Weiterschreiben-Stipendium Wiesbaden

Stipendium

Syrerin Rasha Habbal erhält das zweite „Weiterschreiben-Stipendium Wiesbaden“

© Ramy Al Asheq

 

Rasha Habbal ist 2020 die zweite Stipendiatin des vom Förderverein Literaturhaus Villa Clementine ausgeschriebenen „Weiterschreiben-Stipendiums Wiesbaden“. Eine Jury hat sich für die 1982 in Hama geborene Syrerin entschieden. Habbal tritt vom 1. Mai bis 31. Juli 2020 die Nachfolge ihrer kurdischen Landsfrau Widad Nabi an, die 2018 das „Weiterschreiben-Stipendium Wiesbaden“ inne hatte. Vorgängerin Widad Nabi freut sich über die Wahl und gratuliert: „Rasha Habbal ist eine Dichterin, die sinnlich und schön schreibt. Ihre Gedichte sind voller Leidenschaft und voller Gefühle. Sie schreibt auch Prosa auf sehr moderne Weise.“

Oberbürgermeister Gerd-Uwe Mende hat, wie bekannt, für das „Weiterschreiben-Stipendium Wiesbaden“ die Schirmherrschaft übernommen und wird Rasha Habbab nach ihrer Ankunft in Wiesbaden am 11. Mai im Rathaus empfangen. Zu ihrer öffentlichen Lesung am 23. Juni im Literaturhaus will er ein Grußwort sprechen.

Rasha Habbal ist 2015 aus ihrer syrischen Heimat geflohen. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Trier. Rasha Habbal schreibt Lyrik und Prosa. In Syrien hatte sie bereits einen Prosaband veröffentlicht, zudem Gedichte und Texte in Zeitungen und Zeitschriften. 2014 erschien ein Gedichtband auf Arabisch („Wenig von dir … Viel vom Salz“), und sie beteiligte sich an der Anthologie „Lebensgesang syrischer kulturschaffender Frauen“ („Gegen das Dröhnen der Kugeln“). 2017 wurden Texte von ihr in dem vom Frauenkulturbüro NRW e.V. herausgegebenen Band „Ohne Worte – Mit anderen Worten“ publiziert. 2018 waren ihre Gedichte in verschiedenen deutschen Zeitschriften und Anthologien zu lesen, und Rasha Habbal erhielt als erste Autorin das Stipendium „Torschreiber am Pariser Platz“ für Schriftsteller/innen im Exil am Berliner Colloquium. In Wiesbaden hatte sich Rasha Habbal im Literaturhaus im Kreis von zwei syrischen Kolleginnen schon einmal vorgestellt, wie sie überhaupt sehr aktiv an literarischen Veranstaltungen in Deutschland teilnimmt.

Das „Weiterschreiben-Stipendium Wiesbaden“ ermöglicht Rasha Habbal einen dreimonatigen Aufenthalt in der Stipendiaten-Wohnung im Literaturhaus und ist zusätzlich mit 2000 Euro im Monat dotiert. Die Autorin will in Wiesbaden früher geschriebene Texte ausarbeiten, um dann ihren ersten Prosaband in Deutschland zu veröffentlichen.

Viola Bolduan


Allgemeines zum Stipendium

Der Förderverein Literaturhaus Wiesbaden lobt alle zwei Jahre ein „Weiterschreiben-Stipendium“ aus. Es soll Autorinnen und Autoren im deutschen Exil ermöglichen, ihre Arbeit hier fortzusetzen. Diese Arbeit sollte in Prosa verfasst sein. Das Stipendium besteht aus einem dreimonatigen Aufenthalt in Wiesbaden bei freier Unterkunft und einer finanziellen Ausstattung von monatlich 2.000 Euro. Während dieser Zeit begleitet der Förderverein die literarische Arbeit der Stipendiaten, die ihren Abschluss in einer öffentlichen Lesung findet. Darüber hinaus leistet der Förderverein Unterstützung bei einer anschließenden Übersetzung und Veröffentlichung des Werks. Im Jahr 2018 fiel die Auswahl der vom Förderverein eingesetzten Jury auf die kurdisch-syrische Schriftstellerin Widad Nabi (34), die hier an ihrem Projekt „Stationen“ weitergearbeitet und im November 2018 ein „Wiesbaden“-Kapitel im Literaturhaus vorgestellt hat.

