Aktuelles Programm

Hier finden Sie immer Wiesbadens aktuelles Literatur-Programm – übersichtlich in unserem elektronischen Kalender und als PDF zum Ausdrucken.

Die Veranstaltungen des Fördervereins sind im Kalender gelb hinterlegt.

 

 

hr2-Hörfest vom 21. bis 26. Januar 2020

Veranstaltungen rund um den auditiven Sinn / Verschiedene Veranstaltungsorte in ganz Wiesbaden

Bereits zum 19. Mal verwandelt sich Wiesbaden während des hr2-Hörfests in ein akustisches Experimentierfeld der Sinne. Eine knappe Woche lang bringen verschiedene Veranstaltungsformate im Staatstheater, Literaturhaus und in der Caligari FilmBühne die hessische Landeshauptstadt zum Klingen. Neben Highlights wie dem Labyrinth des Hörens, der großen hr2-Hörgala und der Verleihung des Kinder- und Jugendhörbuchpreises, lockt besonders der Auftakt mit einem Klangfeuerwerk: Nora Gomringer und Philipp Scholz erwecken zusammen mit dem Jazzpianisten Philip Frischkorn die Gedichte von Dorothy Parker fulminant zu neuem Leben. Die Broschüre mit dem Gesamtprogramm liegt aus.

Veranstalter: hr2-Kultur und Kulturamt Wiesbaden
Infos unter www.wiesbaden.de/hoerfest

Februar

Saša Stanišić / 21. Poetikdozentur: Junge Autoren

Vorlesung

Buchpreisträger Saša Stanišić stellt seiner ersten Vorlesung als Wiesbadener Poetikdozent einige Fragen voran:
Wie entsteht ein Roman, dessen Erzählung nicht in der Gegenwart stattfindet?
Wie schreibt man einem historischen Stoff doch Gegenwart ein?
Wie ist der Stellenwert von Recherche für einen fiktionalen Text – wie lassen sich Fakten in Geschichten transportieren?
Wieso schaffen es vierzig erwachsene Männer Materialien für den Bau einer ganzen Mühle über den Ozean zu verschiffen und haben dann aber vor Ort niemanden, der sich mit dem Bau von Mühlen auskennt?
Wie ist es eigentlich, der jüngere, unbekannte Bruder von Georg Büchner zu sein?
Wie bringt man einem Komantschen deutsche Redewendungen bei?
Wie schreibt man eigentlich einen modernen Western?
Und was hat Bettina von Arnim mit all dem zu tun?
Ich weiß es auch alles nicht, vielleicht finde ich es ja in Wiesbaden aber heraus.

Veranstaltungsort: Hochschul- und Landesbibliothek RheinMain, Rheinstraße 55–57, 65185 Wiesbaden
Veranstalter: Hochschule RheinMain und Kulturamt Wiesbaden

Auftakt Wiesbadener KrimiMärz 2020: Morduntersuchungskommission

Autorenlesung mit Max Annas / Moderation: Hannes Hintermeier (FAZ)

Das Krimistipendium der Landeshauptstadt Wiesbaden geht im Jahr 2020 an Max Annas. Vier Wochen lang wird der Schriftsteller in Wiesbaden leben und arbeiten. „Morduntersuchungskommission“, Max Annas’ fünfter Roman, spielt im Jahr 1983 in der DDR. Er greift in ihm den realen Fall des ungeklärten Mordes an einem Vertragsarbeiter aus Mosambik auf. Gegen alle Widerstände ermittelt Oberleutnant Otto Castorp für die Morduntersuchungskommission (MUK), bis ihm der Fall vom Ministerium für Staatssicherheit entzogen wird – weil es nicht geben kann, was es nicht geben darf: rassistisch motivierte Morde im sozialistischen „Arbeiter- und Bauernstaat“.

