Literaturveranstaltungen in Wiesbaden, auch virtuell

Aufgrund der Corona-Pandemie und anstehender Renovierungsarbeiten sind im Literaturhaus Villa Clementine auf der Beletage alle Veranstaltungen bis auf Weiteres abgesagt. Sie finden hier im Kalender geplante Literaturveranstaltungen in Wiesbaden an Orten, die größere Möglichkeiten vorhalten, um das Abstandsgebot einzuhalten, und Veranstaltungen, die digital angeboten werden.

Juni

Literaturforum via Zoom

Iris Wolff: "Die Unschärfe der Welt"

Offenes Diskussionsforum zur Literatur / Moderation: Rita Thies

Informationen zum Roman und (eintrittsfreie) Anmeldung auf unserer Website unter „Literaturforum“ hier:

https://www.literatur-in-wiesbaden.de/literaturforum/literaturforum-am-15-juni-2021-via-zoom/

Literaturpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden an Maren Kames – Vor Ort und Live-Stream

Preisverleihung und Lesung

Literatur steht zunehmend nicht mehr für sich allein, sondern in literarischen Texten werden Bezüge zu anderen Künsten, Medien, sogar wissenschaftlichen Diskursen hergestellt. In dem ästhetischen Spiel entstehen raffinierte Kompositionen mit einer weiteren Bedeutungsebene –Werke, die durch ihre Innovation und Komplexität preiswürdig für den neuen Literaturpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden sind. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird seit 2020 alle zwei Jahre für ein Gesamtwerk vergeben. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende verleiht den Preis nachträglich in diesem Jahr in einer Feierstunde an die Lyrikerin und Textperformerin Maren Kames. Die Laudatio hält Andreas Platthaus.

MAREN KAMES wurde 1984 in Überlingen geboren und vereint in ihrem Schaffen Referenzen aus Musik, Film, Rundfunk oder Videokunst. „Ihre Werke übertreten die Grenzen zwischen literarischen Genres, medialen Formen und entfachen Feuer und Gegenfeuer auf unterschiedlichen Feldern der Kunst“, heißt es in der Jurybegründung.

Die Jury bilden die Journalistin und Literaturkritikerin Mara Delius (Literarische Welt, Die Welt), der Journalist Andreas Platthaus (FAZ) sowie die Literaturkritikerin und Moderatorin Insa Wilke (Die ZEIT, SZ).

Eintritt frei. Einlass ist nur mit Karte möglich. Diese sind in der T-Info und online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus erhältlich. Die Verleihung wird live auf www.wiesbaden.de/literaturpreis gestreamt.

hr2-Hörfest Jubiläum: Zum 20. Mal

Vom 23.06. bis 27.06. Veranstaltungen rund um den auditiven Sinn

hr2-kultur und die Landeshauptstadt Wiesbaden laden zum 20. Mal zum hr2-Hörfest Wiesbaden ein. Die Jubiläumsausgabe präsentiert sich aufgrund der Corona-Pandemie in veränderter Form. 

Das traditionsreiche „Labyrinth des Hörens“ findet diesmal gleich an drei verschiedenen Orten statt. Der Hörbuchpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden für das beste „Kinder- und Jugendhörbuch des Jahres 2020“ wird im Programm von hr2-kultur vergeben. Die hr2-Hörgala und hr2-Kinder-Hörgala im Hessischen Staatstheater Wiesbaden müssen leider entfallen.

Um die erforderlichen Abstands- und Hygieneregeln einhalten zu können, zieht das „Labyrinth des Hörens“ um. Statt in den Räumlichkeiten des Literaturhauses Villa Clementine findet die Veranstaltung diesmal im Museum Wiesbaden, in der Marktkirche und im Kulturforum statt. Das Publikum ist eingeladen, an allen drei Orten spannenden Vorträgen zu lauschen. Themen sind der musikalische „Fingerabdruck“ von Kirchenglocken, Hörspiel-Klangkunst und die „unerhörten“ Töne des Trautoniums.

