Literaturveranstaltungen in Wiesbaden

Sie finden hier im Kalender sowohl Literaturveranstaltungen, die im Literaturhaus Villa Clementine stattfinden, als auch alle weiteren im Stadtgebiet, die uns bekannt werden. Die Veranstaltungen des Fördervereins Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. sind gelb hinterlegt.

Januar

Johannes Herwig: „Bis die Sterne zittern“

Junges Literaturhaus, Schullesung für die 9. und 10. Klasse Reihe: „Erinnern an die Opfer“

Leipzig, 1936. Als Harro von Hitlerjungen drangsaliert wird, kommt ihm unverhofft Heinrich zu Hilfe, ein Junge aus der Nachbarschaft. Durch ihn wird er Teil einer Gruppe Jugendlicher, die sich gegen die NS-Autorität auflehnt und politische Aktionen plant. Das ist gefährlich und bringt nicht nur Reibereien mit den Eltern mit sich, sondern am Ende fürchtet Harro sogar um sein Leben.

JOHANNES HERWIG wurde 1979 in Leipzig-Connewitz geboren. Für seinen ersten Roman „Bis die Sterne zittern“ war er für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und wurde mit dem Paul-Maar-Preis ausgezeichnet. 2024 erhielt er den Anna-Seghers-Preis.

Anmeldung unter literaturhaus@wiesbaden.de

Origami Workshop mit Yuko Kuhn

Kreativ und meditativ: Origami ist eine Kunst, die sich weltweit großer Beliebtheit erfreut. Aus einem quadratischen Papier werden durch unterschiedliche Techniken zwei- oder dreidimensionale Objekte, Tiere oder geometrische Körper gefaltet, ganz ohne Schere und Kleber. Bei diesem Workshop entdecken die Teilnehmenden Grundlagen des japanischen Origamis und erstellen eigene kleine Kunstwerke aus Papier. Passend dazu werden von GLYG verschiedene Teesorten und japanische Snacks angeboten. Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt.
Im Anschluss an den Workshop liest die Autorin Yuko Kuhn im Roten Salon aus ihrem Roman „Onigiri“.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Das Copyright des Autorinnenfotos liegt bei Peter Hassiepen.

Yuko Kuhn: „Onigiri“

Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Shirin Sojitrawalla (Freie Kritikerin)

Aki bucht zwei Flugtickets, als sie erfährt, dass ihre Großmutter gestorben ist: eines für sich und eines für ihre demenzkranke Mutter. Es soll ein Abschiedsbesuch sein, der sie zur Familie nach Japan bringt, obwohl die tückische Krankheit eigentlich keine Ortswechsel zulässt. Als sie dann aber gemeinsam im alten Elternhaus beim Essen sitzen, spricht die Mutter so klar wie schon lange nicht mehr. Da lernt Aki zum ersten Mal die mutige und lebenshungrige Frau kennen, die die Mutter einst gewesen ist, und setzt sich mit den kulturellen Konflikten ihrer deutsch-japanischen Familiengeschichte auseinander.

YUKO KUHN wurde 1983 in München geboren. 2019 fand sie über ihre Tätigkeit an der HFF München unter Doris Dörrie zum Schreiben und veröffentliche mit „Onigiri“ 2025 ihren Debütroman.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Das Copyright des Autorinnenfotos liegt bei Peter Hassiepen.

Schreibwerkstatt 8.0

Abschlusslesung der Schreibwerkstatt für Migrantinnen und Migranten; Leitung: Armin Nufer

Seit August 2025 treffen sich in der Schreibwerkstatt 8.0 für Migrantinnen und Migranten Frauen und Männer aus acht verschiedenen Ländern. Sie schreiben auf Deutsch fiktionale und semi-fiktionale Texte, Gedichte und Dialoge auf Grundlage ganz unterschiedlicher Temperamente, Techniken und Themen. Die Teilnehmenden lesen eine Auswahl ihrer Texte vor und werden dabei musikalisch begleitet. Ein Abend der Vielfalt in gefährlich einfältigen Zeiten.