Eindrücklich gelingt es Max Annas immer wieder, die Auswirkungen politischer Herrschaftsstrukturen auf die Bevölkerung eines Landes nachzuzeichnen.
Max Annas, geboren 1963 in Köln, war als Redakteur und Journalist tätig. Zurzeit lebt er in Berlin. Er wurde dreimal mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet.

Veranstalter & Ort : Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, 65189 Wiesbaden

März

Ingrid Noll: „Goldschatz“

Autorenlesung / Moderation: Thomas Koch (SWR)

Zusammen mit vier Freundinnen und Freunden zieht Beatrix in das alte Bauernhaus, das ihre Tante Emma hinterlassen hat. Die alternative Studenten-WG schwört dem Konsum ab und will der Wegwerfgesellschaft zeigen, dass es auch anders geht. Das Haus ist renovierungsbedürftig, aber zum Renovieren fehlt den Fünfen das Geld. Immerhin findet sich beim Ausmisten so manches, was sich zu Geld machen lässt. Aber auch menschliche Knochen im Gemüsegarten. Und schließlich ein Goldschatz. Den beansprucht aber auch der kauzige alte Nachbar für sich. Schon bald geraten die Ideale der WG-Bewohner ins Wanken – mit tragischen Folgen.

In gewohnt witzig-ironischem Ton konstruiert Ingrid Noll in ihrem neuen Roman ein gesellschaftskritisches Experiment. Geheimnisse, Lügen und der Goldschatz machen es den fünf Konsumverweigerern schwer, den Verlockungen des Kommerz’ zu widerstehen.

Ingrid Noll, geboren 1935 in Shanghai, studierte Germanistik und Kunstgeschichte. Sie ist Mutter dreier erwachsener Kinder und vierfache Großmutter. Nachdem die Kinder das Haus verlassen hatten, begann sie Kriminalgeschichten zu schreiben, die allesamt zu Bestsellern wurden. 2005 erhielt sie den Friedrich-Glauser-Preis für ihr Gesamtwerk, 2016 wurde sie zur Ehrenkommissarin der Bonner Polizei ernannt.

Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, 65189 Wiesbaden

Zoë Beck: „Wie die Spielbank baden ging“

Autorenlesung / Moderation: Gerwig Epkes

Während des „Wiesbadener KrimiMärz 2019“ hat Zoë Beck als Krimistipendiatin im Literaturhaus Villa Clementine residiert und den einmonatigen Aufenthalt in der hessischen Landeshauptstadt genutzt, um Stoff für einen Kurzkrimi zu sammeln. Entstanden ist eine absurde Geschichte rund um den idyllischen Kurpark und die unterirdischen Flüsse, die sich durch Wiesbaden ziehen. Bei Reparaturarbeiten wird versehentlich eine Thermalquelle unterhalb der Spielbank freigelegt. Die Folgen sind verheerend, der Casinobetrieb bald in Folge der austretenden Wassermassen nicht mehr möglich. Eine Umwidmung des Gebäudes zum Badehaus scheint unausweichlich. In den Hauptrollen erleben wir eine Buchmacherin sowie eine Leiche, die im schwefeligen Wiesbadener Quellwasser gefunden wird. Auch die grün gefiederten Halsbandsittiche mit ihrem markanten Geschrei und ihren unverwechselbaren Stoffwechselendprodukten haben ihren Auftritt.

Zoë Beck, geboren 1975, studierte englische und deutschen Literatur. Sie lebt und arbeitet in Berlin als Schriftstellerin und literarische Übersetzerin sowie als Dialogbuchautorin und Dialogregisseurin. Zusammen mit Jan Karsten leitet sie den CulturBooks-Verlag. 2014 erhielt sie den Krimipreis von Radio Bremen, 2016 den Deutschen Krimipreis für ihren Roman „Schwarzblende“. Im Juni 2020 erscheint ihr neuer Roman „Paradise City“.

