Literaturveranstaltungen in Wiesbaden

Sie finden hier im Kalender sowohl Literaturveranstaltungen, die im Literaturhaus Villa Clementine stattfinden, als auch alle weiteren im Stadtgebiet, die uns bekannt werden. Die Veranstaltungen des Fördervereins Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. sind gelb hinterlegt.

Oktober

Goethes Faust II – Die Playmobilshow

Von und mit Dagmar Borrmann, Olaf Hermann, Sabine Lippold und Andreas Nordheim

„Habe nun, ach!“ und „Vom Eise befreit“ – diese berühmten Passagen aus Goethes „Faust I“  kennen viele Menschen. Worum aber geht es in „Faust II“? Das ist den meisten ein Buch mit sieben Siegeln. Und das wollen wir ändern!

Dagmar Borrmann erzählt die Geschehnisse, die Fans und Mephisto erleben, mit Hilfe von Playmobilfiguren. Da diese bekanntlich sehr klein sind, steht ihr der Kameramann Olaf Hermann zur Seite, der alles auf Leinwand beamt. Unerschrocken schultert buntes Plastikspielzeug die Höhenflüge deutscher Dichtung und erschafft Aha-Effekte am laufenden Band. Der vermeintlich trockene Bildungsstoff wird zu einer spannenden Reise durch unsere Welt. Und ist überraschend schräg und lustig!

Begleitet wird die Reise durch die große und die kleine Welt mit musikalischen Miniaturen, von Sabine Lippold und Andreas Nordheim extra für diese Show geschaffen und live musiziert.

Dauer: ca. 1.40 h, eine Pause

 

Wer letztes Jahr beim Festival „Ins Offene: Die Fiktion fürchte nichts“ die nächtliche Playmobilshow in der Anglikanischen Kirche verpasst hat, sollte sich unbedingt in die Walkmühle aufmachen!

 

Das Copyright des Fotos von Dagmar Borrmann liegt bei Christine Seiler.

Tilman Allert: „Helmuth Plessner – Freigeist aus der Stadt, Freigeist für die Nation“

Vortrag zum Helmuth-Plessner-Preis

Der Philosoph Helmuth Plessner erfährt zunehmend internationale Aufmerksamkeit. Sein Werk wird fortlaufend ins Englische und Französische übersetzt. Höchst aktuell ist Plessners Blick auf die deutsche Nation, die mit Spuren des Vergangenen in der Gegenwart konfrontiert ist und die auf die Frage, wer „wir“ sind, eine Antwort zu finden versucht.
Tilman Allert ist Soziologe, Sozialpsychologe und Autor. Neben mehreren Büchern verfasste er Texte u.a. für die FAZ und die NZZ. In seinem Vortrag spürt er der „ewigen“ Aktualität Helmuth Plessners, eines Schlüsselautors unserer Zeit, nach.

Die Veranstaltung findet im Zusammenhang mit der Verleihung des Helmuth-Plessner-Preises an Jay M. Bernstein am 4. September 2026 in Wiesbaden statt.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim

Das Copyright des Fotos liegt bei dem Autor privat.

Dostojewskis Erben

Wiesbadener Autorentreff

„Dostojewskis Erben“ nennen sich – augenzwinkernd – Autorinnen und Autoren aus Wiesbaden und Rhein-Main, die sich regelmäßig im Literaturhaus Villa Clementine zusammenfinden, um über das Schreiben zu diskutieren, gemeinsame Projekte zu planen und sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Herzlich dazu eingeladen ist, wer selbst schreibt, Bücher verlegt oder sich auf andere Weise mit Literatur verbunden fühlt.

Anfragen bitte an Susanne Kronenberg unter mail@susanne-kronenberg.de.

 

Ira Peter: „Deutsch genug?“

Autorinnenlesung und -gespräch

Warum wir endlich über Russlanddeutsche sprechen müssen

Sie wählen rechts, sprechen nur Russisch und verehren Putin. Das sind die gängigen Vorurteile über die rund 2,5 Millionen Russlanddeutschen in Deutschland. Doch während viele Klischees kursieren, mangelt es oft an tieferem Verständnis für ihre komplexe Geschichte und Empathie für ihre Lebensrealität.

Die russlanddeutsche Journalistin Ira Peter, die mit ihrer Familie als Neunjährige von Kasachstan nach Deutschland übersiedelte, nimmt uns mit auf eine persönliche und gesellschaftlichen Spurensuche. Sie erzählt von der Scham über ihre sowjetische Migrationsgeschichte, dem Gefühl des Unerwünschtseins in Deutschland sowie den fatalen Folgen einer verfehlten Integrationspolitik.

