Aktuelles Programm

Hier finden Sie immer Wiesbadens aktuelles Literatur-Programm – übersichtlich in unserem elektronischen Kalender und als PDF zum Ausdrucken.

Die Veranstaltungen des Fördervereins sind im Kalender gelb hinterlegt.

 

 

hr2-Hörfest vom 21. bis 26. Januar 2020

Veranstaltungen rund um den auditiven Sinn / Verschiedene Veranstaltungsorte in ganz Wiesbaden

Bereits zum 19. Mal verwandelt sich Wiesbaden während des hr2-Hörfests in ein akustisches Experimentierfeld der Sinne. Eine knappe Woche lang bringen verschiedene Veranstaltungsformate im Staatstheater, Literaturhaus und in der Caligari FilmBühne die hessische Landeshauptstadt zum Klingen. Neben Highlights wie dem Labyrinth des Hörens, der großen hr2-Hörgala und der Verleihung des Kinder- und Jugendhörbuchpreises, lockt besonders der Auftakt mit einem Klangfeuerwerk: Nora Gomringer und Philipp Scholz erwecken zusammen mit dem Jazzpianisten Philip Frischkorn die Gedichte von Dorothy Parker fulminant zu neuem Leben. Die Broschüre mit dem Gesamtprogramm liegt aus.

Veranstalter: hr2-Kultur und Kulturamt Wiesbaden
Infos unter www.wiesbaden.de/hoerfest

Dezember

Literaturforum

Celeste Ng: Was ich euch nicht erzählte (Original 2014, auf Deutsch 2016 bei dtv) / Hans-Ulrich Treichel: Der Verlorene (1998, Suhrkamp) / Leitung: Rita Thies

Nähere Informationen zu dieser Veranstaltung erhalten Sie hier.

Veranstalter: Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V.

Ort: Literaturhauscafé, Frankfurter Str. 1, Wiesbaden

Mörderische Schwestern: Gina Greifenstein und Fenna Williams

Krimi-Lesung mit Plätzchen und schwarzem Humor / Autorenlesung

Die Autorinnen Gina Greifenstein und Fenna Williams versorgen Sie an diesem Nachmittag nicht nur mit frisch gebackenen Plätzchen oder echtem englischen Tee. Sie erfahren durch ihre Kurzkrimis auch, wie andere Zeitgenossen ihre familiären Probleme nachhaltig in den Griff bekommen und anschließend die Vorweihnachtszeit in vollen Zügen genießen können. Gina Greifenstein, neben ihrem kriminalistischen Können auch Autorin von Rezept- und Backbüchern, wird einige ihrer schmackhaftesten Kreationen servieren und Fenna Williams ihr Wissen über Tee, verbunden mit einem guten Schuss Rum oder Whisky, weitergeben.
Gönnen Sie sich einen (ent-)spannenden Adventsnachmittag mit Mord auf Biscuit und einer guten Tasse Tee.

Veranstaltungsort: Villa Schnitzler, Biebricher Allee 42, 65187 Wiesbaden
Veranstalter: Volkshochschule Wiesbaden

George-Konell-Förderpreis

Lesung & Verleihung

Seit 1997 wird der George-Konell-Förderpreis alle zwei Jahre ausgeschrieben und richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen neun bis zwölf aller Wiesbadener Schulen. Im Literaturhaus Villa Clementine wird an diesem Abend der mit 500 Euro dotierte Preis an die Autorin oder den Autor des Gewinnertextes verliehen und die Zweitplatzierung erhält einen Anerkennungspreis. Kulturdezernent Axel Imholz überreicht den Preis, dazu wird der Gewinnertext von einer Schauspielerin oder einem Schauspieler vorgetragen. Die Verleihung wird musikalisch umrahmt.

George Konell ist ein 1991 verstorbener Schriftsteller, der viele Dekaden seines Lebens in Wiesbaden verbracht hat. In seinem Gedenken stiftete seine Witwe Ilse Konell den George-Konell-Preis sowie den George-Konell-Förderpreis.

Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden.
Veranstalter: Kulturamt Wiesbaden und Literaturhaus Villa Clementine

Januar

Suppenlesung: Stefan Zweig, „Schachnovelle“

In Kooperation des Fördervereins und des Literaturhauses mit dem Verlagshaus Römerweg liest Armin Conrad aus der Novelle, Viola Bolduan moderiert. Nach diesem Angebot zur Mittagspause mit Suppe, Wasser und kurzer Lesung wird das Buch als Nachtisch mitgegeben.