Ort: Polizeipräsidium Westhessen, Konrad-Adenauer-Ring 51, 65187 Wiesbaden
Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine & Polizeipräsidium Westhessen

Tatort Rhein-Main

Autorenlesungen mit Uli Aechtner, Sonja Rudorf & Charly Weller / Moderation: Alexander Pfeiffer / Musik: Swing Guitars

Dreimal Mordsspannung aus Rhein-Main, dazu zwei Gitarren und ein Kontrabass – das sind die Zutaten für diese Kriminacht im Literaturhaus Villa Clementine.

Uli Aechtner entführt die Zuhörerinnen und Zuhörer in ihrem Roman mit dem urhessischen Titel „Die Bach runter“ in das fiktive Dorf Erlenweil in der Wetterau. Dort wird in der Asche eines niedergebrannten Lagerfeuers ein Baby gefunden. Die Suche nach der Mutter führt Kommissar Christian Bär und die Journalistin Roberta Hennig in die merkwürdige Szene der „Prepper“, die sich permanent gegen vermeintlich anstehende Katastrophen wappnen. Uli Aechtner, geboren 1952 in Bonn, ist von Beruf Journalistin und arbeitete viele Jahre für den SWR und das ZDF. Bevor sie in die Wetterau zog, war Wiesbaden länger als ein Jahrzehnt ihre Wahlheimat.

Sonja Rudorf macht in „Stromaufwärts“ die Mainmetropole Frankfurt zum Tatort. Die Therapeutin Jona Hagen ermittelt in ihrem zweiten Fall, der sie in die undurchsichtige Welt der Castingshows führt. Eine Leiche wird aus dem Main geborgen. Die Tote hat Gedichte und einen Abschiedsbrief hinterlassen. Die Spuren führen zu einem umschwärmten Gitarristen und tief hinein in die Psyche von Teenagern. Sonja Rudorf, geboren 1966 in Frankfurt, veröffentlichte 2000 ihren ersten Roman unter dem Titel „Die zweite Haut“. Es folgten Erzählungen und vier weitere Romane. Sie lebt als Schriftstellerin und Lehrerin für Kreatives Schreiben in Frankfurt.

Noch einmal nach Frankfurt geht es mit Charly Weller und seinem Roman „Gallus“. Im Park der Frankenallee im Gallusviertel wird eine Leiche aufgefunden. Weil der Mann nicht mehr dabei hatte als die Einladung zu einer Feier des Liebig-Museums in Gießen, wird Kommissar Roman Worstedt von der dortigen Kripo auf den Fall angesetzt. Und so steigt Worstedt, hinter seinem Rücken despektierlich „Worschtfett“ genannt, in die Frankfurter Abgründe hinab. Charly Weller, geboren 1951 in Marburg, ist von Hause aus Filmemacher. Er war Regisseur zahlreicher Folgen von TV-Krimi-Serien wie „Ein Fall für Zwei“ oder „Die Kommissarin“. Heute arbeitet er als Chef von „Mittelhessen-TV“ und lebt zwischen Gießen und Wetzlar.

In den Pausen sowie nach den Lesungen spielen die „Swing Guitars“ Evergreens von Duke Ellington, Cole Porter, George Gershwin und vielen anderen Helden der 40er Jahre. Frei nach einem Titel von Django Reinhardt präsentieren sich mit Ruud van Duijse und Stefan Varga zwei Jazzgitarristen, die trotz ihres völlig unterschiedlichen Stils zusammen einen sagenhaften Sound haben. Unterstützt werden sie vom bekannten Wiesbadener Kontrabassisten Alexander Sonntag.

Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, 65189 Wiesbaden

Literaturforum

Olga Tokarczuk: Gesang der Fledermäuse / Stanislaw Lem: Solaris / Leitung: Rita Thies

Das Literaturforum ist eine offene Veranstaltung, in der jeweils zwei Bücher aus dem Bereich der aktuellen Literatur und / oder der Literatur des 20. Jahrhunderts diskutiert werden. Nähere Infos finden Sie hier.