Die Lesetour 2025 wird wegen reger Nachfrage in ganz Deutschland weitergeführt.
https://www.ira-peter.de/vita

 

Felicitas Horstschäfer; Das Tor zur Geschichte

Junges Literaturhaus – Coverworkshop für die 4. Klasse

Jetzt mal ehrlich: Habt ihr schon mal ein Buch gekauft, nur weil euch das Cover gefallen hat?

Es ist der allererste Eindruck und entscheidet, ob ihr das Buch überhaupt in die Hand nehmt.

Wie viel Arbeit in einem Titelbild steckt und wie man von der Idee zum ersten Entwurf kommt, zeigt die Illustratorin Felicitas Horstschäfer in einem Workshop.

Sie gibt Einblicke in ihre Arbeit – immerhin hat sie über 300 Cover gestaltet – und begleitet euch Schritt für Schritt auf dem Weg zum eigenen Buchcover. Figuren, Farben, Motive, Schriftarten – das alles will wohlüberlegt sein.

Die Veranstaltung findet um 9 Uhr und um 11 Uhr statt.

Anmeldung unter literaturhaus@wiesbaden.de

Das Copyright des Fotos liegt bei der Illustratorin privat.

Shared Reading

Leitung: Angelika Gellrich

Seit einiger Zeit erfreut sich Shared Reading im Literaturhaus an großem Interesse.

Nun haben Sie wieder die Chance, in der neuen Ausgabe Teil der Gruppe zu werden! Mit maximal 15 Leuten wollen wir gemeinsam verdichtete Texte (Kurzgeschichten und Lyrik) laut lesen. Eindrücke, Gefühle, Assoziationen werden nach dem Lesen kurzer Abschnitte in der Gruppe geteilt und besprochen. Die Konzentration auf den Text hilft, innere Prozesse anzustoßen und gleichzeitig verbinden wir uns mit den Inhalten der Geschichte und bleiben am Text.

Geeignet ist die Gruppe für Menschen, die sich für Literatur interessieren und auf diesem Weg etwas über sich selbst und andere herausfinden wollen.

Eintritt frei.

Die Veranstaltung dauert bis 16.30 Uhr. Die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt. Die Zusagen richten sich nach dem Zeitpunkt der Anmeldung. Erstmals Teilnehmende werden bevorzugt angemeldet

Das Copyright des Fotos liegt bei privat.

Leseparty

„Lesen statt Tanzen“ lautet das Motto der Party der besonderen Art, zu der das Literaturhaus einlädt. Hier treffen sich Lesefreudige, um fernab von To Do-Listen und Handyläuten in ein gutes Buch einzutauchen und gemeinsam in stiller und dennoch geselliger Runde zu lesen. Die Idee stammt aus Amerika. Dort werden seit Jahren in zahlreichen Städten „Silent Reading Partys“ gefeiert. Für die richtigen Getränke und Snacks ist dabei natürlich auch gesorgt durch das Team von GLYG. Im Anschluss kann sich, wer möchte, mit anderen Besucherinnen und Besuchern über die Leseeindrücke austauschen und Büchertipps abstauben.

Die perfekte Leseparty eben – for introverts and book nerds! Einfach die aktuelle Lektüre einpacken und vorbeikommen.

In Kooperation mit GLYG.

Eva Menasse: „Alleinruhelage“

Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Shirin Sojitrawalla (DLF und taz)

„Alleinruhelage” – so nennt man in Österreich Immobilien in ausgesprochener Abgeschiedenheit. Im gleichnamigen Roman lässt Eva Menasse ihre Ich-Erzählerin mit ihrem Ferienhaus in Kontakt treten, sie spricht es an und lässt Episoden ihres gemeinsamen Lebens Revue passieren.

Mit einer ganz besonderen, klugen Sprache reflektiert die Kuratorin der Wiesbadener Literaturtage von 2019 in ihrem neuen Roman über Fremdheit und Heimat, über Abschiede und darüber, wie man das eigentlich schafft, dieses Aufbrechen in der Lebensmitte.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Eine Veranstaltung im Rahmen von Leseland Hessen mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie hr2-kultur.

Das Copyright des Fotos liegt bei Lena Giovanazzilaif.