Auch der mit 10.000 Euro dotierte Hörbuchpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden für das beste „Kinder- und Jugendhörbuch des Jahres 2020“ wird pandemiebedingt in neuer Form präsentiert. Statt im Rahmen einer Kinder-Hörgala wird der Preis am Sonntag, 27. Juni, im Programm von hr2-kultur verliehen. Er geht an die Schauspielerin Birte Schnöink. Sie wird für ihre Sprecherleistung für das Hörbuch „Der Junge in der letzten Reihe“, eine Schul- und Fluchtgeschichte von Onjali Q. Raúf (Hörcompany), ausgezeichnet. In der Sendung berichtet die Jury der hr2- Hörbuchbestenliste, was ein Hörbuch aus der Flut der Veröffentlichungen heraushebt und welche Kriterien bei der Bewertung gelten. Die Leiterin der Hörcompany gibt Einblicke in die Besonderheiten der Produktion. Und Kulturdezernent Axel Imholz verrät, warum sich die Stadt Wiesbaden so für das Hören engagiert. Außerdem mit dabei: Kinder der Wiesbadener Schule Campus Klarenthal. Moderiert wird die Radiosendung von Klaus Krückemeyer.

Live in der Stadt, voraussichtlich im Lilien-Carré, soll am Mittwoch, 23. Juni, die Performance „Buddhacage“ von Armin Nufer stattfinden. Textfragmente von Siddharta Gautama, John Cage und Menschen in Gefängnissen werden darin durch Sprache, Bewegung und Musik in performative Aktionen überführt.

Für das Projekt „Klänge, Sounds, Geschichten2 haben Wiesbadener Schulklassen gemeinsam mit Wiesbadener Musikerinnen und Musikern sowie Komponistinnen und Komponisten bereits seit dem vergangenen Jahr an ihren Soundexperimenten und Klangprojekten gearbeitet. Für die Zusammenarbeit im Distanzunterricht wurden dabei kreative Lösungen gefunden. Präsentiert werden die Ergebnisse diesmal ausschließlich im Radio, in der hr2-Sendung „Lauschinsel“ am Sonntag, 25. Juli.

Die Caligari FilmBühne zeigt ihren Besuchern am Samstag, 26. Juni, mit „A Symphony of Noise“ die Welt des Konzeptkünstlers Matthew Herbert, einem Star der elektronischen Musik, der seine Elektro-Rhythmen mit politischen Botschaften ausstattet. Zudem wird ein zugeschaltetes Filmgespräch angeboten. Außerdem ist im Anschluss der Film „The United States vs. Billie Holiday“ zu sehen. Das „Traumkino für Kinder“ erzählt mit „Blanka“ am Samstag, 26., und Sonntag, 27. Juni, von einem elternlosen Kind in Manila und seiner Freundschaft zu einem blinden Straßenmusiker.

www.wiesbaden.de/hoerfest.

hr2-Hörfest: Buddhacage

Wort-Klang-Performance mit Sabine Gramenz, Armin Nufer, Silvia Sauer und Jörg Fischer

Wie interpretiert man die Welt aus einem Gefängnis, wie als erleuchteter Buddha und wie als avantgardistischer Musiker und Autor des 20. Jahrhunderts?

Durch Überführung von Textfragmenten in performative Aktionen und Interpretation hinterfragt „Buddhacage“ unser individuelles Selbstverständnis und verwickelt das Publikum in Krisen und Kontemplationen. Spannungsfelder aus Sprache, Bewegung und Musik rufen Widerstände, Lust und Nachdenklichkeit hervor, erhellen und verstören.

Die Sängerin Sabine Gramenz und der Schauspieler Armin Nufer bearbeiten die Texte mit ihren Körpern und ihren Stimmen. Die Vokalistin Silvia Sauer und der Schlagzeuger Jörg Fischer verfremden und verwandeln sie in Töne, Cluster und Musik. Gemeinsam erzeugen sie innerhalb eines unplanbaren Wort-Klang-Geschehens einen Wahrnehmungssog.

Mit Texten über Siddhartha Gautama, von Menschen in Gefängnissen, von John Cage u.a.

Idee, Entwicklung und Umsetzung: Armin Nufer.

Hinweis

Achtung! Zum Einlass wird ein tagesaktuelles zertifiziertes Coronaschnelltestergebnis bzw. ein Impf-/ Genesungsausweis mit Personalausweis benötigt. Während der gesamten Veranstaltung besteht Maskenpflicht.

Anmeldung über

http://www.wiesbaden.de/hoerfest

hr2-Hörfest: Labyrinth des Hörens

Die beliebte Veranstaltung mit drei Vortragenden findet diesmal an drei verschiedenen Orten statt, die nacheinander aufgesucht werden

Die drei Referenten und Referentinnen erwarten Sie diesmal an drei verschiedenen Orten: Marktkirche, Museum, Kulturforum. Sie können mit einem Ticket alle drei Vorträge besuchen. Beim Ticketkauf wird festgelegt, in welcher Reihenfolge Sie die Vorträge an den einzelnen Orten besuchen. Die Reihenfolge steht auch auf Ihrem Ticket. Bitte halten Sie sich unbedingt daran, damit an jedem Ort ausreichend Plätze zur Verfügung stehen.