Veranstaltungsort: Literaturhauscafé, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden
Veranstalter: Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V.

Friedrich Ani: „All die unbewohnten Zimmer“

Autorenlesung / Moderation: Margarete von Schwarzkopf

Nahezu beiläufig führt Friedrich Ani in seinem neuen Roman die bekanntesten Ermittler aus früheren Büchern zusammen. Zwei treffen sich vor der Kulisse des Münchener Hauptbahnhofs, zwei weitere kommen unverhofft hinzu. Schließlich spüren Tabor Süden, Polonius Fischer, Jakob Franck und Fariza Nasri mehr oder weniger gemeinsam der Ermordung einer Frau und der Erschlagung eines Streifenpolizisten nach. „Die Vier“ bekommen es dabei mit Zeugen, die nichts gesehen haben wollen, Vermissten, die zur Aufklärung beitragen sollen und falschen Geständnissen zu tun. Nachfolgeverbrechen können sie ebenso wenig verhindern wie öffentliche Debatten über die unfähige Polizei, Flüchtlingskinder, Ost- und Westdeutschland und „das System“, das an so vielem schuld sein soll. Mit „All die unbewohnten Zimmer“ hat Friedrich Ani nicht nur einen originellen Kriminalroman, sondern auch einen hochaktuellen Gesellschaftsroman vorgelegt. Die Geschichte um einen Polizistenmord und syrische Flüchtlinge wartet mit einem überraschenden Plot, unzeitgemäßen Helden und allerhand verqueren Lebensgeschichten auf.

Friedrich Ani, geboren 1959, lebt in München. Er schreibt Romane, Gedichte, Jugendbücher, Hörspiele, Theaterstücke und Drehbücher. Sein Werk wurde mehrfach übersetzt und vielfach prämiert, u. a. mit dem Deutschen Krimipreis, dem Adolf-Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis.

Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, 65189 Wiesbaden

„Nicht ist es gut…, doch gut ist …“ / Zum 250. Geburtstag Friedrich Hölderlins

Dialogisches Abendseminar zu Satz und Gegensatz in Hölderlins Dichtung / Mit Iain Galbraith, Paul Krieger, Hartmut und Elke Boger (Literatur), Cornelia Thorspecken (Flöte)

Friedrich Hölderlin (geb. 20.3.1770 in Lauffen, gest. 7.6.1843 in Tübingen) war ein herausragender deutscher Dichter, der zu seinen Lebzeiten nie die Anerkennung gefunden hat, die ihm gebührte. Heutzutage ist er international einer der am meisten beachteten und wurde in alle Weltsprachen übersetzt. Thema dieses Abends sind Satz und Gegensatz in Hölderlins Dichtung, wobei das Gedicht „Andenken“ im ersten Teil des Seminars im Mittelpunkt der Betrachtung steht. Dabei werden biografische und intertextuelle Bezüge zu seinem Briefroman „Hyperion“ und zu weiteren Gedichten wie etwa „Patmos“ und „Abendphantasie“ hergestellt. Im zweiten Teil wird sich den Übersetzungen ins Französische, Italienische und Englische gewidmet und herausgearbeitet, welche Besonderheiten der einzelnen Sprachen bei der Übertragung bzw. Nachdichtung zu berücksichtigen sind. Da Hölderlin auch ein virtuoser Flötist war, wird der Abend entsprechend musikalisch begleitet. In der Pause ist für angemessene Verköstigung mit Brot, Käse, Oliven, Wasser und Wein gesorgt. Texte werden zur Verfügung gestellt.

Veranstaltungsort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, 65189 Wiesbaden
Veranstalter: VHS Wiesbaden in Kooperation mit Kulturfonds RheinMain und Förderverein Literaturhaus Villa Clementine

Stefan Koldehoff & Tobias Timm: „Kunst und Verbrechen“

Moderation: Julia Voss (Uni Lüneburg / F.A.S.)