Martina Hefter: „Nach der Sonne schauen“

Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Beate Tröger (DLF und FAZ)

Martina Hefter ist Performancekünstlerin, in ihrem schriftstellerischen Werk ist immer auch der Tanz eingeschrieben. Dafür wurde sie mit dem Literaturpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden ausgezeichnet. Für den Roman „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“ erhielt sie unter anderem den Deutschen Buchpreis.

In ihrem neuesten Roman steht die bildende Kunst im Vordergrund. Für die Installationskünstlerin Iona Bartschok muss ein frisches Projekt her. Sie bezieht eine umgebaute Industriehalle, nur ein digitaler Hund leistet ihr Gesellschaft. Wie schon im Vorgängerwerk lassen sich Parallelen zur Autorin selbst ziehen und man darf gespannt sein, welche Choreographie sich dieses Mal im Text erkennen lässt.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim

Im Rahmen von Leseland Hessen mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie hr2-kultur

Das Copyright des Fotos liegt bei Maximilian Goedecke.

Moni Port & Claudia Weikert: „Shrimpie und ich“

Junges Literaturhaus; Grundschullesung für die 1. und 2. Klasse

Noch zweimal schlafen… Noch einmal… Juhu, heute ist der erste Schultag und Käthe hat sich mächtig darauf gefreut! Im Klassenzimmer dann die große Schockstarre: Käthe ist total nervös! Wie gut, dass sie Shrimpie kennenlernt. Die beiden werden beste Freundinnen und bestehen allerlei Abenteuer.

Moni Port (Texte) und Claudia Weikert (Illustrationen) sind mit ihrem aberwitzigen Comic für den Max und Moritz-Preis in der Kategorie „Bester Comic für Kinder“ nominiert.

Im Rahmen von Leseland Hessen mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie hr2-kultur.

Das Copyright des Fotos liegt bei der Autorin privat.

Erinnerungen gestalten

Biografiearbeit für Menschen in der zweiten Lebensphase; Leitung: Herbert Cartus

In diesem Schreibkurs werden die Teilnehmenden eingeladen, ihre Lebensgeschichte bewusst zu reflektieren und ausgewählte Erinnerungen schriftlich festzuhalten.

Anhand biografischer Themen wie Kindheit, Jugend, Beruf und prägender Lebensereignisse entstehen mithilfe von Schreibimpulsen eigene Texte.

Der Kurs bietet einen geschützten Rahmen für kreatives Schreiben, freiwilligen Austausch und persönliche Erinnerung. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Der Kurs umfasst insgesamt fünf Nachmittage.

Kursgebühr: € 79. Anmeldung erforderlich bei der vhs Wiesbaden, www.vhs-wiesbaden.de; anmeldung@vhs-wiesbaden.de oder Tel. 0611-988 90

November

VORSCHAU: „Ich bin als Emigrantenkind geboren…“ – Mascha Kaléko als politische Dichterin

Eine literarisch-musikalische Hommage mit Elke und Hartmut Boger sowie Cornelia Thorspecken

Mascha Kaléko (1907–1975), deutschsprachige jüdische Dichterin in Berlin, wo sie sehr erfolgreich war, musste 1938 zusammen mit Ehemann und Sohn vor der Verfolgung durch das Naziregime flüchten. In vielen Gedichten, die sie im Exil in New York und Jerusalem schrieb, reflektiert sie die Erfahrung des Heimatverlusts und bezieht dezidiert Stellung gegenüber der deutschen Politik von 1933 bis 1945, der folgenden „Vergangenheitsbewältigung“ sowie gegenüber dem politischen Klima in der BRD. Als Beispiele seien „Hoere, Teutschland!“ (1943) und „Deutschland, ein Kindermärchen“ (1956) genannt.

Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung mit Werken renommierter jüdischer Komponisten wie George Gershwin und Sholom Secunda.

 

Lesung: Elke Boger. Musikalische Begleitung: Duo Contraverso (Cornelia Thorspecken, Querflöte, Hartmut Boger, Kontrabass)

VORSCHAU: Barbara Honigmann: „Mischka“

Autorinnenlesung und -gespräch. Moderation: N.N.

Barbara Honigmanns Leben ist reich an Begegnungen und an viele davon hat sie sich schreiben erinnert. In ihrem neuesten Werk „Mischka“ erzählt sie vom jüdisch-kommunistischen Milieu des 20. Jahrhunderts. Exemplarisch nimmt sie mit genauer Beobachtungsgabe drei Lebensgeschichten aus der russischen Dissidentenbewegung in den Blick und verwebt diese mit ihrer eigenen Biografie.