Dostojewskis Erben

Wiesbadener Autorentreff

„Dostojewskis Erben“ nennen sich – augenzwinkernd – Autorinnen und Autoren aus Wiesbaden und Rhein-Main, die sich regelmäßig im Literaturhaus Villa Clementine zusammenfinden, um über das Schreiben zu diskutieren, gemeinsame Projekte zu planen und sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Herzlich dazu eingeladen ist, wer selbst schreibt, Bücher verlegt oder sich auf andere Weise mit Literatur verbunden fühlt.

Anfragen bitte an Susanne Kronenberg unter mail@susanne-kronenberg.de.

Hannah Lühmann: „Heimat“

Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Eric Marr (Freier Journalist)

Als Jana mit ihrer Familie aufs Land zieht, merkt sie schnell: Hier gelten andere Regeln. Hinter der bürgerlichen Fassade lauert ein höchst problematisches Weltbild, wie selbstverständlich wird hier AfD gewählt. Auch Janas Nachbarin Karolin hat sich ganz der Rolle als Hausfrau und Mutter verschrieben und ist auf eine sehr zeitgemäße Weise ultrakonservativ – sie kämpft als „Tradwife“ im Namen der Tradition gegen alles, wofür Jana eigentlich steht. Doch mit der Zeit ertappt sich Jana bei dem verstörenden Gedanken, dass sie Karolin um ihr Leben beneidet…

HANNAH LÜHMANN wurde 1987 geboren und ist als Kulturjournalistin und Autorin tätig. 2021 erschien ihr Debütroman „Auszeit“, 2025 folgte der Roman „Heimat“. Sie lebt in Berlin.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Das Copyright des Autorinnenfotos liegt bei Max Zerrahn.

„Rettet wenigstens die Kinder“

Vortrag und Lesung mit der Historikerin Angelika Rieber; Reihe: „Erinnern an die Opfer“

Nach dem Novemberpogrom 1938 wurden bei einer außergewöhnlichen Rettungsaktion etwa 20.000 Kinder aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei nach Großbritannien und in andere Länder gebracht. Angelika Rieber hat 2018 federführend den Sammelband „Rettet wenigstens die Kinder“ herausgegebenen, in dem 20 ausgewählte Biografien dieser Kinder vorgestellt werden. Die Historikerin hat in den letzten Jahren weitere Lebens- und Familiengeschichten erforscht, darunter von Kindern, die aus Wiesbaden stammten.

Anmeldung erforderlich bei der vhs Wiesbaden, www.vhs-wiesbaden.de; anmeldung@vhs-wiesbaden.de oder Tel. 0611-988 90

Otto Winzen: „Sneakers und Blutbuchen“

Autorenlesung

„Ich mag sie nicht! Im Alltag wie im Fernsehen. Erfolgsmenschen in Jeans, weißen Hemden, beigen Blusen. Mit ihrer überlegenen Art aus mildem Lächeln und strenger Miene, kritischer Geste und selbstverliebtem Strahlen. Irgendwo angesiedelt zwischen Himmel und Hölle, der großen Sünde und dem kleinen Paradies …“
Otto Winzen liest aus seinem neuen Erzählband.

Nora Gomringer: „Am Meerschwein übt das Kind den Tod“

Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Beate Tröger (Freie Kritikerin)

Als der Lyrikerin Nora Gomringer nach dem Tod ihrer Mutter die Worte für Gedichte fehlen, macht sie einen Roman. Darin verhandelt sie das schwierige Leben mit den eigenen Eltern: der Literaturwissenschaftlerin Nortrud und dem berühmten Lyriker Eugen. In ihrem Roman geht es um Abschied und Trauer, um Halbgeschwister, Suizidversuche und einen Hamster, der trockengeföhnt werden musste. Auf brutal offene, aber auch skurril lustige Weise legt Nora Gomringer ein Romandebüt vor, das zwischen Essay, Prosa und vielen Gefühlen changiert.

NORA GOMRINGER wurde 1980 geboren, ist Lyrikerin, Filmemacherin und arbeitet für das Radio, Fernsehen und Feuilleton. Für ihr Werk wurde sie vielfach auszeichnet. Sie lebt in Bamberg, wo sie das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia leitet.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Das Copyright des Autorinnenfotos liegt bei Judith Kinitz.

