Literaturveranstaltungen in Wiesbaden

Sie finden hier im Kalender sowohl Literaturveranstaltungen, die im Literaturhaus Villa Clementine stattfinden, als auch alle weiteren im Stadtgebiet, die uns bekannt werden. Die Veranstaltungen des Fördervereins Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. sind gelb hinterlegt.

April

Leseparty

„Lesen statt Tanzen“ lautet das Motto der Party der besonderen Art, zu der das Literaturhaus einlädt. Hier treffen sich Lesefreudige, um fernab von To Do-Listen und Handyläuten in ein gutes Buch einzutauchen und gemeinsam in stiller und dennoch geselliger Runde zu lesen. Die Idee stammt aus Amerika. Dort werden seit Jahren in zahlreichen Städten „Silent Reading Partys“ gefeiert. Für die richtigen Getränke und Snacks ist dabei natürlich auch gesorgt durch das Team von GLYG. Im Anschluss kann sich, wer möchte, mit anderen Besucherinnen und Besuchern über die Leseeindrücke austauschen und Büchertipps abstauben.
Die perfekte Leseparty eben – for introverts and book nerds! Einfach die aktuelle Lektüre einpacken und vorbeikommen.

Lena Gorelik: „Alle meine Mütter“

Preis der Literaturhäuser 2026; Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Shirin Sojitrawalla (DLF und taz)

Einen Einblick in ihr vielseitiges Werk und die Themen, die sie beschäftigen, gibt die Autorin und Essayistin Lena Gorelik, die im März mit dem Preis der Literaturhäuser 2026 ausgezeichnet worden ist. Ihren neuen Roman „Alle meine Mütter“ bringt sie auch zur Lesung mit: Darin erzählt Lena Gorelik von werdenden Müttern, von Töchtern unter strengem Mutterblick, und von Frauen, die eine Schwangerschaft abbrechen. Sie beleuchtet diese komplexen Verbindungen in all ihren Facetten, spürt den Ängsten nach, den Zweifeln und Sorgen und gibt so einer Vielzahl an Stimmen Raum, die in den Alltagsgeräuschen meist untergehen.

Lena Gorelik wurde 1981 in St. Petersburg geboren und kam 1992 mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie veröffentlichte zahlreiche Romane, Theaterstücke und Hörspiele.

Das Copyright des Autorinnenfotos liegt bei Thomas Dashuber.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Kinga Tóth liest „Mariamachina“; Yevgeniy Breyger liest „hallo niemand“

Welttag des Buches; Neue Poesie: Lesungen, Performance, Gespräche; Moderation: Maren Jäger

Zu einem Abend mit „Neuer Poesie“ lädt das Literaturhaus zum Welttag des Buches ein. In ihrem Gebetsbuch „Mariamachina“ gibt die Lyrikerin und Sound-Poetin Kinga Tóth Nonnen, Liebenden, Kämpferinnen und Cyborgs eine Stimme, lässt sie miteinander ins Gespräch kommen, und entwickelt daraus neue Sprachbilder für die gegenwärtige Zeit. Der Lyriker Yevgeniy Breyger begibt sich mit seinem Helden „Niemand“ in einem roten Audi A6 auf einen Roadtrip in Versen. Er trifft auf Pfarrer, Rabbis und Gott ebenso wie auf Gregor Gysi, Olaf Scholz und Alice Weidel. Eine aberwitzige Odyssee: rasant und vor allem hochpolitisch.

Kinga Tóth ist Sprachwissenschaftlerin, Klang-Poetin, Illustratorin und Kulturmanagerin. Sie schreibt auf Deutsch, Ungarisch und Englisch und präsentiert ihre Texte in Installationen und Performances. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet.

Yevgeniy Breyger ist Dichter, Schriftsteller und Dozent. Er ist Mitgründer des Dichterinnen- und Dichterkollektivs „Salon Fluchtentier“ und des PEN Berlin. Zuletzt war er Stadtschreiber in Helsinki und wurde u.a. mit dem Klopstock-Preis, dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft und dem Reinhard-Priessnitz-Preis ausgezeichnet.
Zwischen den beiden Lesungen gibt es eine Pause.

