Literaturveranstaltungen in Wiesbaden

Sie finden hier im Kalender sowohl Literaturveranstaltungen, die im Literaturhaus Villa Clementine stattfinden, als auch alle weiteren im Stadtgebiet, die uns bekannt werden. Die Veranstaltungen des Fördervereins Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. sind gelb hinterlegt.

Februar

Literaturforum

Azar Nafisi: "Lolita lesen in Teheran" / Zhang Yueran: "Schwanentage" - Leitung: Rita Thies

Das „Literaturforum“ ist eine für alle Interessierten offene Veranstaltung, in der Teilnehmende vorab gelesene Titel aus dem Bereich der aktuellen Literatur und der des 20. Jahrhunderts diskutieren (je Werk ca. 40 Minuten). Eine Voraussetzung versteht sich somit von selbst: Die Bücher sollten gelesen sein.

Diesmal stehen von Azir Nafisi, einer Professorin und Literaturwissenschaftlerin, die aus dem Iran floh, „Lolita lesen in Teheran“ und von Zhang Yueran, einer jungen, aber einer der wichtigsten Autorinnen Chinas, „Schwanentage“ auf dem Programm.

Näheres zu den Büchern erfahren Sie auf dieser Webseite unter „Literaturforum“.

Übrigens läuft die Verfilmung von „Lolita lesen in Teheran“ gerade im Kino.

Liebesbekenntnisse

Schreibkurs zum Valentinstag; Leitung: Vanessa Renner

Rote Rosen und Romantik? Oder doch eher Kitsch und Konsum?
Wir nehmen den Valentinstag zum Anlass, uns mit Stift und Papier schreibend einem großen Gefühl zu nähern: der Liebe. Ganz im Sinne von Erich Fromm, nach dem Liebe eine Haltung sei, spüren wir den vielen Facetten der Liebe nach. Dabei lassen wir uns von Farben, Gerüchen und Musik inspirieren.

Es sind keine Vorerfahrungen nötig. Schreibneulinge sind herzlich willkommen, Neugier und Freude am Ausprobieren und Entdecken stehen im Vordergrund. Dabei dürfen wir die rosarote Brille einmal bewusst aufsetzen und Leichtigkeit genießen.

Anmeldung erforderlich bei der vhs Wiesbaden, www.vhs-wiesbaden.de; anmeldung@vhs-wiesbaden.de oder Tel. 0611-988 90

Tommy Wieringa: „Nirwana“

Talking about my Generation; Autorenlesung & Gespräch; Moderation: Alexander Wasner (SWR); Lesung auf Deutsch: Oliver Wronka

Hugo und Willem sind zwei ungleiche Zwillinge: Während sich der eine der Kunst verschrieben hat, führt der andere das Imperium des Großvaters im Ölgeschäft fort. Als dieser seinen 100. Geburtstag feiert, begibt sich Hugo auf Spurensuche und liest in Tagebüchern von den Verbrechen des Großvaters während der NS-Zeit.

„Nirwana“ erzählt nicht nur vom Konflikt zwischen den Generationen, sondern verhandelt auf beeindruckende Weise Wirtschaft und Faschismus, das Erstarken der neuen Rechten und stellt Fragen nach Macht und Ohnmacht in der Kunst.

Tommy Wieringa, geboren 1967, ist einer der erfolgreichsten niederländischen Schriftsteller. Er schreibt Romane, Erzählungen, Essays und Reisereportagen. Seinen internationalen Durchbruch feierte er mit dem Roman „Joe Speedboot“ (2005). Er wurde mehrfach ausgezeichnet.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Das Copyright des Autorenfotos liegt bei Keke Keukelaar.

Claudia Sievers: „Das Buch des Lebens zu Ende lesen. Peremoha – ein Dorf in der Ukraine“

Autorinnenlesung & Gespräch

In dem Dorf Peremoha östlich von Kyjiw spiegelt sich die Gewaltgeschichte der Ukraine. Die Wiesbadenerin Claudia Sievers berichtet über ein ungewöhnliches Projekt, das sie über zwanzig Jahre lang immer wieder in dieses Dorf führte. Sie war dabei auf Schritt und Tritt von den Traumata der Vergangenheit, dem bitteren postsowjetischen Erbe und dem Emanzipationsstreben der Gegenwart begleitet.

Claudia Sievers ist seit Ende der 1990er-Jahre regelmäßig nach Peremoha gereist, hat Sommercamps organisiert und die neue dörfliche Infrastruktur mitaufgebaut. Von 1995 bis 2020 war sie Geschäftsführerin der Martin-Niemöller-Stiftung.

Wegen begrenzter Platzzahl wird um Voranmeldung gebeten per Mail: service@caliban-literaturwerkstatt.de oder Tel. 0611-309433 (Forßbohm).

Dostojewskis Erben

Wiesbadener Autorentreff

„Dostojewskis Erben“ nennen sich – augenzwinkernd – Autorinnen und Autoren aus Wiesbaden und Rhein-Main, die sich regelmäßig im Literaturhaus Villa Clementine zusammenfinden, um über das Schreiben zu diskutieren, gemeinsame Projekte zu planen und sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Herzlich dazu eingeladen ist, wer selbst schreibt, Bücher verlegt oder sich auf andere Weise mit Literatur verbunden fühlt.