Vor allem Mischkas Geschichte sticht daraus hervor. In jungen Jahren überzeugte Kommunistin, überlebte sie den Gulag und machte ihre Moskauer Küche zum Treffpunkt für Dissidenten. Dort lernt Barbara Honigmann sie kennen. Und dort trifft sie auch einen Kreis von Intellektuellen an, zu dem etwa Heinrich Böll und Lew Kopelew zählen.

Honigmann selbst ist Jahrgang 1949 und gehört damit zur „zweiten Generation“ nach der Shoah. Unermüdlich eröffnet sie mit ihren Büchern vielfältige Perspektiven auf jüdische Identitäten.

Ein Bild der Autorin folgt.

VORSCHAU: Nassir Djafari: „Tausend Fenster“

Autorenlesung und -gespräch im Rahmen des 39. exground Filmfests. Moderation: Dr. Viola Bolduan

Im Morgengrauen eines Apriltages im Jahr 1972 steigt der tschechische Journalist und Reformsozialist Pavel Horak auf dem Gelände einer verfallenen Tankstelle am Stadtrand von Prag in den Kofferraum eines umgebauten Mercedes mit Diplomatenkennzeichen. Der Fahrer, eleganter Anzug, Krawatte, blankgeputzte Schuhe, ist ihm nicht geheuer. Wird er ihn sicher über die Grenze nach Westdeutschland bringen?
Schon unmittelbar nach dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts im August 1968 wollte sich Pavel zusammen mit seiner Frau Jana in den Westen absetzen, solange es noch möglich war. Aber Jana konnte ihre jüngere Schwester nicht allein zurücklassen. Das Zeitfenster schloss sich, sie blieben und wurden erst aus der Partei ausgeschlossen, dann verloren sie ihre Arbeit. Jetzt, vier Jahre nach der Niederschlagung des „Prager Frühling“ steht ihnen nichts mehr im Wege. Pavels Sorge erweist sich als unbegründet, der Schleuser setzt ihn in Nürnberg ab und macht sich noch am gleichen Tag wieder auf den Weg zurück nach Prag, um Jana aus dem Land zu holen. Doch er kehrt mit einer Unbekannten zurück. Pavel steht vor einem Rätsel: Was ist seiner Frau widerfahren, wer ist die Fremde? Nach und nach entfaltet sich die dahinterliegende Geschichte.

Nassir Djafari, 1952 im Iran geboren, lebt er seit seinem fünften Lebensjahr in Deutschland.
Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre war er in verschiedenen Funktionen für die deutsche und internationale Entwicklungszusammenarbeit tätig, davon auch mehrere Jahre als volkswirtschaftlicher Berater in Peru und Polen.
Im Jahre 2020 erschien sein Debütroman „Eine Woche, ein Leben“, 2022 sein zweiter Roman „Mahtab“. Im Mai 2024 folgte „Der Großcousin“, aktuell (2026) sein vierter Roman „Tausend Fenster“.

Moderation: Dr. Viola Bolduan, geb. in Wiesbaden, promoviert in Germanistik / Anglistik / Philosophie, arbeitete 20 Jahre als Ressortleiterin Feuilleton / Kultur der Wiesbaden Kurier. Seit Ende 2016 ist sie freie Journalistin und unterstützt den Förderverein als Beiratsvorsitzende und gefragte Moderatorin.

VORSCHAU: Literaturforum

Diskussionsforum zu aktueller Belletristik; Leitung: Rita Thies

Das Literaturforum ist eine für alle Interessierten offene Veranstaltung, in der von den Teilnehmenden Werke der aktuellen Literatur und des 20. Jahrhunderts diskutiert werden (je Werk ca. 40 Minuten). Eine Teilnahmevoraussetzung versteht sich von selbst: Die Bücher sollten gelesen sein.

Auf dem Programm stehen diesmal:

  • Arno Geiger: „Reise nach Laredo“
  • Percival Everett: „James“ (Pulitzer-Preis 2025)

Weitere Informationen finden Sie unter „Literaturforum“ auf dieser Webseite.