Das Copyright des Autorinnenfotos liegt bei Peter Fischer.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Joseph Croitoru: „Das System Netanjahu“

Multimediale Buchvorstellung durch den Autor. Moderation: Stefan Schröder

Niemand hat die Politik Israels und des Nahen Ostens in den letzten Jahrzehnten so geprägt wie Benjamin Netanjahu. Wie früh er seine nationalistische Agenda konzipiert hat, dürfte wenigen bekannt sein. Benjamin Netanjahu wird von den einen glühend verehrt und unverbrüchlich unterstützt, von den anderen zutiefst gehasst oder gefürchtet. Spätestens seit der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl gegen ihn ausgestellt hat, ist seine kontroverse Position auf der Weltbühne unübersehbar.

Aber wer ist dieser Mann, wo kommt er her, was treibt ihn an, und wie hat er sein Netzwerk aus Verbündeten aufgebaut? Diesen Fragen geht das Buch entlang wichtiger Stationen von Netanjahus politischem Aufstieg nach, der sich von Anfang an engen Beziehungen zu einflussreichen pro-israelischen Kreisen in den USA verdankte. Gemeinsam mit seinem ultrarechten Vater Benzion trat Netanjahu schon in seiner Studienzeit in Boston als begabter Netzwerker auf.

Joseph Croitoru hat in Archiven bislang unentdeckte Unterlagen und Briefe gefunden, die Schlüssel zu Ideologie und Strategien des langjährigen israelischen Ministerpräsidenten sind. Er zeigt, wie sich Netanjahu trotz aller Proteste und Korruptionsvorwürfe seit mehr als 15 Jahren an der Macht halten kann.

Ein präzises und aufschlussreiches Buch über einen der umstrittensten Politiker der heutigen Zeit: seine Herkunft, sein Werdegang, sein Netzwerk.

Joseph Croitoru, geboren 1960 in Haifa, studierte Geschichte, Kunstgeschichte und Judaistik in Jerusalem und Freiburg im Breisgau. Zunächst in Israel als Journalist tätig, schreibt er seit 1992 für die deutschsprachige Presse und den Rundfunk. Seine Bücher beschäftigen sich neben dem Nahostkonflikt mit jüdischer und islamischer Geschichte sowie religiösem Fundamentalismus. 2021 wurde er mit dem Friedenspreis der Geschwister Korn und Gerstenmann-Stiftung ausgezeichnet. Er ist unter @jo_croitoru in den Sozialen Medien aktiv.

Stefan Schröder, Journalist, ist gelernter Historiker, der bis zu seinem Ruhestand 2022 für die Mediengruppe VRM tätig war, u.a. als Chefredakteur des Wiesbadener Kurier. Er ist Vorsitzender des Wiesbadener Presseclubs und  lebt heute wieder in Krefeld.

Inga Marie Ramcke: „Die Astronautin von nebenan“

Junges Literaturhaus; Schullesung für die 3. Klasse

So ein Pech aber auch: Die Ferien stehen vor der Tür und ausgerechnet jetzt ist Maya krank! Alle ihre Freunde fahren weg, Papa ist auf einer Dienstreise und Mama muss arbeiten. Doch zum Glück hat Josi ein paar Tage frei und kann auf Maya aufpassen. Und das ist super aufregend, denn Josi macht gerade eine Astronautinnenausbildung und da kommt Mayas Hilfe gerade recht. Aus dem Kinderzimmer machen sie eine Raumstation und flugs wird aus Maya fast eine richtige Astronautin. Inga Marie Ramcke führt mit ihrem Kinderbuch in die Weiten des Alls und liefert nebenbei ganz viel MINT-Wissen für den Astronautennachwuchs.

Inga Marie Ramcke wurde 1980 geboren und ist die Autorin zahlreicher erzählender Kindersachbücher. Daneben arbeitet sie an Wissenschaftskommunikationsprojekten und der Vermittlung von wissenschaftlichen Erkenntnissen an Groß und Klein.