Anfragen bitte an Susanne Kronenberg unter mail@susanne-kronenberg.de.

Kaleb Erdmann: „Die Ausweichschule“

Autorenlesung & Gespräch; Moderation: Fridtjof Küchemann (FAZ)

Wie schreiben über Trauma, über Gewalt, Erinnerung und Wunden, die eigentlich schon lange vernarbt sind? Kaleb Erdmann nähert sich dieser Frage in seinem Roman „Die Ausweichschule“ und begibt sich zurück zum 26. April 2002. Als Elfjähriger erlebt er den Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium, als Erwachsener sitzt er als Autor an seinem Schreibtisch. In Suchbewegungen und Recherchebeschreibungen geht es um die Darstellung des Unfassbaren und um die Möglichkeiten und Grenzen von Literatur.

Kaleb Erdmann wurde 1991 in Witten geboren und studierte Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sein Debütroman „wir sind pioniere“ wurde mit dem Debütpreis der lit.COLOGNE ausgezeichnet. „Die Ausweichschule“ stand auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2025.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Das Copyright des Autorenfotos liegt bei Jakob Kielgass.

Anja Kampmann „Die Wut ist ein heller Stern“

Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Sandra Kegel (FAZ)

Scheinwerfer an, das Seil ist bereit, unten warten schon die Krokodile: Hedda ist in den 1930er-Jahren Akrobatin in einem Varieté auf St. Pauli und scheint am Ziel ihrer Träume. Auf einmal taucht jedoch eine andere Klientel im „Alkazar“ auf und die Stimmung kippt. Die Nazis beginnen, das ganze Viertel umzukrempeln, und Hedda lebt nur noch von Tag zu Tag, angetrieben von Unruhe, aber auch von Hoffnung und einem unbändigen Widerstandsgeist.

Anja Kampmann wurde 1983 in Hamburg geboren und debütierte als Lyrikerin. Seitdem hat sie mehrere Gedichtbände und Romane veröffentlicht und wurde 2024 mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis ausgezeichnet.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Das Copyright des Autorinnenfotos liegt bei Jakob Kielgass.

Leseparty

„Lesen statt Tanzen“ lautet das Motto der Party der besonderen Art, zu der das Literaturhaus einlädt.

Hier treffen sich Lesefreudige, um fernab von To Do-Listen und Handyläuten in ein gutes Buch einzutauchen und gemeinsam in stiller und dennoch geselliger Runde zu lesen. Die Idee stammt aus Amerika. Dort werden seit Jahren in zahlreichen Städten „Silent Reading Partys“ gefeiert.

Für die richtigen Getränke und Snacks ist dabei natürlich auch gesorgt durch das Team von GLYG. Im Anschluss kann sich, wer möchte, mit anderen Besucherinnen und Besuchern über die Leseeindrücke austauschen und Büchertipps abstauben. Die perfekte Leseparty eben – for introverts and book nerds!

Einfach die aktuelle Lektüre einpacken und vorbeikommen.

März

VORSCHAU: Literaturforum

Die Titel werden direkt nach der Veranstaltung am 10.2.26 bekanntgegeben

Titel folgen

VORSCHAU: Sarah Beicht: „Mainz Makaber“ – Wiesbaden auch?

Autorinnenlesung und -gespräch. Moderation: Armin Conrad / Veranstaltung im Rahmen des Wiesbadener Krimimärzes

Wussten Sie, dass der Mainzer Hauptfriedhof als Vorbild für den weltberühmten Pariser Friedhof Père-Lachaise gehandelt wird? Oder warum die rheinland-pfälzische Guillotine nie zum Einsatz kam? Selbst Mary Shelley erkannte das gruselige Potential von Mainz und erwähnte die Stadt gleich zwei Mal in Frankenstein. Autorin Sarah Beicht nimmt sich in Mainz Makaber den Schattenseiten dieser sonst so vierfarbbunten Fastnachtsstadt an. Sie führt uns an Spukorte, erzählt von gruseligen Legenden mit historischem Bezug und lässt den Schinderhannes durch die Altstadt wandeln.

Die Mainzer Autorin wird ihr Buch erstmalig im Wiesbadener Literaturhaus präsentieren und im Gespräch mit Moderator Armin Conrad – ebenfalls ein Mainzer Gewächs – auch ausloten, wie es denn mit dem Makaberen hier bei uns auf der anderen Rheinseite bestellt ist…

Sarah Beicht ist freie Autorin und Moderatorin. 2021 erschien mit Ein Kreis aus Salz ihr erster Erzählband, 2023 folgte die Novelle Weiße Kreidekreuze. 2023 erhielt sie den Martha-Saalfeld-Förderpreis, 2024 wurde ihr das Landeskind-Stipendium des Künstlerhauses Edenkoben zugesprochen.

