Aktuelles Programm

Hier finden Sie immer Wiesbadens aktuelles Literatur-Programm – übersichtlich in unserem elektronischen Kalender und als PDF zum Ausdrucken.

Die Veranstaltungen des Fördervereins sind im Kalender gelb hinterlegt.

Programm für Mai / Juni

 

 

August

Besuch mit Goethe bei den Brentanos

Am Freitag, 9. August, 17 Uhr, besucht der Förderverein Literaturhaus das Brentano-Haus in Oestrich-Winkel. Angela Baronin von Brentano wird durch Räume führen, in denen sich auch Goethe immer wieder gerne aufgehalten hat.

Am Freitag, 9. August, 17 Uhr, lässt sich der Förderverein des Literaturhauses durch das Brentanohaus in Oestrich-Winkel führen. Es ist eine Gelegenheit, das Haus zu erkunden, in dem Goethe gern zu Gast war und dort seinen Wein genoss. Wem vor 200 Jahren die Literatur und die Zukunft Deutschlands am Herzen lag, der ging hier ein und aus. Die Grimm-Brüder ebenso wie der Freiherr vom Stein, Karoline von Günderrode oder Achim von Armin.
Angela Baronin von Brentano wird durch die historischen Räumlichkeiten führen. Die Germanistin weiß lebhaft von deren Geschichte zu erzählen. Noch immer ist das Haus, auch nach seiner Sanierung durch das Land Hessen, mit Originalmöbeln und Originaltapeten ausgestattet, wie sie Goethe benutzt und gesehen hat.
Nach der Besichtigung wollen wir gemeinsam in das schöne Weinlokal der Familie Allendorf im Brentanohaus einkehren.

Brentano-Haus: 65375 Oestrich-Winkel, Am Lindenplatz 2. Gegenüber befindet sich die Brentanoscheune mit großem Parkplatz. Mit der VIA25 dauert die Fahrt von Wiesbaden zum Bahnhof Oestrich-Winkel 24 Minuten, der Bus der Linie 171 vom Wiesbadener Hauptbahnhof in Richtung Lorchhausen hält am Brentano-Haus.

Bücher-Picknick im Warmen Damm

Im Sommer wollen auch Bücher an die frische Luft. Deshalb werden sie mitgenommen zu einem Bücher-Picknick in den Warmen Damm.

Zum ersten Bücher-Picknick im Warmen Damm packen wir in den Korb Texte, die vom Essen und Trinken handeln. Im Korb befinden sich auch die Nahrungs- und Genussmittel, von denen die Texte handeln. Alles natürlich in kleinen, bekömmlichen Portionen. Die textliche Portion wird verlesen von dem, der sie mitgebracht und die entsprechenden Naturalien auf der Picknickdecke zum Verzehr ausgebreitet hat. Beispiel: Schweizer Käse zu Tucholskys Abhandlung „Zur soziologischen Philosophie der Löcher“. Fantasie ist dabei gefragt, und es sind ihr keine Grenzen gesetzt, schließlich wissen wir, wie gern beispielsweise Thomas Mann literarisch getafelt und Günter Grass auch praktisch gekocht hat. Wir veranstalten aber keinen Wettstreit unter kulinarischen Delikatessen, sondern einen Spaß mit kleinen Mitbringsel aus Literatur und Küche – hoffentlich unter der Mittagssonne.

Interessenten treffen sich am Freitag, 30. August, 14 Uhr, am Eingang Literaturhaus

Anmeldung unter: foerderverein.wiliteratur@online.de

September

Literaturforum

Sommerzeit ist Zeit für draußen. Da braucht es Bücher, die hitzetauglich auch am Badestrand, in Parks und Gärten oder auf dem Balkon genossen werden können. Von dort geht’s mit zwei Romanen auf furiose Reisen.

In „Wassermusik“ erzählt T.C. Boyle die abenteuerliche Geschichte des in Schottland geborenen Afrikaforschers Mungo Park, der sich Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts aufmachte, den Niger zu erkunden. Inspiriert vom Leben dieses „Entdeckers“ fabuliert Boyle drauflos und schickt den Leser auf zwei atemlose, wilde Reisen ins Innere Afrikas, auf denen Park, besessen von seinem Forscherdrang, Menschenfressern, Sklavenhändlern, Stammeshäuptlingen sowie dem Tod in skurrilen Situationen begegnet – und das ohne Unterlass. Ein weiterer Erzählstrang ist die Geschichte des Ned Rise. Ein kleinkrimineller Hochstapler, der versucht, sich in London mit windigen Geschäften durchzuschlagen und nach kurzen Erfolgen immer wieder am Boden liegt. So kommt auch er schließlich nach Afrika, die Geschichten der beiden so unterschiedlichen Abenteurer kreuzen sich …

In Lucy Frickes „Töchter“ veranlasst Kurt, todkranker und unzuverlässiger Vater von Martha, seine Tochter und deren beste Freundin Betty zu einer Reise, die sich zu einem abenteuerlichen Roadtrip entwickelt. Mit seinem Krebs im Endstadium wolle er zum Sterben in die Schweiz. So bleibt den Frauen, beide um die Vierzig und mit eigenen Lebenskrisen beschäftigt, nichts anderes, als sich ins Auto zu setzen und Kurt zu chauffieren. Doch dann ändert sich das Ziel der Route … Erzählt wird der Roman aus der Perspektive Bettys, einer Schriftstellerin, die Antidepressiva und Alkohol in hohen Mengen zu vernichten weiß, aber zugleich allem Unbill mit pointensicherer Schnodderigkeit trotzt. „Eigentlich haben wir inzwischen eine richtig gute Zeit zusammen, meine Krise und ich.“ Ihre (be)merkenswerten Sätze sind es, die neben der irren und überspitzten Geschichte, deren Fortgang hier nicht verraten werden soll, den Roman zu einem herrlichen Lesevergnügen machen.