeckers“ fabuliert Boyle drauflos und schickt den Leser auf zwei atemlose, wilde Reisen ins Innere Afrikas, auf denen Park, besessen von seinem Forscherdrang, Menschenfressern, Sklavenhändlern, Stammeshäuptlingen sowie dem Tod in skurrilen Situationen begegnet – und das ohne Unterlass. Ein weiterer Erzählstrang ist die Geschichte des Ned Rise. Ein kleinkrimineller Hochstapler, der versucht, sich in London mit windigen Geschäften durchzuschlagen und nach kurzen Erfolgen immer wieder am Boden liegt. So kommt auch er schließlich nach Afrika, die Geschichten der beiden so unterschiedlichen Abenteurer kreuzen sich …

In Lucy Frickes „Töchter“ veranlasst Kurt, todkranker und unzuverlässiger Vater von Martha, seine Tochter und deren beste Freundin Betty zu einer Reise, die sich zu einem abenteuerlichen Roadtrip entwickelt. Mit seinem Krebs im Endstadium wolle er zum Sterben in die Schweiz. So bleibt den Frauen, beide um die Vierzig und mit eigenen Lebenskrisen beschäftigt, nichts anderes, als sich ins Auto zu setzen und Kurt zu chauffieren. Doch dann ändert sich das Ziel der Route … Erzählt wird der Roman aus der Perspektive Bettys, einer Schriftstellerin, die Antidepressiva und Alkohol in hohen Mengen zu vernichten weiß, aber zugleich allem Unbill mit pointensicherer Schnodderigkeit trotzt. „Eigentlich haben wir inzwischen eine richtig gute Zeit zusammen, meine Krise und ich.“ Ihre (be)merkenswerten Sätze sind es, die neben der irren und überspitzten Geschichte, deren Fortgang hier nicht verraten werden soll, den Roman zu einem herrlichen Lesevergnügen machen.

Veranstalter: Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V.

Ort: Literaturhauscafé, Frankfurter Str. 1, Wiesbaden

Jaroslav Rudiš: „Winterbergs letzte Reise“

Autorenlesung / Moderation: Eric Marr (ZDF)

Jaroslav Rudiš schickt in „Winterbergs letzte Reise“ ein ungleiches Paar auf eine Zugreise: Der Tscheche Jan Kraus arbeitet als Altenpfleger in Berlin und begleitet Schwerkranke in den letzten Tagen ihres Lebens. Der Sudetendeutsche Wenzel Winterberg ist einer seiner Schützlinge. Es sind Kraus’ Erzählungen aus seiner Heimat Vimperk, die Winterberg aufwecken und ins Leben zurückholen. Die Geschichte um den 99-jährigen Winterberg und seinen Sterbebegleiter ist eine Reflexion über Europa nach 1989 und das Thema Heimatverlust.
Jaroslav Rudiš, geboren 1972 in Turnov, ist Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramatiker. Seit 2004 erscheinen seine aus dem Tschechischen übersetzten Romane in Deutschland. „Winterbergs letzte Reise“, der erste Roman, den Rudiš auf Deutsch geschrieben hat, wurde 2019 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, Wiesbaden

Suppenlesung: Theodor Fontane

Suppenlesung ist ein neues Veranstaltungsformat mit Klassikern der Weltliteratur

Im Fontanejahr 2019 starten das Literaturhaus Villa Clementine und sein Förderverein, der Pächter des Literaturhauscafés Holger Schwedler und das Wiesbadener Verlagshaus Römerweg ihre neuen Suppenlesungen mit einem Auszug aus Theodor Fontanes „Alles ist Zufall. Schriften eines Realisten“. Die Auswahl im Buch, herausgegeben von Günther Rüther, macht Fontanes persönliche, poetische und gesellschaftspolitische Entwicklung deutlich. Das Buch ist im marixverlag (Verlagshaus Römerweg) erschienen. Nach dem Angebot zur Mittagspause mit Suppe, Mineralwasser und einer kurzen Lesung aus dem Buch wird die Lektüre als Nachtisch mitgegeben. Es liest Armin Conrad (Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V.).

Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine, Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V., Literaturhauscafé, Verlagshaus Römerweg

Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Literaturhauscafé, Frankfurter Str. 1, Wiesbaden

Raoul Schrott „Eine Geschichte des Windes oder Von dem deutschen Kanonier der erstmals die Welt umrundete und dann ein zweites und ein drittes Mal“

Autorenlesung / Moderation: Beate Tröger (FAZ, SZ, DLF u. a.)