Erlesene Höhenmeter

Von Buch zu Buch im Deutschen Alpenverein

Literatur lauschen in den neuen Räumen des Deutschen Alpenvereins Wiesbaden – einer umgebauten Kirche in Rambach. Geschichten, in denen Täler durchschritten, Höhenmeter überwunden und Gipfel erklommen werden. Die Welt der Berge – auch für Wandermuffel!

Der DAV öffnet sein modernes Alpinzentrum samt Retro-Glockenturm und Beichtstuhl exklusiv für die Literatur. Wir lesen vor und „wandern“ von Buch zu Buch. Zu überwindende Höhenmeter 15, Gesamtstrecke 150 m. Wir laden Sie herzlich ein!

Infos und Anmeldung unter www.dav-wiesbaden.de 

Das Copyright des Beitragsbildes liegt bei Harald Doerr.

Moritz Stoepel: „Lasst mich den Löwen auch noch spielen“

Poetisches, Tierisch-menschliches und Komödiantisches aus der fabelhaften Welt der Tiere

Moritz Stoepel entführt mit Lyrik und Prosa aus verschiedenen Jahrhunderten in die fabelhafte Welt der Tiere. Poetisch, heiter, melancholisch und absurd werden menschliche Gefühle in Tiergestalten gespiegelt. In kleinen dramatischen Kunststücken lässt der Schauspieler durch Mimik, Gestik und Sprache die Gedanken und Emotionen der Dichterinnen und Dichter lebendig werden.

Vorverkauf unter Tel. 0611-172 45 96 oder online unter www.kuenstlerhaus43.de. Gruppentickets sind möglich.

Poetry Slam 43

Jeden Monat neu im Palasthotel

Goethe und Schiller vom Sockel gehauen! Poetisches Entertainment – das ist Poetry Slam. Jeden letzten Donnerstag im Monat treten Poeten aus ganz Deutschland und regionale Wortkünstler in Zimmertheater-Atmosphäre an. Mal lyrisch, mal skurril, stets packend: ein Feuerwerk aus Text, Humor und Gefühl. Das Publikum kürt den Sieger mit dem Goldenen Bleistift.

Vorverkauf unter Tel. 0611-172 45 96 oder online unter www.kuenstlerhaus43.de. Gruppentickets sind möglich.

Burn´s Night

Supper zu Ehren des schottischen Nationaldichters; Mit schottischer Musik und traditionellen Speisen; Mitwirkende: Rolf Keil (Konzept und Vortrag) und Helmine Rausch

Robert Burns ist als Dichter ein Phänomen. Überall in der englischsprachigen Welt feiern jedes Jahr um den 25. Januar herum Fans den Geburtstag und die Werke von Schottlands berühmtem Nationaldichter.

Erleben Sie mit uns einen Abend, bei dem der Dichter im Mittelpunkt steht mit gespielten Geschichten, Gedichten und natürlich dem traditionellen Haggis (auch vegetarisch), serviert mit „neeps and tatties“ (Steckrüben und Kartoffeln). Schottische Musik, Guinness, Whisky, Wasser und Wein sowie eine leckere Whiskycreme als Dessert runden die literarisch-musikalische Soirée mit vielen heiteren schauspielerischen Elementen stimmungsvoll ab.

Anmeldung erforderlich bei der vhs Wiesbaden, www.vhs-wiesbaden.de; anmeldung@vhs-wiesbaden.de oder Tel. 0611-988 90

Februar

Jina Khayyer: „Im Herzen der Katze“

Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Christoph Schröder (Freier Kritiker)

Bilder, die um die Welt gingen und innerhalb von Sekunden die Sozialen Medien fluteten: Jina Mahsa Amini wurde zum Symbol der „Frau, Leben, Freiheit“-Bewegung gegen das Iranische Regime im Jahr 2022. Im Roman erlebt die Protagonistin Jina diese Zeit aus der Ferne, während sich ihre Schwester Roya und ihre Nichte Nika den Protesten anschließen. Die Flut der Bilder weckt Erinnerungen an eigene Aufenthalte im Iran, an Roadtrips, an Gastfreundschaft und Familientreffen – und an eine Liebe im Verborgenen.