Das Copyright des Autorinnenfotos liegt bei Annette Schrader.

Anmeldung an literaturhaus@wiesbaden.de

Dorothee Elmiger: „Die Holländerinnen”

Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Wiebke Porombka (DLF und Deutschlandradio Kultur)

Gleich mit drei großen Literaturpreisen wurde der neue Roman der Schweizer Autorin Dorothee Elmiger im vergangenen Herbst ausgezeichnet: Mit dem Deutschen Buchpreis, dem Schweizer Buchpreis sowie dem Bayerischen Buchpreis. „Die Holländerinnen“ führt mitten ins Herz der Finsternis, als eine namenlose Schriftstellerin einen Anruf von einem Theatermacher erhält. Er möchte mit ihr literarisch den Fall zweier Touristinnen rekonstruieren, die spurlos in den Tropen verschwunden sind. Doch der Roman streift diesen mysteriösen Vermisstenfall nur kurz und begibt sich stattdessen auf eine ganz eigene Expedition in die Kolonialgeschichte und den entlegenen Dschungel Panamas, hin zu der Frage, wie man etwas erzählen kann und darf im Angesicht der Abgründe der menschlichen Existenz.

Dorothee Elmiger wurde 1985 in der Schweiz geboren und lebt als freie Autorin und Übersetzerin in New York. Ihre Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, für die Bühne adaptiert und ausgezeichnet.

Das Copyright des Autorinnenfotos liegt bei Georg Gatsas.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Mai

„Mare Nostrum. Sonate aus Salz“

Betrachtung einer der gefährlichsten Fluchtrouten der Welt; Sonntagsmatinee mit Flora von Herwarth (Lesung), Aeham Ahmad (Klavier), Fotografie (Verschiedene)

Während die verschwommenen Fotografien für das viel zu wenig beachtete und schnell vergessene Schicksal der Zehntausenden Toten des Mittelmeers stehen, suchen die Gedichte von Flora von Herwarth und die Komposition des international bekannten Pianisten Aeham Ahmad nach der menschlichen Kontur – der Hoffnung und Not, die Menschen zur Flucht bewegen, und ihr Leben riskieren lassen. Das dreidimensionale Werk beleuchtet das Mittelmeer als Spiegel unseres Selbst, die Folgen der Kolonial- und Abschottungspolitik und unsere Zusammengehörigkeit als Menschen dieses Planeten.

Eintritt auf Spendenbasis – zugunsten von SOS Mediterranee.

Das Copyright des Fotos liegt bei Claudia Hoehne und Stephen Loehr

Literaturforum

Franziska Gänsler: "Ewig Sommer" / Martina Clavadetscher: "Die Schrecken der anderen" - Moderation: Rita Thies

Das „Literaturforum“ ist ein Diskussionsforum für zeitgenössische Literatur und Literatur des 20. Jahrhunderts.  Moderiert wird insgesamt 90-minütige Veranstaltung von Rita Thies. Die Teilnahme steht allen Interessierten offen. Voraussetzung ist jedoch eins: Die Romane sollten gelesen sein.

Diesmal stehen folgende Titel zur Diskussion:

  • Martina Clavadetscher: „Der Schrecken der anderen“
  • Franziska Gänsler: „Ewig Sommer“

Weitere Informationen unter „Literaturforum“ auf dieser Webseite.

Anmeldung unter: literaturforum.wiesbaden@online.de

 

 

Helga Schubert: „Luft zum Leben“

Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Ariane Binder (3sat)

Ein Spaziergang durch das eigene Werk, in Erzählungen, Gedichten, Gedanken.

Helga Schubert hat in „Luft zum Leben“ Texte aus sieben Jahrzehnten zusammengestellt, von 1960 bis 2025, und konserviert damit unter anderem den Alltag in der DDR als Zeitgeschichte auf Papier. 1980 wurde sie zum Ingeborg-Bachmann-Preis geladen und durfte nicht ausreisen. 2020, im Alter von 80 Jahren, lud man sie erneut ein – und sie gewann.