Die Vorträge dauern 30 Minuten, dazwischen sind 30 Minuten Pause zum Ortswechsel.

Peter Pichler: Wie klingt das Trautonium? Ort: Kulturforum, Friedrichstr. 16

Das Trautonium wurde 1929 in Berlin entwickelt. Bis heute ist die elektronische Wärme und die unglaubliche Klangvielfalt dieses Urvaters des Synthesizers unerreicht. Wer Hitchcocks „Die Vögel“ kennt, hat schon einige Trautonium-Klänge gehört, wenn auch oft unbewusst. Kaum jemand aber hat dieses Instrument schon einmal live erlebt. Warum das so ist und welche Geschichten sich um das Instrument und seine „unerhörten“ Töne ranken, verrät Peter Pichler in seinem Vortrag, zu dem er sein selbstgebautes Trautonium mitbringen und spielen wird. Peter Pichler lebt als Musiker in München und ist weltweit aktuell der einzige Künstler, der mit dem Trautonium auftritt. Er studierte klassische Gitarre und Renaissance-Laute, komponiert für Film, Fernsehen und Theater und ist als Musiker bei Produktionen von Peter Licht, Funny van Dannen und Hans Söllner beteiligt. 2019 führte er das Trautonium erstmals in dessen 90-jähriger Geschichte aus Europa heraus auf eine Konzerttournee durch Australien.

Michael Plitzner: Wie klingen Glocken? Ort: Marktkirche, Schlossplatz 4

Kirchenglocken gibt es in Europa seit gut 1000 Jahren. In unterschiedlichen Läute-Traditionen rufen sie zum Gebet, zeigen die Zeit an oder erklingen zu wichtigen Ereignissen. Eigentlich werden Kirchenglocken „für die Ewigkeit“ gegossen, doch manchmal bekommen sie bereits nach wenigen Jahren Risse und verlieren ihren Wohlklang. Woran liegt das und wie lässt sich dem vorbeugen? Zum Beispiel mithilfe des „musikalischen Fingerabdrucks“ einer Glocke. Er deckt auf, ob bereits Anzeichen für einen beginnenden Schaden vorliegen. Zudem gibt es moderne Verfahren, um Glocken schonend zu läuten und so ihr Klangverhalten positiv zu beeinflussen. Michael Plitzner ist Glockensachverständiger und Geschäftsführer des Europäischen Kompetenzzentrums für Glocken ECC-ProBell an der Hochschule Kempten im Allgäu. Nach seinem Theologiestudium hat er Maschinenbau studiert und forscht seitdem an Kirchenglocken. Gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Leiter des ECC-ProBell, Prof. Andreas Rupp, hat er den „musikalischen Fingerabdruck von Glocken“ entwickelt.

Antje Vowinckel: Wie klingt Sprache? Ort: Museum Wiesbaden: Friedrich-Ebert-Allee 2

Wie viel Musik steckt in Sprache? Dieser Frage widmeten sich Komponisten und Komponistinnen im letzten Jahrhundert. Sie begannen, sich mit den melodischen Qualitäten von Sprache zu beschäftigen und notierten aufgeschnappte Sprechmelodien. Heute erleichtern moderne aufzeichnungsmöglichkeiten die ästhetische Verwendung von freier improvisierter Sprache in den verschiedenen Künsten. Die Hörspielmacherin und Komponistin Antje Vowinckel nutzt Methoden wie „automatic speaking“ oder „Dialekt-Karaoke“, um den musikalischen Qualitäten von Sprachen nachzuspüren. In ihrem Vortrag zeigt sie auf, wie sie mit den Melodien der Alltagssprache komponiert und die traditionelle Trennung von Text und Musik auflöst. Dabei gibt sie auch dem Publikum so manch inspirierenden Impuls mit. Antje Vowinckel lebt als freie Hörspielmacherin, Komponistin, Regisseurin und Musikperformerin in Berlin. Für ihre Arbeit erhielt sie zahlreiche Preise und Stipendien, darunter den Prix Europa und den Karl-Sczuka-Förderpreis. Ihr bekanntestes Stück „Call me yesterday“ wurde in 17 Ländern gesendet.

Aufgepasst: Sie müssen ein Ticket für die Reihenfolge Ihres Besuchs an den verschiedenen Orten buchen!