Auf einer Schiffsreise fordert der Ölmagnat Mc Connor den fast roboterhaft unfehlbar spielenden Schachweltmeister Mirko Czentovic zu einer Partie heraus. Nachdem das erste Spiel, wie erwartet, verloren gegeben werden muss, tritt ein mysteriöser Fremder aus der Menge der Zuschauer und bietet seine Hilfe an… Doch die berühmte Novelle von Stefan Zweig erzählt mehr als nur die Geschichte einer spannenden Schachpartie.

Veranstaltungsort: Literaturhaus Villa Clementine, Literaturhauscafé, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Veranstalter: Förderverein Literaturhaus Villa Clementine e.V., Literaturhaus Villa Clementine, Verlagshaus Römerweg

Februar

Im Kleide der Lulu?

„Vom weiblichen Dämon zur selbstbestimmten Frau der Gegenwart“ / Katharina Adler, Theresia Enzensberger, Thomas Meinecke / Drei erzählerische Betrachtungen und Gespräche / Moderation: Beate Tröger (FAZ, SZ, DLF u.a.)

Ob Lulu oder Salomé, bis hin zur Maschinen-Maria in „Metropolis“: Die Kunst um 1900 reflektiert einen Frauentypus zwischen Kindfrau und aufreizender Femme fatale, der die Männer gewissenlos mit seiner scheinbar unschuldigen Anmut verführt.
Katharina Adler, Theresia Enzensberger und Thomas Meinecke haben sich von solchen Frauen- und Geschlechterbildern des Fin de Siècle inspirieren lassen und für das Literaturhaus Texte entwickelt, die Assoziationsräume schaffen und in der heutigen Zeit verankern.
Katharina Adlers Expertise zur Jahrhundertwende spiegelt sich besonders in ihrem Debütroman „Ida“ wider. Katharina Adler forscht nicht nur in der eigenen Familienhistorie, sondern unterfüttert ihren Roman mit einem fundiert recherchierten Zeitbild. Die Emanzipationsgeschichte einer jungen Frau am Bauhaus erzählt Theresie Enzensberger in ihrem Roman „Blaupause“. Sie kennt sich daher nur zu gut mit festgefahrenen Geschlechterbildern im beginnenden 20. Jahrhundert aus und wirft dabei ihren feministischen Blick auf eine männerdominierte Gesellschaft. Thomas Meinecke beschreibt sich selbst als „feministischer Autor“ und behandelt in seinem Werk Themen wie Gender, Weiblichkeit und Identität. So geht es in einem seiner bekanntesten Romane, „Selbst“, etwa um das schrillbunte Leben einer Mädchen-WG im Zerrspiegel des eigenen Geschlechts.

Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Literaturforum

Leitung: Rita Thies

Das Literaturforum ist eine offene Veranstaltung, in der jeweils zwei Bücher aus dem Bereich der aktuellen Literatur und/oder der Literatur des 20. Jahrhunderts diskutiert werden. Nähere Infos zu den Titeln können vor den Veranstaltungen unter www.literatur-in-wiesbaden.de nachgelesen werden oder sind auf Nachfrage unter literaturforum.wiesbaden@online.de erhältlich.

Ort: Literaturhauscafé, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden
Veranstalter: Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V.

David Wagner: „Der vergessliche Riese“

Autorenlesung / Moderation: Sandra Kegel (FAZ)

Die Gegenwart ist das Einzige, an dem sich der Vater festhalten kann. Für ihn existiert die Vergangenheit nur noch von einem grauen Schleier überzogen, die Zukunft ist jeden Tag aufs Neue ungewiss. Der Sohn erlebt die Demenz seines Vaters als Rollenwechsel, er muss sich nun um ihn kümmern, sich mit ihm beschäftigen und Trost spenden, wenn der Vater von seiner Verzweiflung übermannt wird. Für den Sohn bleibt der Vater zwar immer der Riese, jedoch ist er nun vergesslich geworden und bedarf selbst Betreuung und Beistand.

David Wagner, geboren 1971 in Andernach, ist der Verfasser zahlreicher Romane, Gedichte und prosaischer Stücke. Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Alfred-Döblin-Stipendium oder dem Kranichsteiner Literaturpreis. 2013 erhielt er für seinen Roman „Leben“ den Preis der Leipziger Buchmesse.

Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Nonchalant im Literatursalon: Gender in den schönen Künsten

Michael Ott, Marlene Streeruwitz u.a. / Podiumsgespräch / Moderation: Beate Tröger (FAZ, SZ, DLF u.a.)

