Ingeborg Bachmann – in Biografie und Performance

03.07.2026 / Förderverein Literaturhaus Wiesbaden, Viola Bolduan


Ingeborg-Bachmann-Biografin Andrea Stoll hält auch dann ihr Versprechen, auf dem Wiesbadener Literaturfestival „Ins Offene 6 – Die Fiktion fürchtet nichts“ ihr neues Buch zu präsentieren, als die Medien-Anfragen an die Bachmann-Expertin immer drängender werden, je näher der 100. Geburtstag der österreichischen Schriftstellerin am 25. Juni rückt. Selbst Bachmanns Geburtstadt (und Wiesbadener Partnerstadt) Klagenfurt muss warten – Andrea Stoll beantwortet an diesem Tag auf unserem Festival Fragen zu Bachmanns Leben und Werk („Warum brauchte diese Frau Männer?“ (und zwar viele) und „Warum mussten es immerzu Kollegen sein?“ (Paul Celan, Max Frisch, Hans Magnus Enzensberger) und liest Passagen aus ihrer Biografie. Resultat: Ingeborg Bachmann gelang in ihrem Leben nicht, was sie sich vorgestellt hatte, hinterließ aber ein Werk mit Gültigkeit bis heute.

Unter dem Titel „Die Wahrheit ist dem Menshen zumutbar“ (Ingeborg-Bachmann-Zitat aus ihrer Rede zur Verleihung des renommierten Hörspielpreises der Kriegsblinden) machen Eva-Maria Damasko, Sabine Lippert und Andreas Nordheim anschließend mit diesem Werk bekannt. Dagmar Borrmann hatte weniger bekannte kürzere Texte ausgesucht, die Lippert/Nordheim musikalisch fantasievoll untermalen, und Eva-Maria Damasko liest die Erzählung „Undine geht“ („Ihr Menschen! Ihr Ungeheuer! Ihr Ungeheuer mit Namen Hans!“) mit starkem Nachdruck.

Fotos: Viola Bolduan / Archivbild Ingeborg Bachmann