Jina Khayyer wurde 1975 in Wiesbaden geboren und ist Schriftstellerin, Dichterin, Malerin und Journalistin. Sie lebt in Paris.  „Im Herzen der Katze“ ist ihr Romandebüt und war 2025 für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Das Copyright des Autorinnenfotos liegt bei Heike  Steinweg.

Ulf K.: „Frederike Fabula. Der Schlaf der Kutula”

Junges Literaturhaus; Grundschullesung für die 1. und 2. Klasse; Veranstaltung im Rahmen des Kindercomicfestivals Yippie

Ständig kommt Frederike Fabula zu spät in die Schule, aber das ist ganz und gar nicht ihre Schuld. Denn immer passieren ihr die abenteuerlichsten Dinge auf dem Schulweg. Das eine Mal hüpft sie zum Beispiel nach einem Regenguss in die Pfützen und ist auf einmal komplett in einer versunken! Unter Wasser ist sie der geheimnisvollen Kutula begegnet, die für die Träume der Kinder sorgt. Doch die Verschmutzung der Meere bringt sie in Gefahr und das muss natürlich dringend vor Schulbeginn verhindert werden.

ULF K. wurde 1969 in Oberhausen geboren und ist Illustrator und Comiczeichner. 2009 wurde er mit dem Kinderbuchpreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

Anmeldung unter literaturhaus@wiesbaden.de

Literaturforum

Azar Nafisi: "Lolita lesen in Teheran" / Zhang Yueran: "Schwanentage" - Leitung: Rita Thies

Das „Literaturforum“ ist eine für alle Interessierten offene Veranstaltung, in der Teilnehmende vorab gelesene Titel aus dem Bereich der aktuellen Literatur und der des 20. Jahrhunderts diskutieren (je Werk ca. 40 Minuten). Eine Voraussetzung versteht sich somit von selbst: Die Bücher sollten gelesen sein.

Diesmal stehen von Azir Nafisi, einer Professorin und Literaturwissenschaftlerin, die aus dem Iran floh, „Lolita lesen in Teheran“ und von Zhang Yueran, einer jungen, aber einer der wichtigsten Autorinnen Chinas, „Schwanentage“ auf dem Programm.

Näheres zu den Büchern erfahren Sie auf dieser Webseite unter „Literaturforum“.

Übrigens läuft die Verfilmung von „Lolita lesen in Teheran“ gerade im Kino.

Liebesbekenntnisse

Schreibkurs zum Valentinstag; Leitung: Vanessa Renner

Rote Rosen und Romantik? Oder doch eher Kitsch und Konsum?
Wir nehmen den Valentinstag zum Anlass, uns mit Stift und Papier schreibend einem großen Gefühl zu nähern: der Liebe. Ganz im Sinne von Erich Fromm, nach dem Liebe eine Haltung sei, spüren wir den vielen Facetten der Liebe nach. Dabei lassen wir uns von Farben, Gerüchen und Musik inspirieren.

Es sind keine Vorerfahrungen nötig. Schreibneulinge sind herzlich willkommen, Neugier und Freude am Ausprobieren und Entdecken stehen im Vordergrund. Dabei dürfen wir die rosarote Brille einmal bewusst aufsetzen und Leichtigkeit genießen.

Anmeldung erforderlich bei der vhs Wiesbaden, www.vhs-wiesbaden.de; anmeldung@vhs-wiesbaden.de oder Tel. 0611-988 90

Tommy Wieringa: „Nirwana“

Talking about my Generation; Autorenlesung & Gespräch; Moderation: Alexander Wasner (SWR); Lesung auf Deutsch: Oliver Wronka

Hugo und Willem sind zwei ungleiche Zwillinge: Während sich der eine der Kunst verschrieben hat, führt der andere das Imperium des Großvaters im Ölgeschäft fort. Als dieser seinen 100. Geburtstag feiert, begibt sich Hugo auf Spurensuche und liest in Tagebüchern von den Verbrechen des Großvaters während der NS-Zeit.