Um das „Weiterschreiben-Stipendium Wiesbaden“ finanzieren zu können, bittet der Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. um Spenden.

Bankverbindung: Naspa Wiesbaden
IBAN: DE84 5105 0015 0101 2610 34 BIC: NASSDE55

„Damit das Exil nicht zum Kerker wird“

Der Förderverein Literaturhaus Wiesbaden vergibt das „Weiterschreiben-Stipendium Wiesbaden“ 2018 an die im Berliner Exil lebende syrische Autorin Widad Nabi.
Die vom Förderverein eingesetzte Jury sprach sich auf ihrer Sitzung vom 9. Mai 2018 unter fünf Kandidaten/innen einstimmig für die 1985 in Kobane geborene Schriftstellerin aus, weil sie eindrucksvoll unter Beweis stelle, dass und wie literarisches Vermögen auch im deutschen Exil unter Einbeziehung neuer Erfahrungen fortgesetzt werden kann.
Widad Nabi sieht den Chancen, die ihr das „Weiterschreiben-Stipendium Wiesbaden“ ermöglicht, mit Freude entgegen.
Die Jury setzte sich zusammen aus den Vorstandsmitgliedern des Fördervereins Rita Thies, Ingeborg Toth, Jochen Wörner, Dirk Hoga, Armin Conrad und Bernhard Schön, sowie als externe Gäste: Stefan Schröder (Chefredakteur Wiesbadener Kurier/Tagblatt), Professor Dr. Heiner Boehncke (Leiter des Rheingau-Literatur-Festivals und Autor), Anita Djafari (Geschäftsführerin Litprom/Literaturen der Welt) und Dr. Viola Bolduan (Ressortleiterin Kultur Wiesbadener Kurier/Tagblatt a.D.)

Der Förderverein Literaturhaus Wiesbadener hat das „Weiterschreiben-Stipendium Wiesbaden“ ausgelobt, um geflüchteten Autorinnen und Autoren einen Neustart in Deutschland zu ermöglichen. Drei Monate, von September bis Ende November 2018, wird die erste Stipendiatin Widad Nabi ungestört an einem literarischen Prosa-Projekt arbeiten können. Das Stipendium ist mit monatlich 2.000 Euro ausgestattet und bietet freie Wohnmöglichkeit in Wiesbaden. Zusätzlich leistet der Förderverein Hilfe bei der anschließenden Übersetzung und Veröffentlichung des Werks.

Widad Nabi

Widad Nabi aus Syrien, die im Herbst 2018 das „Weiterschreiben-Stipendium Wiesbaden“ erhielt, hat ihr Wiesbaden-Kapitel im neuen Buch „Stationen“ Anfang 2019 fertiggestellt. Ihre Korrekturen und Ergänzungen werden jetzt übersetzt. Eine Hörfunk-Fassung des Kapitels wird vom Hessischen Rundfunk (hr2-Kultur) im Juni ausgestrahlt.

Widad Nabi war in der Zwischenzeit nach Italien, Rom und Lecce, zu Lesungen eingeladen.

Lesung und Porträt Widad Nabi

Der hr2 hat eine Lesung des Wiesbaden-Kapitels aus dem geplanten Buch „Stationen“ unserer Stipendiatin Widad Nabi produziert. In der Hörfunk-Sendung liest Luana Velis, Schauspielerin am Frankfurter Theater. Julika Tillmanns begleitet die Lesung im zweiten Podcast mit einem Porträt Widad Nabis, in dem sie auch selbst zu Wort kommt. Hören Sie rein …

Portrait Widad Nabi


Lesung aus „Stationen“ von Widad Nabi