Kunstraub zählt nach Schätzungen von Interpol neben dem Drogen und Menschenhandel zu den lukrativsten kriminellen Delikten. Auch Kunstfälschung ist ein lohnendes Geschäft. Grund genug für die Autoren Stefan Koldehoff und Tobias Timm, den Verflechtungen von Kunst und Kriminalität genauer nachzugehen. In ihrem aktuellen Buch „Kunst und Verbrechen“ erzählen sie anhand ausgewählter realer Fälle von Fälschungen, Geldwäsche, Steuerbetrug und Plünderungen antiker historischer Stätten. Mit den beiden Autoren wird Dr. Peter Forster auf dem Podium sitzen, um aus der Sicht des Museumsmachers zu diskutieren, was sich am System Kunstmarkt und in den Museen möglicherweise ändern muss.

Stefan Koldehoff, geboren 1967, ist Kulturredakteur beim Deutschlandfunk in Köln und schreibt unter anderem für Die Zeit und die FAZ. Tobias Timm, geboren 1975 in München, schreibt als Redakteur im Feuilleton der ZEIT von Berlin aus über Kunst, Architektur und den Kunstmarkt. Peter Forster ist seit 2010 im Museum Wiesbaden Kustos der Alten Meister, außerdem leitet er dort die Provenienzforschung.

Ort: Museum Wiesbaden, Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden
Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine und Museum Wiesbaden

Suppenlesung: Edgar Allan Poe

Lesung: Armin Conrad / Moderation: Rita Thies

Ungelöste Mordfälle, schwarze Katzen, mysteriöse Briefe und rätselhafte Käfer – wer eignet sich besser für eine Krimilesung als Edgar Allan Poe? Mit seinen Detektiv- und Schauergeschichten inspirierte der Autor des „Raben“ unzählige Meisterwerke der Krimi und Horrorliteratur. In der Anthologie „Der Goldkäfer. Unheimliche Geschichten“ aus dem Marix-Verlag (Wiesbadener Verlagshaus Römerweg) sind einige seiner besten versammelt: Der Goldkäfer, Eine Geschichte aus dem Felsengebirge, Der schwarze Kater, Das Fass Amontilladowein, Die Maske des roten Todes, Die Rache des Zwerges, Die Grube und das Pendel, Der alte Mann mit dem Geierauge, Die Mordtat in der Rue Morgue, Der gestohlene Brief, Bericht über den Fall Valdemar, Der Untergang des Hauses Usher, Metzengerstein, Ligeia, In der Tiefe des Maelstroms und William Wilson. Zu diesem Angebot in der Mittagspause gehören eine Suppe (Die Hofköche), Brot und Wasser sowie zum Nachtisch das Buch aus dem Marix-Verlag.

Ort: Literaturhauscafé Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, 65189 Wiesbaden
Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine, Förderverein Wiesbadener Literaturhaus und Verlagshaus Römerweg

Dostojewskis Erben: „Rache, Raub und Regenwald – Wiesbadener Verschwörungen“

Krimi-Spektakel

Gewitzte Bewohner einer Senioren-WG, rigorose Umwelt-Aktivisten und ausgebuffte Gentlemen-Gangster verfolgen, ohne voreinander zu wissen, ein lukratives Ziel: Sie wollen einen zwielichtigen Wiesbadener Bankier um sein Schwarzgeld erleichtern. Während die agilen Senioren brachliegende Fertigkeiten mobilisieren und sich die Klimaschützer mit der ökologisch korrekten Umsetzung ihrer erpresserischen Pläne herumschlagen, vergreift sich das Gangsterquartett nicht nur im Ton. Mit amüsant-spannenden Texten und in szenischen Lesungen unterhalten die Krimi-Spezialisten der Autorengruppe Dostojewskis Erben ihr Publikum in drei Räumen des Literaturhauses mit den kriminellen Verwirrungen ihrer Protagonisten.