„Nirwana“ erzählt nicht nur vom Konflikt zwischen den Generationen, sondern verhandelt auf beeindruckende Weise Wirtschaft und Faschismus, das Erstarken der neuen Rechten und stellt Fragen nach Macht und Ohnmacht in der Kunst.

Tommy Wieringa, geboren 1967, ist einer der erfolgreichsten niederländischen Schriftsteller. Er schreibt Romane, Erzählungen, Essays und Reisereportagen. Seinen internationalen Durchbruch feierte er mit dem Roman „Joe Speedboot“ (2005). Er wurde mehrfach ausgezeichnet.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Das Copyright des Autorenfotos liegt bei Keke Keukelaar.

Claudia Sievers: „Das Buch des Lebens zu Ende lesen. Peremoha – ein Dorf in der Ukraine“

Autorinnenlesung & Gespräch

In dem Dorf Peremoha östlich von Kyjiw spiegelt sich die Gewaltgeschichte der Ukraine. Die Wiesbadenerin Claudia Sievers berichtet über ein ungewöhnliches Projekt, das sie über zwanzig Jahre lang immer wieder in dieses Dorf führte. Sie war dabei auf Schritt und Tritt von den Traumata der Vergangenheit, dem bitteren postsowjetischen Erbe und dem Emanzipationsstreben der Gegenwart begleitet.

Claudia Sievers ist seit Ende der 1990er-Jahre regelmäßig nach Peremoha gereist, hat Sommercamps organisiert und die neue dörfliche Infrastruktur mitaufgebaut. Von 1995 bis 2020 war sie Geschäftsführerin der Martin-Niemöller-Stiftung.

Wegen begrenzter Platzzahl wird um Voranmeldung gebeten per Mail: service@caliban-literaturwerkstatt.de oder Tel. 0611-309433 (Forßbohm).

Dostojewskis Erben

Wiesbadener Autorentreff

„Dostojewskis Erben“ nennen sich – augenzwinkernd – Autorinnen und Autoren aus Wiesbaden und Rhein-Main, die sich regelmäßig im Literaturhaus Villa Clementine zusammenfinden, um über das Schreiben zu diskutieren, gemeinsame Projekte zu planen und sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Herzlich dazu eingeladen ist, wer selbst schreibt, Bücher verlegt oder sich auf andere Weise mit Literatur verbunden fühlt.

Anfragen bitte an Susanne Kronenberg unter mail@susanne-kronenberg.de.

Kaleb Erdmann: „Die Ausweichschule“

Autorenlesung & Gespräch; Moderation: Fridtjof Küchemann (FAZ)

Wie schreiben über Trauma, über Gewalt, Erinnerung und Wunden, die eigentlich schon lange vernarbt sind? Kaleb Erdmann nähert sich dieser Frage in seinem Roman „Die Ausweichschule“ und begibt sich zurück zum 26. April 2002. Als Elfjähriger erlebt er den Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium, als Erwachsener sitzt er als Autor an seinem Schreibtisch. In Suchbewegungen und Recherchebeschreibungen geht es um die Darstellung des Unfassbaren und um die Möglichkeiten und Grenzen von Literatur.

Kaleb Erdmann wurde 1991 in Witten geboren und studierte Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sein Debütroman „wir sind pioniere“ wurde mit dem Debütpreis der lit.COLOGNE ausgezeichnet. „Die Ausweichschule“ stand auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2025.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Das Copyright des Autorenfotos liegt bei Jakob Kielgass.

Anja Kampmann „Die Wut ist ein heller Stern“

Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Sandra Kegel (FAZ)

Scheinwerfer an, das Seil ist bereit, unten warten schon die Krokodile: Hedda ist in den 1930er-Jahren Akrobatin in einem Varieté auf St. Pauli und scheint am Ziel ihrer Träume. Auf einmal taucht jedoch eine andere Klientel im „Alkazar“ auf und die Stimmung kippt. Die Nazis beginnen, das ganze Viertel umzukrempeln, und Hedda lebt nur noch von Tag zu Tag, angetrieben von Unruhe, aber auch von Hoffnung und einem unbändigen Widerstandsgeist.