Hinweis

Achtung! Zum Einlass wird ein tagesaktuelles zertifiziertes Coronaschnelltestergebnis bzw. ein Impf-/ Genesungsausweis mit Personalausweis benötigt. Während der gesamten Veranstaltung besteht Maskenpflicht

Anmeldung 

http://www.wiesbaden.de/hoerfest

Verdichtungen To-Go

PoesieTankStellen im Rheingauviertel von 11.30 - 13.30 Uhr

SprechWerkMonta zu Gast bei den Kulturtagen Rheingauviertel-Hollerborn

Nach der erfolgreichen Premiere von PoesieTankStellen im Rahmen der Kulturtage Rheingauviertel-Hollerborn im Sommer 2020 kommt dieses Format nun wieder. In einer Matinee werden wieder Autoreninnen und Autoren sowie Schauspielerinnen und Schauspieler an ausgesuchten Plätzen auf den Straßen, in den Vorgärten oder im Hinterhof des Rheingauviertels kürzere Lese-Sessions abhalten. Das Publikum kann sich von Ort zu Ort begeben und die sich wiederholenden Mini-Lesungen Station für Station spazierend genießen. Der Schwerpunkt liegt bei Lyrik und Kurztexten, die teils auch mit akustischen Performationen begleitet werden. Lassen Sie sich überraschen!

Findet auch bei Regen entsprechend geschützt statt!

Juli

Andreas Maier: „Die Städte“ – Vor Ort und Live-Stream

Autorenlesung. Moderation: Tilman Spreckelsen (FAZ)

„Ortsumgehung“ ist ein Lebensprojekt. Elf Bände soll die Roman-Reihe umfassen, im Jahr 2010 hat Andreas Maier begonnen. Mit „Die Städte“ legt er nun den achten Band dieses opulenten Werks vor und bricht damit immer weiter die starre Romanstruktur auf. Schlaglichter werden geworfen, Erinnerungen ausgetauscht, das verbindende Element sind die Städte, die unterwegs bereist werden: Barcelona, Bautzen oder Berlin. Zutiefst autobiografisch, aber doch präzise analysiert, nimmt Andreas Maier den Leser mit auf seine Reisen, deren Weg immer das Ziel ist.

ANDREAS MAIER, geboren 1967, gehört zu den produktivsten und bekanntesten deutschsprachigen Autoren. Sein großes und andauerndes Werk ist die „Ortsumgehung“-Reihe, die bei ihrem Abschluss elf Bände umfassen soll. Begonnen mit „Das Zimmer“ im Jahr 2010, ist „Die Städte“ nun der achte Band der Reihe, die durch ihre Autofiktionalität geprägt ist. Dafür wurde er vielfach ausgezeichnet und erhielt unter anderem 2010 den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis oder war im gleichen Jahr für den Deutschen Buchpreis nominiert. 2007 hatte er die Wiesbadener Poetikdozentur:junge Autoren inne.

Streaming-Tickets sind für € 5 über www.reservix.de und die Homepage des Literaturhauses erhältlich.

Literaturforum via Zoom

John Williams: "Stoner"

Offenes Diskussionsforum zur Literatur / Moderation: Rita Thies

Informationen zum Roman und (eintrittsfreie) Anmeldung auf dieser Website unter

https://www.literatur-in-wiesbaden.de/literaturforum/literaturforum-am-6-juli-2021-via-zoom/

Christian Seltmann: „Robin Cat“-Reihe

Junges Literaturhaus. Mitmach-Musical-Lesung ab 7 Jahren (Dauer: 60 Minuten)

Vorne sitzt der Autor mit Buch, Gitarre und Mundharmonika – die Kinder im Publikum sind für die Geräusche zuständig. Christian Seltmann hat für seinen Superhelden Robin Cat, die Katze in den markanten roten Hosen, ein vergnüglich aufregendes Konzept entwickelt, bei dem die Live-Lesung als Hörspiel direkt mitaufgenommen wird. So erwachen die Abenteuer von Robin Cat auf der Insel Mumpitz mithilfe der kleinen Zuschauerinnen und Zuschauer zum Leben und bereiten durch eine zur Verfügung gestellte mp3-Datei auch nach der Lesung große Freude.

CHRISTIAN SELTMANN war Matratzenlieferant, Radiosprecher oder Krankenwagenfahrer, bevor er sich dem Schreiben von Kinderbüchern widmete. Seine Werke wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2020 mit dem SPELL-Jahrespreis für Erstleseliteratur, 2014 mit dem Preuschhof-Preis für Erstlesebücher oder zwei Mal mit dem Leipziger Lesekompass der Leipziger Buchmesse und der Stiftung Lesen.

Anmeldung erforderlich bis 7. Juli unter literaturhaus@wiesbaden.de.  Begrenzte Teilnehmerzahl.