Dabei handeln die Texte nicht nur von der deutschen Vergangenheit, sondern nehmen auch gegenwärtige Verhältnisse in den Blick, weibliches Leben und Übergänge in der eigenen Biografie ebenso wie in der Gesellschaft. Jede einzelne Zeile liest sich dabei wie ein Versprechen: Helga Schubert hat noch viel zu sagen!

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Das Copyright des Autorinnenfotos liegt bei Eddy Zimmermann.

Marianne Ludes: „Trio mit Tiger“

Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Uwe Wittstock

Als spannende Mischung aus „Babylon Berlin“ und Kunstgeschichte bezeichnet Denis Scheck „Trio mit Tiger“, den ersten Roman über das Künstlerpaar Max und Mathilde Beckmann. Max Beckmann wird von den Nazis schnell als „entarteter Künstler“ diffamiert und flüchtet mit Mathilde ins Amsterdamer Exil. Sie ist es auch, der Marianne Ludes mit ihrem literarischen Debüt ein schillerndes Denkmal setzt.
Im Museum Wiesbaden sind verschiedene Werke von Max Beckmann zu sehen.

Roman Zieglgänsberger vom Museum Wiesbaden gibt einen kurzen Einblick.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Das Copyright des Autorinnenfotos liegt bei Andrea Katheder.

Die Kunst, einen Roman zu schreiben: Vom Monolog zum Dialog

Workshop für Anfänger und Fortgeschrittene; Kursleitung: Dr. Maria Regina Kaiser

Romane schreiben ist ein Handwerk, und ohne praktische Übungen, ohne Ausprobieren, Verbessern und Wiederholen geht es dabei nicht.

An zwei Samstagnachmittagen (09.05. & 16.05. ) wollen wir Monologe und Dialoge in Romanen untersuchen und anschließend Beispiele ausarbeiten.
Bitte mitbringen: Begeisterung für Literatur und das Schreiben von Texten, Schreibgerät und Schreibblock/-heft.

Der Workshop dauert jeweils bis 16.45 Uhr.

Anmeldung erforderlich bei der vhs Wiesbaden, www.vhs-wiesbaden.de; anmeldung@vhs-wiesbaden.de oder Tel. 0611-988 90

Hooked On A Book – Eine Expedition

Idee und Text: Helgard Haug (Rimini Protokoll)

Zwei Menschen treffen sich und schlagen ein Buch auf: Sie beginnen darin zu blättern – das Buch stellt Fragen und regt an zu Austausch und Gespräch – über das Leben und die Welt im Großen und Kleinen. Ein komplett analoges, doch interaktives Stück zwischen zwei Fremden. Ein Stück, das keine Bühne benötigt und keine Zuschauenden. Das in allen Winkeln dieser Welt stattfinden kann: einem Einsiedlerhof, einer Kleinstadt, einer Metropole. Seite für Seite verhaken sich die beiden Menschen und werden so zu den Hauptpersonen des Buchs.

„Hooked on a Book“ – ist ein Projekt von Rimini Protokoll initiiert vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain, im Rahmen von World Design Capital 2026.

Mit freundlicher Unterstützung der Akademie der Künste, Sektion: Film- und Medienkunst.

Es gibt Zeitslots von 19 bis 20.30 Uhr sowie von 20.30 bis 22 Uhr.

Nadine Schneider „Das gute Leben“

Talking about my Generation; Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Marita Hübinger

Hitze, Heimweh und die Suche nach einem besseren Leben – auch in ihrem dritten Roman erzählt Nadine Schneider eine große Familiengeschichte, die durch mehrere Generationen bis nach Rumänien wurzelt.

Unerwartet erbt Christina das Haus ihrer Großmutter Anni und damit auch eine Menge Erinnerungen. Einsamkeit nach der Flucht, Armut und Pflichtbewusstsein machen die Großmutter aus, aber soll das wirklich schon das ganze Leben gewesen sein?

Nadine Schneider, die selbst aus einer rumänien-deutschen Familie stammt, bewegt sich trittsicher auf dem schwierigen Terrain der Heimatlosigkeit und steht damit literarisch selbstbewusst neben Herta Müller und Iris Wolff.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Das Copyright des Autorinnenfotos liegt bei Max Goedecke.