Mit Karsten Eichner, Leila Emami, Christiane Geldmacher, Jürgen Heimbach, Peter Jackob, Susanne Kronenberg, Richard Lifka, Alexander Pfeiffer, Ute Schusterreiter, Leif Tewes, Belinda Vogt und Thorsten Weiß.

Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, 65189 Wiesbaden

Bodo V. Hechelhammer: „Spion ohne Grenzen: Heinz Felfe – Agent in sieben Geheimdiensten“

Autorenlesung und Diskussion / Moderation: Stefan Schröder (Chefredakteur Wiesbadener Kurier)

Heinz Felfe war bis 1945 SS-Obersturmführer – und danach beim Bundesnachrichtendienst. Er wurde in den frühen Fünfzigern zum V-Mann und Spion westlicher Geheimdienste. Womit keiner rechnete: Er ließ sich auch vom sowjetischen KGB anwerben. Im BND wurde er dann zum Leiter der Abteilung „Gegenspionage Sowjetunion“ befördert. 1961 wurde er enttarnt und verhaftet, 1969 als Agent im Programm mit der DDR ausgetauscht. Bis 1991 lehrte Heinz Felfe Kriminalistik an der Berliner Humboldt-Universität. Eine Karriere, die Bodo V. Hechelhammer genauestens recherchiert hat.

Bodo. V. Hechelhammer, geboren 1968, ist seit achtzehn Jahren beim Bundesnachrichtendienst beschäftigt und seit drei Jahren dessen Chefhistoriker.

Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden
Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine, Förderverein Literaturhaus und Presseclub Wiesbaden

April

Karl-Heinz Ott: „Hölderlins Geister“

„Der Hölderlin isch et veruckt gwä!“, das stand lange an der Mauer zum Tübinger Hölderlinturm geschrieben. Nun wird das 250.Jubiläum seines Geburtstages gefeiert. Karl-Heinz Otts literarisches Essay spürt Hölderlins Leben als Dichter nach, folgt ihm bis in eben jenes Tübinger Turmzimmer, in das er nach der Diagnose einer geistigen Erkrankung gesperrt wurde. Dabei interessieren ihn weniger die biografischen Eckpunkte, als vielmehr die Rezeption Friedrich Hölderlins im Lauf der Jahre. Zeitweise fast vergessen, entdeckte ihn der George-Kreis im 20. Jahrhundert wieder, später feierten ihn die 68er als Revolutionär. Kaum eine Gestalt der deutschen Literaturgeschichte machte in seinem Ansehen solche Wendungen durch wie der Lyriker aus Schwaben.

Karl-Heinz Ott wurde 1957 in Ehingen geboren und ist Verfasser zahlreicher Romane, Theaterstücke, Reportagen und Essays. Dafür wurde er unter anderem 1999 mit dem Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises der Stadt Bad Homburg ausgezeichnet. 2008 stand sein Roman „Ob wir wollen oder nicht“ auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis, 2005 und 2009 war er für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

FILMVORFÜHRUNG IM ANSCHLUSS

„Friedrich Hölderlin: Dichter sein. Unbedingt!“
Dokumentarfilm von Hedwig Schmutte und Rolf Lambert
ARTE/SWR 2019, 52 Min.
Am 11. September 1806 wird Friedrich Hölderlin von seinem Wohnort Bad Homburg abtransportiert und gegen seinen Willen in der psychiatrischen Abteilung einer Tübinger Klinik interniert. Schließlich wird er als unheilbarer Fall einem Tübinger Schreiner zur Pflege übergeben. Bis zu seinem Tod lebt der Dichter in einem Turmzimmer des Hauses – 36 lange Jahre. Der Film montiert Spielszenen und Aufnahmen von Originalschauplätzen mit Kommentaren namhafter Literaturexperten und zeichnet so die Entstehungsgeschichte eines bahnbrechenden poetischen Werkes nach.
Eintritt frei

Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden
Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine, ARTE

Saša Stanišić: „Herkunft”

Autorenlesung / Moderation: Alf Mentzer (hr2-kultur)