Geschlechterbilder sind in der Literatur des Fin de Siècle ein vorherrschendes Thema. Arthur Schnitzler, Klaus Mann oder später Virginia Woolf stellen animalische Liebe, Homosexualität und sogar Geschlechtertausch offen in ihren Werken zur Schau. Ab den 1990ern erleben Genderfragen wieder ein Revival. Doch welche Auswirkungen hat der immer fluider werdende Geschlechterbegriff auf die Rollenbilder unserer Gesellschaft? Wie wirkt sich dies auf Familienkonzepte oder Machtstrukturen aus – und wie reagiert die Kunst?
Über solche Fragen sprechen unter anderem der Münchner Kultur- und Literaturwissenschaftler Michael Ott und die Wiener Dramatikerin und Autorin Marlene Streeruwitz und stellen mit ihren mitgebrachten Referenzbeispielen binäre Kategorien auf den Kopf.

Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Norbert Scheuer: „Winterbienen“

Autorenlesung / Moderation: Alexander Wasner (SWR)

Wenn die Luft erfüllt ist von Summen und Flügelschlag, dann kann das im Jahr 1944 zwei Dinge bedeuten: Entweder sind es Bienen oder Bomber. Norbert Scheuers hochgelobter Roman „Winterbienen“ setzt genau an dieser Stelle an und erzählt die Geschichte des wehruntauglichen Egidius Arimond, der sich als Epileptiker das Geld für seine teure Medizin verdienen muss. Kurzerhand funktioniert er seine Bienenstöcke um und verhilft darin Juden zur Flucht über die belgische Grenze. Norbert Scheuer behandelt dieses schwere Thema mit seiner gewohnt federleichten Sprache und versteht es einmal mehr, das fiktive Dörfchen Kall in der Eifel zum Zentrum seiner ganzen literarischen Erzählkraft werden zu lassen.

Norbert Scheuer, geboren 1951, lebt als freier Autor in der Eifel. Seine bisher acht Romane wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem stand sein Roman „Die Sprache der Vögel“ 2015 auf der Shortlist zum Preis der Leipziger Buchmesse. Die Romane „Überm Rauschen“ und nun auch „Winterbienen“ standen auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2009 beziehungsweise 2019. Zuletzt erhielt er 2019 für „Winterbienen“ den Wilhelm Raabe-Literaturpreis.

Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Saša Stanišić: Ein Autor stellt sich vor

21. Poetikdozentur: Junge Autoren / Moderation: Prof. Dr. Michael May

Mit einer kraftvollen Rede nahm Saša Stanišić im Oktober 2019 den Deutschen Buchpreis für seinen Roman „Herkunft“ entgegen und bewies damit einmal mehr, dass er zu den wichtigsten Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur gehört. Als Poetikdozent der Hochschule RheinMain und der Landeshauptstadt Wiesbaden spricht er darüber, was Heimat, Herkunft und Identität für ihn bedeuten. Im Zentrum steht dabei stets seine schriftstellerische Arbeit, die er in zwei Vorlesungen in der Hochschul- und Landesbibliothek sowie zwei Autorenlesungen im Kulturforum Wiesbaden näher beleuchtet. Zuvor spricht er unter dem Motto „Ein Autor stellt sich vor“ über sein Schaffen und Wirken im Literaturbetrieb.

Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad (ehemaliges Jugoslawien, heute Bosnien und Herzegowina) geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Für seine Werke – unter anderem „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ (2006) und „Vor dem Fest“ (2014) – wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen, dem Rheingau Literatur Preis sowie dem Preis der Leipziger Buchmesse im Jahr 2014.

Veranstaltungsort: Hochschule RheinMain, Campus Kurt-Schumacher-Ring 18, 65197 Wiesbaden
Veranstalter: Hochschule RheinMain und Kulturamt Wiesbaden

Saša Stanišić / 21. Poetikdozentur: Junge Autoren

Vorlesung

Buchpreisträger Saša Stanišić stellt seiner ersten Vorlesung als Wiesbadener Poetikdozent einige Fragen voran:
Wie entsteht ein Roman, dessen Erzählung nicht in der Gegenwart stattfindet?
Wie schreibt man einem historischen Stoff doch Gegenwart ein?
Wie ist der Stellenwert von Recherche für einen fiktionalen Text – wie lassen sich Fakten in Geschichten transportieren?
Wieso schaffen es vierzig erwachsene Männer Materialien für den Bau einer ganzen Mühle über den Ozean zu verschiffen und haben dann aber vor Ort niemanden, der sich mit dem Bau von Mühlen auskennt?
Wie ist es eigentlich, der jüngere, unbekannte Bruder von Georg Büchner zu sein?
Wie bringt man einem Komantschen deutsche Redewendungen bei?
Wie schreibt man eigentlich einen modernen Western?
Und was hat Bettina von Arnim mit all dem zu tun?
Ich weiß es auch alles nicht, vielleicht finde ich es ja in Wiesbaden aber heraus.

Veranstaltungsort: Hochschul- und Landesbibliothek RheinMain, Rheinstraße 55–57, 65185 Wiesbaden
Veranstalter: Hochschule RheinMain und Kulturamt Wiesbaden