Dostojewskis Erben

Wiesbadener Autorentreff

„Dostojewskis Erben“ nennen sich – augenzwinkernd – Autorinnen und Autoren aus Wiesbaden und Rhein-Main, die sich regelmäßig im Literaturhaus Villa Clementine zusammenfinden, um über das Schreiben zu diskutieren, gemeinsame Projekte zu planen und sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Herzlich dazu eingeladen ist, wer selbst schreibt, Bücher verlegt oder sich auf andere Weise mit Literatur verbunden fühlt.

Anfragen bitte an Susanne Kronenberg unter mail@susanne-kronenberg.de.

Martin Piekar: „Vom Fällen eines Stammbaums“

Autorenlesung

Marcin wächst in prekären Verhältnisse auf: Seine Mutter flieht in den 1980ern aus Polen, arbeitet hart als Altenpflegerin, sie trinkt zu viel, und irgendwann sieht sie in ihrem Sohn nur noch den Antagonisten. Währenddessen versucht Marcin mit Videospielen, New Metal Musik und Gedichten herauszufinden, wer er ist und hier in Deutschland sein kann. Nach und nach offenbart sich die Familiengeschichte in Gänze: eine Lebenserzählung zwischen Anekdote und Abgrund.

Martin Piekar, geboren 1990 in Bad Soden am Taunus, ist Schriftsteller, Lyriker und Lehrer. Für das Manuskript seines Debütromans erhielt er 2024 den Robert-Gernhardt-Preis und wurde 2025 für den Alfred-Döblin-Preis nominiert.

VVK per Mail an brentanoserbenmonta@t-online.de. Es gibt eine Abendkasse.

Das Copyright des Autorenfotos liegt bei Charlotte Werndt.

Über Architektur und Orte des Alltags

Ein Gespräch mit Frank Witzel

Kurhaus, Wilhelmstraße und Staatstheater – prunkvoll, prominent und wohlbekannt!

Wer achtet da schon auf Kioske, Tankstellen, Parkhäuser und Schulen? Dass Alltags- und Gebrauchsarchitektur aber nicht minder interessant ist, zeigt der Band „Stadtbildprägende Bauten“ von Prof. Dr. Georg Ebbing.

Zehn Semester lang haben sich über 300 Studierende der Hochschule RheinMain mal als Flaneure, mal in detektivischer Detailarbeit Wiesbadener Gebäude vorgenommen, die sich zurückhaltend im Hintergrund befinden. Entstanden ist eine fotografische Sammlung, bei der all die selbstverständlichen Ecken Wiesbadens zum Hingucker werden.

Frank Witzel teilt sich an diesem Abend die Bühne mit dem Herausgeber Georg Ebbing, dem Architekturfotograf Maximiliam Meisse und Oliver Elser, Kurator des Deutschen Architekturmuseums und beitragender Autor.

Mit ihnen spricht Witzel über das poetische Potential dieser alltäglichen Bauten und liest seinen Beitrag „Wiesbadener Orthometrie“. Darin schlendert der heimische Autor von der Rheinstraße bis zur Hauptpost und begibt sich ins Kreuz und Quer der Straßen vom Künstler- bis ins Dichterviertel.

Das Copyright des Autorenfotos liegt bei Maja Bechert.

Michal Hvorecký: „Dissident“

Autorenlesung & Gespräch; Moderation: Eric Marr

Politisch gesteuerte Medien, Verschwörungstheorien und Geschichtsfälschung:

In „Dissident“ legt Michal Hvorecký den Finger auf die Bedrohungen der Demokratie. Nach mehreren Romanen und Erzählungen veröffentlicht der slowakische Autor nun sein erstes Sachbuch und zugleich sein erstes auf Deutsch geschriebenes Buch, in dem er entlang seiner Biografie den Weg Europas nach dem Fall des Eisernen Vorhangs nachzeichnet. Darin verwebt er eigene Erfahrungen mit einem messerscharfen Blick auf die politische Gegenwart, auf die Zerbrechlichkeit der Demokratie und die neuen Widerständigen des 21. Jahrhunderts. Er unterstreicht das dissidentische Erbe der Samtenen Revolution von 1989 und verfasst einen umso lauteren Appell, dem neuen Rechtsruck aktiv entgegenzutreten und leidenschaftlich für ein demokratisches Europa zu kämpfen.
In seiner Heimat engagiert er sich für den Schutz der Pressefreiheit und gegen antidemokratische Entwicklungen. Er ist Teil der Gruppe „Arbeit an Europa“, die sich auf vielfältige Weise für die Stärkung des europäischen Zusammenhalts einsetzt.

Lesung im Rahmen der Wanderausstellung „Erzähl‘ mir von Europa!“ des europäischen Zeitzeugenprojektes „European Archive of Voices“.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Das Copyright des Autorenfotos liegt bei Martina Lukic.

Silke Schlichtmann: „Mein merkwürdig schöner Sommer mit Luna“

Junges Literaturhaus; Lesung für die 4. Klasse

Eine witzige Freundschaftsgeschichte, eine herzerwärmende Familiengeschichte und eine spannende Detektivgeschichte – pickepackevoll ist Silke Schlichtmanns neuer Roman, der zum Kinderbuch des Monats der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur gewählt wurde.

Darin geht es um Skat, der den Sommer mit Papa und dem kleinen Bruder an der Nordsee verbringen soll. Voll öde! Wie gut, dass er im Zug auf Luna trifft. Die ist nämlich auf der Suche nach ihrem eigenen Papa und dafür von zuhause abgehauen. Auweia, was das wohl für ein Sommer wird…
Wie das ausgeht, verrät die „Lesekünstlerin des Jahres 2019“ dem aufmerksamen Publikum im Literaturhaus sicherlich nicht – wo bleibt denn da der Spaß beim Selberlesen? Aber Mitraten, das ist natürlich ausdrücklich erwünscht!

Geschlossene Veranstaltung für Schulklassen.

Anmeldung an literaturhaus@wiesbaden.de

 

Das Copyright des Autorinnenfotos liegt bei Carmen Palma.

Lukas Rietzschel: „Sanditz“

Autorenlesung & Gespräch; Moderation: Jan Wiele (FAZ)

Mit seinem dritten Roman begibt sich Lukas Rietzschel wieder nach Ostdeutschland, ins titelgebende „Sanditz“. Die fiktive Kleinstadt am Rand der Republik ist geprägt vom Braunkohletagebau, von Wäldern und Steinbrüchen, und bildet damit den Nährboden für ein multiperspektivisches Panorama aus Geschichten, Familien und Freundschaften vom Ende der DDR bis in die Gegenwart.
Schon mit seinem Debüt „Mit der Faust in die Welt schlagen“, das 2025 verfilmt wurde, feierte Lukas Rietzschel große Erfolge bei Publikum und Kritik gleichermaßen. Nun folgt ein weiterer vielschichtiger Roman der Nachwendezeit über den Wunsch nach Zugehörigkeit und Freiheit.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Das Copyright des Autorenfotos liegt bei Alexandra Polin.

Dr. Carsten Jakobi: „Bertolt Brechts Flüchtlingsgespräche“

Rezitation: Helmut Bohl; Moderation: Dr. Carsten Jakobi (Universität Mainz)

Von Verfolgung, fremdenpolizeilicher Überwachung und Abschiebung bedroht, schrieb der Exilant Bertolt Brecht 1940 in Finnland den Dialogroman „Flüchtlingsgespräche“. Im Bahnhofsrestaurant von Helsinki erörtern Ziffel und Kalle ihre Lage; sie fliehen „von einem Land in das andere“, auf der Suche nach einem Land „wo man mit mittleren Tugenden und einigen bescheidenen Lastern halbwegs leben kann“, so Brecht in einer autobiografischen Notiz.

Helmut Bohl rezitiert ausgewählte Passagen der Gespräche. Dr. Carsten Jakobi, Dozent für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Mainz, zeigt zeitgeschichtliche und literaturwissenschaftliche Zusammenhänge auf.