Unter großem Jubel wurde Saša Stanišić 2019 der Deutsche Buchpreis verliehen. In Wiesbaden liest er nun als Poetikdozent aus seinem Roman „Herkunft“, der sich jeder Genrezuweisung und Formvorgabe verweigert. Darin beschreibt er mal fantastisch überhöht, mal präzise autobiografisch seine Kindheit und Jugend in einer bosnischen Einwandererfamilie und dementsprechend seine ganz eigene Sicht auf die „Herkunft“ auf literarisch beeindruckende Weise und setzt sich mit der eigenen Identität auseinander.

Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad, Jugoslawien, geboren. Er ist der Verfasser zahlreicher Erzählungen, Hörspiele und Romane. Für seine Werke wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2005 mit dem Kelag-Publikumspreis beim Ingeborg-Bachmann-Preis, 2013 dem Alfred-Döblin-Preis, 2014 dem Preis der Leipziger Buchmesse und 2016 mit dem Rheingau-Literatur-Preis.

Ort: Kulturforum Wiesbaden, Friedrichstr. 16, 65185 Wiesbaden
Veranstalter: Hochschule RheinMain und Kulturamt Wiesbaden

Elisabeth und Michael Buback: „Der General muss weg! Siegfried Buback, die RAF und der Staat“

Einführung, Lesung & Gespräch / Moderation: Stefan Schröder (Chefredakteur Wiesbadener Kurier)

Elisabeth und Michael Buback, die Kinder des Generalbundesanwalts Siegfried Buback, gehen in ihrem gerade erschienenen Buch „Der General muss weg!“ der Frage nach, wer ihren Vater am 7. April 1977 denn wirklich erschossen hat. Im Buch erläutern sie ihre unterschiedlichen Anstrengungen auf der Suche nach der Wahrheit und legen ein erschütterndes Protokoll des Strafprozesses gegen die RAF-Terroristin Verena Becker vor dem Oberlandesgericht Stuttgart vor. In dem von 2010 bis 2012 stattfindenden Prozess wurde vor allem eines klar: Verena Becker war geheime Informantin des bundesdeutschen Verfassungsschutzes.

Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden
Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine, Förderverein Literaturhaus und Presseclub Wiesbaden

Eine romantische Frau

Büchertheater mit Manfred Beilharz / Szenische Lesung

Es ist eine Skandalgeschichte aus der Familie Brentano: die Ehe zwischen Clemens Brentano und Auguste Bussmann. Sie war 16, er fast doppelt so alt und die Familien der beiden „not amused“. Auch Onkel Bethmann hatte anderes mit seinem Spross vor, so dass das Paar nach Kassel zu den Grimms flüchtete. Ohne Geld und von der bürgerlichen und intellektuellen Gesellschaft angefeindet, ging die Ehe bald schief. Das Stück basiert auf „Requiem für eine romantische Frau“, dem von Hans Magnus Enzensberger veröffentlichten Briefwechsel zwischen Auguste Bussmann und Clemens Brentano. Für Manfred Beilharz verfasste er daraus ein Theaterstück, das Beilharz 1990 als „Eine romantische Frau. Ein Liebeskampf in sieben Sätzen“ in Kassel uraufgeführt hat. Sämtliche Texte der handelnden Figuren sind originale Briefzitate: auch Jakob Grimm und Schwager Savigny melden sich zu Wort. Stoff und Figuren haben lokalen Bezug zur Rhein-Romantik. Es lesen Manfred Beilharz und die Schauspielerin Alexandra Finder.

Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden
Veranstalter: Förderverein Wiesbadener Literaturhaus

Ulrike Keding: „Die heimliche Freiheit: Eine Reise zu Irans starken Frauen“

Autorenlesung / Moderation: Ann-Christin Hornberger (ARTE/ZDF)

Zum Welttag des Buches: Freiheit für das Wort

Ulrike Keding macht sich auf die Suche nach dem anderen Iran. Vor allem die Frauen, die sie kennenlernt, geben ihr Hoffnung. Sie gehen mutig und selbstbewusst ihren eigenen Weg und setzen sich von der männlich geprägten Staatsdoktrin ab. Sie repräsentieren eine junge Generation westlich orientierter Iranerinnen und streben nach Freiheit, die sich oft nur heimlich verwirklichen lässt. Die Porträts der Autorin machen deutlich, dass wir den Iran und seine Menschen nicht aufgeben dürfen.

Ulrike Keding, geboren 1963, ist ausgebildete Rundfunk- und Fernsehredakteurin des Auslandssenders Deutsche Welle. Sie war Reporterin bei Deutsche Welle TV, RBB, WDR und ZDF. Sie arbeitet als freie Journalistin in den Printmedien.

Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden
Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine und Förderverein Wiesbadener Literaturhaus

Weltschmerz, Wollust, wilde Pein

Jugendstil-Salon / Lesung & Musik

Zum Abschluss der Reihe „Literatur – Kunst – Geschlecht“ lässt das Literaturhaus Villa Clementine in Kooperation mit dem Hessischen Staatstheater das Fin de Siècle für einen Abend wiederaufleben. Die literarisch-musikalische Reise durchstreift die Schauplätze und ästhetischen Spielarten dieser spannungsreichen Epoche, deren Motive vom schillernd Schönen bis hin zu morbiden Verfallsphantasien reichen.

Klara Wördemann studierte Schauspiel an der an der Otto-Falckenberg-Schule in München und liest aus ausgewählten Texten des Fin de Siècle. Der australische Bariton Daniel Carison studierte an der Universität von Melbourne und interpretiert dazu passende Musikstücke dieser Zeit. Begleitet wird er am Klavier von Levi Hammer.

Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden
Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine in Kooperation mit dem Staatstheater Wiesbaden

Schlag auf Schlag

Bücher-Slam

Zum Welttag des Buches: Freiheit für das Wort

Der Förderverein des Literaturhauses erweitert sein Programm mit einem ersten Bücher-Slam zum Welttag des Buches. Alle Literaturfreundinnen und -freunde sind eingeladen, Bücher, die ihnen auf den Nägeln brennen und sie deshalb dringend weiter empfehlen wollen, kurz und knapp innerhalb von maximal fünf Minuten vorzustellen. Wer bis zu maximal drei Buch-Exemplare mitbringen und präsentieren will, bleibt innerhalb von zehn Minuten Vorstellungszeit. In dieser Weise geht es Schlag auf Schlag reihum.

Interessenten melden sich bitte an unter: foerderverein.wiliteraturhaus@online.de

Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str.1, 65189 Wiesbaden
Veranstalter: Förderverein Literaturhaus in Kooperation mit dem Literaturhaus

Bachtyar Ali: „Perwanas Abend“

Autorenlesung / Moderation: Martin Maria Schwarz (hr2)

Perwanas Alltag und der ihrer Freundinnen wird von ständig neuen Grenzen beschränkt, sei es durch ihre Väter oder die despotischen Glaubenshüterinnen ihres Dorfes. Als eine nach der anderen mit ihrem Geliebten verschwindet, ergreift auch Perwana die Flucht. Ihrer zurückgelassenen Schwester Khandan entzieht das den Boden unter den Füßen, und sie begibt sich auf die Suche nach ihr, mit unbekanntem Ziel …

Bachtyar Ali wurde 1966 in Sulaimaniya, im Nordirak, geboren und ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Schriftsteller des autonomen irakischen Kurdistan. Sein 1997 erschienenes Debüt „Perwanas Abend“ wurde nun erstmals ins Deutsche übersetzt. 2017 wurde er mit dem Nelly-Sachs-Preis ausgezeichnet. Er lebt in Köln.

Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str.1, 65189 Wiesbaden
Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine in Kooperation mit dem Förderverein Literaturhaus