Anmeldung bitte unter literaturforum.wiesbaden@online.de

 

VORSCHAU: Szenische Lesung: „Jeremias Gotthelf: Die schwarze Spinne“

Wenn in der Not nur noch der Teufel hilft - Ein Halloween-Special mit Christian Klischat

Thomas Mann zählte sie zur Weltliteratur – die von Pfarrer Gotthelf verfasste Novelle aus dem Jahre 1842. Und viele Gymnasiasten kennen den Stoff als kreisch gelbes Reclam-Heftchen aus dem Deutschunterricht. Sprachgewaltig erzählt die Saga uns von den Kräften des Guten und den Mächten des Bösen, von Gottlosigkeit, Sünde, Schuld und Sühne, und was rings um das Schweizer Örtchen Sumiswald und lange vor unserer Zeit geschah. Mythisch mystisches Gruseln garantiert!
Die wüsten Gesellen des deutschen Ordens zwingen in alten Tagen die heimischen Bauern zu immer aberwitzigeren Frondiensten. Da kommt es den Verzweifelten gerade recht, dass ihnen der Teufel seine zaubermächtige Hilfe anbietet. Sein Honorarwunsch: ein ungetauftes Kind! Doch der Preis spaltete die Gemüter, und der Teufelspakt bringt rasch keinen Segen mehr. Denn der Fürst der Finsternis wird geprellt. Das fordert Rache! Dem Landvolk schickt Beelzebub den Fluch der schwarzen Spinne. Es beginnt ein tödliches Wüten, in seinem Grauen schlimmer als die fleischgewordene Pest. Das achtbeinige Untier erwächst schmerzlich aus der Wange der vom Dorf verachteten Hebamme Christine. Nur mit wahrem Gottesglauben und echtem Todesmut lässt sie sich bannen, und wird im Loch eines Fensterpfostens mit einem ehernen Zapfen verschlossen. Ein Gefängnis, das für alle Ewigkeit gedacht ist, ein Mahnmal für alle folgenden Generationen in Sumiswald.

Christian Klischat, festes Ensemblemitglied am Staatstheater Wiesbaden, verleiht dem sagenhaften Stoff nicht nur sprachlichen Ausdruck, sondern auch eine theatralisch-spielerische Gestalt, die den Vortrag weit über eine reine Lesung heraushebt: eine
eindringliche Reise in die Abgründe einer schicksalhaften Verstrickung in einer Dorfgemeinschaft, die sich finden muss im Angesicht größter menschlicher Not.

VORSCHAU: Jutta Leimbert: „Die Lieblingsbücher der Saison“

Die Kultveranstaltung mit Buchhändlerin Jutta Leimbert

Ergreifendes, Komisches, Spannendes, Romantisches sowie Informatives zum Selber-Lesen und zum Verschenken.

Unter anderem bespricht sie folgende Titel:

Häffner: „Die Riesinnen“, Homer „Odyssee“, Sander: „Troja, später Nachmittag“, Sherriff: „Vor uns die Zeit“, Zischke: „Pina fällt aus“, Sarkar: „Ochsenkopf“, Mishani: „Nicht“ und andere.

Freuen Sie sich auf eine spannende und unterhaltsame Veranstaltung.

Dezember

VORSCHAU: Astrid Ruppert: „Nebenan leben – Kurze Geschichten von dir, mir und anderen“

Autorinnenlesung und -gespräch

Manchmal sind es nur kleine Verschiebungen. Ein Versehen, eine Erinnerung, eine kurze Begegnung, ein Blick nach nebenan, und plötzlich ist nichts mehr wie vorher. Von Frauen, die an Wendepunkten stehen, erzählt Astrid Ruppert in den hier gesammelten Geschichten…

Astrid Ruppert (* 1964 im Saarland) ist eine deutsche Drehbuchautorin und Schriftstellerin. Sie lebt im Vogelsberg.

https://astridruppert.de/

VORSCHAU: Literaturforum

Diskussionsforum zu aktueller Belletristik. Leitung: Rita Thies

Das Literaturforum ist eine für alle Interessierten offene Veranstaltung, in der von den Teilnehmenden Werke der aktuellen Literatur und des 20. Jahrhunderts diskutiert werden (je Werk ca. 40 Minuten). Eine Teilnahmevoraussetzung versteht sich von selbst: Die Bücher sollten gelesen sein.

Die aufgerufenen Titel werden ab dem 17. November (vorhergehendes Literaturforum) bekanntgegeben.

Weitere Informationen finden Sie unter „Literaturforum“ auf dieser Webseite.

Anmeldung bitte unter literaturforum.wiesbaden@online.de