In seinem neuen Buch reist Raoul Schrott einer Nebenfigur der Weltgeschichte hinterher und schenkt ihr ein ganzes Leben in Romanform: „Juan Aleman“, so heißt der deutsche Kanonier, der erstmals die Welt umrundete und dann ein zweites und ein drittes Mal. Oder auch der Hannes aus Aachen. Vor 500 Jahren brach er mit Magellans Flotte zu den Gewürzinseln auf, überlebte Meutereien, Schiffbrüche, Menschenfresserei und kam als Erster einmal um die ganze Welt – als einer von nur 18 Seeleuten, die die Reise überlebten. Dass er noch ein zweites und sogar drittes Mal zur Weltumsegelung aufbrach, ist alles, was man von ihm weiß.

Raoul Schrott, geboren 1964, aufgewachsen in Tunis und Landeck/Österreich, studierte Literatur und Sprachwissenschaft. Er veröffentlichte Romane, Gedichtbände und Essays. Schrott erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Peter-Huchel-Preis und den Joseph-Breitbach-Preis. Er lebt in Österreich.

Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, Wiesbaden

21. Wiesbadener Literaturtage vom 15. bis 21. September 2019

Kuratorin: Eva Menasse / Festival vieler Sparten

Streitlustig und sinnlich zugleich versprechen die 21. Wiesbadener Literaturtage mit der renommierten österreichischen Journalistin und Schriftstellerin Eva Menasse als Gastgeberin zu werden. Die gebürtige Wienerin ist als äußerst facettenreiche Erzählerin bekannt. Ob Roman, Reportage, Essay oder Erzählung, stets macht sie das Erinnern zum Ausgangspunkt ihres Erzählens. Dazu gilt ihr besonderes Augenmerk auch der öffentlichen Rolle der/s Schriftstellerin/s. Schlaglichter im Programm der Literaturtage sind so auch die Rolle der schreibenden Frau im Literaturbetrieb sowie die Frage, wie sich die Freiheit der Kunst und Political Correctness zueinander verhalten.

Eva Menasse, geboren 1970, arbeitete nach dem Studium zunächst als Journalistin. Seit 2003 lebt sie als freie Schriftstellerin in Berlin. Ihr Debütroman „Vienna“ erschien 2005. Eva Menasse erhielt zahlreiche Preise, u. a. den Heinrich-Böll-Preis und den Österreichischen
Buchpreis.

Autorinnenlesung: Zora del Buono & Iris Wolff

Moderation: Ilka Piepgras (DIE ZEIT)

Im Programm der Literaturtage: „Zwei hintergründige Erzählerinnen, denen ich noch viel mehr Leser wünsche“, begründet Gastgeberin der Literaturtage, Eva Menasse, die Auswahl dieser zwei Gäste. Beide Autorinnen haben schon mehrere Bücher geschrieben, für die sie ausgezeichnet wurden, sind ein Geheimtipp in der Branche, aber sonst weithin noch unbekannt geblieben. Das will Eva Menasse ändern …

Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, Wiesbaden

Schreibende Frauen: Zsusza Bánk, Ines Geipel, Barbara Vinken

Moderation: Ursula März

Im Programm der Literaturtage: Studien belegen, dass Schriftstellerinnen und Kritikerinnen im Allgemeinen weniger Raum für ihre Werke und Besprechungen in der Buchwelt erhalten als ihre männlichen Kollegen. Warum ist das so? Und wie kann man es ändern? Diese und weitere Fragen sollen an diesem Abend mit den drei Schriftstellerinnen Zsuzsa Bánk („Der Schwimmer“), Ines Geipel (Dozentin für Verssprache an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ und Barbara Vinken (Literatur-Professorin an der Universität München) diskutiert werden.

Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, Wiesbaden

Ort: Frauen Museum, Wörthstraße 5

Senta Berger & Eva Menasse / Heimito von Doderer: „Das Diarium des Dr. Döblinger“

Lesung um 19 Uhr, Filmvorführung um 21 Uhr

Im Programm der Literaturtage: Der österreichische Schriftsteller Heimito von Doderer ist Eva Menasses Lieblingsautor. Ihn will sie während ihrer Literaturtage dem Publikum schmackhaft machen und hat dazu Schauspielerin Senta Berger eingeladen, den Heimito-von-Doderer-Abend mitzugestalten. Im Anschluss wird der Film „Das Diarium des Dr. Döblinger“ gezeigt, der vier Erzählungen Heimito von Doderers mit den Darstellern Helmut Qualtinger und Rudolf Wessely aus dem Jahr 1986 unter der Regie von Michael Schattenberg verbindet.

Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, Wiesbaden

Ort: Caligari Filmbühne, Marktplatz 9

Erik Fosnes Hansen aus dem Gastland der Buchmesse Norwegen: „Ein Hummerleben“

Autorenlesung / Moderation: Ulrich Sonnenschein (hr2-kultur)

„Ein Hummerleben“ erzählt die Geschichte des Niedergangs eines einstmals mondänen Hotels in den norwegischen Bergen. Der 13-jährige Sedd wächst bei seinen Großeltern auf, die das Berghotel hoch oben im norwegischen Fjell leiten. Über seinen Vater weiß er nicht viel, die Mutter ist verschollen. Liebevoll, aber bestimmt wird er von Opa und Oma auf seine Rolle als künftiger Hotelerbe vorbereitet. Sein Zufluchtsort ist die Großküche des Hotels, in der der ehemalige Seefahrer Jim schaltet und waltet. Doch spätestens, als der Bankdirektor Berg bei einem Essen stirbt, zeigen sich erste Risse in der vermeintlichen Idylle.
Erik Fosnes Hansen wurde 1965 in New York geboren. Er wuchs in Oslo auf, wo er heute lebt. Seinen ersten Roman „Falkenturm“ schrieb er im Alter von 18 Jahren, das Buch wurde in Norwegen als literarisches Ereignis gefeiert. „Choral am Ende der Reise“ wurde zu einem internationalen Bestseller.

Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, Wiesbaden

Nora Bossong: „Schutzzone“

Autorenlesung / Moderation: Björn Hayer (Spiegel Online und DIE ZEIT)

In ihren Vorlesungen als Poetikdozentin der Hochschule RheinMain hat Nora Bossong bereits von ihrem Romanprojekt berichtet. Nun ist „Schutzzone“ erschienen. Sie geht darin der Frage nach Vertrauen und Verantwortung in privaten Beziehungen wie auch auf der großen politischen Bühne nach: Wie greifen Schutz und Herrschaft ineinander? Wie verhält sich Zeugenschaft zur Wahrheit? Und wer sitzt darüber zu Gericht?
Nora Bossong wurde 1982 in Bremen geboren. Sie studierte in Berlin, Leipzig und Rom. Neben Gedichten und Romanen verfasst sie Essays und Reportagen. Zuletzt erschien ihr Gedichtband „Kreuzzug mit Hund“. Sie wurde u.a. mit dem Peter-Huchel-Preis, dem Kunstpreis Berlin und dem Roswitha-Preis ausgezeichnet. Im Wintersemester 2018/19 war sie Poetikdozentin der Hochschule RheinMain und der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, Wiesbaden

„Achim von Arnim & Bettine Brentano: Briefwechsel“

Buchvorstellung mit Renate Moering (Herausgeberin) / Szenische Lesung: Julia Elfert & Sebastian Kroll / Moderation: Wolfgang Bunzel

Der Briefwechsel zwischen Achim von Arnim und Bettine Brentano gehört zu den bedeutendsten Korrespondenzen deutscher Sprache. Er beginnt nach dem Kennenlernen im Jahr 1802 und reicht bis zum Tod Achim von Arnims im Januar 1831. Renate Moering hat mit dem Band ein Zeitdokument von unschätzbarem Wert vorgelegt. Sie ist an der Frankfurter Brentano-Ausgabe beteiligt wie auch Herausgeberin der historisch-kritischen Arnim-Ausgabe in Weimar. Im Rahmen der Buchvorstellung werden Julia Elfert als Bettine Brentano und Sebastian Kroll als Achim von Arnim ausgewählte Textstellen lesen.

Veranstalter: Rheingau Literatur Festival & Literaturhaus Villa Clementine

Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, Wiesbaden

Weitere Infos unter: www.rheingau-musik-festival.de/programm/rheingauliteraturfestival