Armin Conrad ist Vorstandsmitglied des Fördervereins des Wiesbadener Literaturhauses. Er hat bis 2015 das 3sat-Magazin Kulturzeit geleitet. Davor war er Filmemacher für „Aspekte“ und für ARD-Sender als Reporter und Autor tätig.

April

VORSCHAU: Iain Galbraith: „Zufällig hier auf Grund“

Lesung und Gespräch mit dem Autor und Übersetzer. Moderation: Hartmut Boger

Als Wanderer zwischen den Sprachen schreibt Iain Galbraith Gedichte, Essays und Prosa (Aus dem kleinen Zimmer, 2024) und ist Übersetzer von Gedichtbänden, Romanen, Erzählungen und Theaterstücken. So spielten seine Übersetzungen irischer und britischer Dramatiker auf mehr als hundert Bühnen im deutschsprachigen Raum, ins Englische übersetzte er zuletzt Erzählungen von Thomas Mann. Seine Arbeit stellt er auch in anderen Ländern vor, doch von Reisen kehrt er gern nach Wiesbaden zurück, wo er seit 1982 lebt. Warum Wiesbaden? Angeblich wollte es der Zufall – und ein obszöner Hering. Was dahinter steht, wird im Gespräch erläutert. Dazu liest er neue Prosa.

Iain Galbraith, in Schottland geboren, lebt seit 1978 in Deutschland. Er studierte in Cambridge, Freiburg und Mainz, schreibt Prosa und Lyrik und ist Übersetzer zahlreicher deutsch- und englischsprachiger Autorinnen und Autoren, darunter John Burnside, Esther Kinsky, Jan Wagner, Ulrike Draesner und W.G. Sebald. Seine Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Stephen Spender Prize, dem Schlegel-Tieck Preis und dem Popescu Prize for European Poetry Translation.

Hartmut Boger: Diplompädagoge, Kulturwissenschaftler und Musiker, ehemaliger Direktor und Fachbereichsleiter der vhs Wiesbaden, seit 2018 Lehrbeauftragter für Literatur und Philosophie bei Studieren 50 plus der Uni Mainz.

Iain Galbraith und Hartmut Boger sind beide Vereinsmitglieder und verzichten auf ein Honorar, dafür danken wir sehr herzlich. Die Einnahmen (Spenden) kommen dem Förderverein  zugute.

VORSCHAU: Joseph Croitoru: „Das System Netanjahu“

Multimediale Buchvorstellung durch den Autor. Moderation: Stefan Schröder

Niemand hat die Politik Israels und des Nahen Ostens in den letzten Jahrzehnten so geprägt wie Benjamin Netanjahu. Wie früh er seine nationalistische Agenda konzipiert hat, dürfte wenigen bekannt sein. Benjamin Netanjahu wird von den einen glühend verehrt und unverbrüchlich unterstützt, von den anderen zutiefst gehasst oder gefürchtet. Spätestens seit der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl gegen ihn ausgestellt hat, ist seine kontroverse Position auf der Weltbühne unübersehbar.

Aber wer ist dieser Mann, wo kommt er her, was treibt ihn an, und wie hat er sein Netzwerk aus Verbündeten aufgebaut? Diesen Fragen geht das Buch entlang wichtiger Stationen von Netanjahus politischem Aufstieg nach, der sich von Anfang an engen Beziehungen zu einflussreichen pro-israelischen Kreisen in den USA verdankte. Gemeinsam mit seinem ultrarechten Vater Benzion trat Netanjahu schon in seiner Studienzeit in Boston als begabter Netzwerker auf.

Joseph Croitoru hat in Archiven bislang unentdeckte Unterlagen und Briefe gefunden, die Schlüssel zu Ideologie und Strategien des langjährigen israelischen Ministerpräsidenten sind. Er zeigt, wie sich Netanjahu trotz aller Proteste und Korruptionsvorwürfe seit mehr als 15 Jahren an der Macht halten kann.

Ein präzises und aufschlussreiches Buch über einen der umstrittensten Politiker der heutigen Zeit: seine Herkunft, sein Werdegang, sein Netzwerk.

Joseph Croitoru, geboren 1960 in Haifa, studierte Geschichte, Kunstgeschichte und Judaistik in Jerusalem und Freiburg im Breisgau. Zunächst in Israel als Journalist tätig, schreibt er seit 1992 für die deutschsprachige Presse und den Rundfunk. Seine Bücher beschäftigen sich neben dem Nahostkonflikt mit jüdischer und islamischer Geschichte sowie religiösem Fundamentalismus. 2021 wurde er mit dem Friedenspreis der Geschwister Korn und Gerstenmann-Stiftung ausgezeichnet. Er ist unter @jo_croitoru in den Sozialen Medien aktiv.

Stefan Schröder, Journalist, ist gelernter Historiker, der bis zu seinem Ruhestand 2022 für die Mediengruppe VRM tätig war, u.a. als Chefredakteur des Wiesbadener Kurier. Er war lange Zeit Vorsitzender des Wiesbadener Presseclubs, lebt heute wieder in Krefeld.