Einlass ab 19 Uhr.

Voranmeldung unter service@calibanliteraturwerkstatt. de, Reservierung gültig bis 19.20 Uhr.

Poetry Slam 43

Goethe und Schiller vom Sockel gehauen! Poetisches Entertainment – das ist Poetry Slam. Jeden letzten Donnerstag im Monat treten Poeten aus ganz Deutschland und regionale Wortkünstler in Zimmertheater-Atmosphäre an. Mal lyrisch, mal skurril, stets packend: ein Feuerwerk aus Text, Humor und Gefühl. Das Publikum kürt den Sieger mit dem Goldenen Bleistift.

VVK unter Tel. 0611-172 45 96 oder online unter www.kuenstlerhaus43.de. Gruppentickets sind möglich.

Das Copyright des Fotos liegt beim Künstlerhaus43.

Tommy Wieringa: „Nirwana“

Autorenlesung & Gespräch; Moderation: Alexander Wasner (SWR); Lesung auf Deutsch: Oliver Wronka; Nachholtermin

Hugo und Willem sind ungleiche Zwillinge: Während sich der eine der Kunst verschrieben hat, führt der andere das Imperium des Großvaters im Ölgeschäft fort. Als dieser seinen 100. Geburtstag feiert, begibt sich Hugo auf Spurensuche und liest in Tagebüchern von den Verbrechen des Großvaters während der NS-Zeit.

In „Nirwana“ erzählt Tommy Wieringa, einer der erfolgreichsten niederländischen Schriftsteller, nicht nur vom Konflikt zwischen den Generationen, sondern verhandelt auf beeindruckende Weise Wirtschaft und Faschismus, das Erstarken der neuen Rechten und stellt Fragen nach Macht und Ohnmacht in der Kunst.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Das Copyright des Autorenfotos liegt bei Keke Keukelaar.

Die Kunst, einen Roman zu schreiben- Der historische Roman

Kursleitung: Dr. Maria Regina Kaiser

An den beiden Nachmittagen (30.05. & 06.06.) steht der historische Roman im Vordergrund und mit ihm die Themen: Perspektive, Tonlage und Recherche.

Seit dem Erscheinen von Umberto Ecos „Der Name der Rose“ gibt es eine Schwemme an historischen Romanen, wobei die Themenwelten sich im Laufe der Jahrzehnte immer wieder veränderten.

Die Kursleiterin hat selbst über Jahrzehnte hinweg zahlreiche historische Romane geschrieben. Mit den Teilnehmenden wird sie die Chancen und Schwierigkeiten diskutieren, die sich bei dieser Arbeit eröffnen. Darüber hinaus gibt es praktische Schreibübungen zur Thematik.

Der Workshop dauert jeweils bis 16.45 Uhr.

Anmeldung erforderlich bei der vhs Wiesbaden, www.vhs-wiesbaden.de; anmeldung@vhs-wiesbaden.de oder Tel. 0611-988 90

Hooked On A Book – Eine Expedition

Idee und Text: Helgard Haug (Rimini Protokoll)

Zwei Menschen treffen sich und schlagen ein Buch auf: Sie beginnen darin zu blättern – das Buch stellt Fragen und regt an zu Austausch und Gespräch – über das Leben und die Welt im Großen und Kleinen. Ein komplett analoges, doch interaktives Stück zwischen zwei Fremden. Ein Stück, das keine Bühne benötigt und keine Zuschauenden. Das in allen Winkeln dieser Welt stattfinden kann: einem Einsiedlerhof, einer Kleinstadt, einer Metropole. Seite für Seite verhaken sich die beiden Menschen und werden so zu den Hauptpersonen des Buchs.

„Hooked on a Book“ – ist ein Projekt von Rimini Protokoll initiiert vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain, im Rahmen von World Design Capital 2026.

Mit freundlicher Unterstützung der Akademie der Künste, Sektion: Film- und Medienkunst.

Es gibt Zeitslots von 19 bis 20.30 Uhr sowie von 20.30 bis 22 Uhr.