Anja Kampmann wurde 1983 in Hamburg geboren und debütierte als Lyrikerin. Seitdem hat sie mehrere Gedichtbände und Romane veröffentlicht und wurde 2024 mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis ausgezeichnet.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Das Copyright des Autorinnenfotos liegt bei Jakob Kielgass.

Leseparty

„Lesen statt Tanzen“ lautet das Motto der Party der besonderen Art, zu der das Literaturhaus einlädt.

Hier treffen sich Lesefreudige, um fernab von To Do-Listen und Handyläuten in ein gutes Buch einzutauchen und gemeinsam in stiller und dennoch geselliger Runde zu lesen. Die Idee stammt aus Amerika. Dort werden seit Jahren in zahlreichen Städten „Silent Reading Partys“ gefeiert.

Für die richtigen Getränke und Snacks ist dabei natürlich auch gesorgt durch das Team von GLYG. Im Anschluss kann sich, wer möchte, mit anderen Besucherinnen und Besuchern über die Leseeindrücke austauschen und Büchertipps abstauben. Die perfekte Leseparty eben – for introverts and book nerds!

Einfach die aktuelle Lektüre einpacken und vorbeikommen.

März

VORSCHAU: Literaturforum

Die Titel werden direkt nach der Veranstaltung am 10.2.26 bekanntgegeben

Titel folgen

VORSCHAU: Sarah Beicht: „Mainz Makaber“ – Wiesbaden auch?

Autorinnenlesung und -gespräch. Moderation: Armin Conrad / Veranstaltung im Rahmen des Wiesbadener Krimimärzes

Wussten Sie, dass der Mainzer Hauptfriedhof als Vorbild für den weltberühmten Pariser Friedhof Père-Lachaise gehandelt wird? Oder warum die rheinland-pfälzische Guillotine nie zum Einsatz kam? Selbst Mary Shelley erkannte das gruselige Potential von Mainz und erwähnte die Stadt gleich zwei Mal in Frankenstein. Autorin Sarah Beicht nimmt sich in Mainz Makaber den Schattenseiten dieser sonst so vierfarbbunten Fastnachtsstadt an. Sie führt uns an Spukorte, erzählt von gruseligen Legenden mit historischem Bezug und lässt den Schinderhannes durch die Altstadt wandeln.

Die Mainzer Autorin wird ihr Buch erstmalig im Wiesbadener Literaturhaus präsentieren und im Gespräch mit Moderator Armin Conrad – ebenfalls ein Mainzer Gewächs – auch ausloten, wie es denn mit dem Makaberen hier bei uns auf der anderen Rheinseite bestellt ist…

Sarah Beicht ist freie Autorin und Moderatorin. 2021 erschien mit Ein Kreis aus Salz ihr erster Erzählband, 2023 folgte die Novelle Weiße Kreidekreuze. 2023 erhielt sie den Martha-Saalfeld-Förderpreis, 2024 wurde ihr das Landeskind-Stipendium des Künstlerhauses Edenkoben zugesprochen.

Armin Conrad ist Vorstandsmitglied des Fördervereins des Wiesbadener Literaturhauses. Er hat bis 2015 das 3sat-Magazin Kulturzeit geleitet. Davor war er Filmemacher für „Aspekte“ und für ARD-Sender als Reporter und Autor tätig.

April

VORSCHAU: Iain Galbraith: „Zufällig hier auf Grund“

Lesung und Gespräch mit dem Autor und Übersetzer. Moderation: Hartmut Boger

Als Wanderer zwischen den Sprachen schreibt Iain Galbraith Gedichte, Essays und Prosa (Aus dem kleinen Zimmer, 2024) und ist Übersetzer von Gedichtbänden, Romanen, Erzählungen und Theaterstücken. So spielten seine Übersetzungen irischer und britischer Dramatiker auf mehr als hundert Bühnen im deutschsprachigen Raum, ins Englische übersetzte er zuletzt Erzählungen von Thomas Mann. Seine Arbeit stellt er auch in anderen Ländern vor, doch von Reisen kehrt er gern nach Wiesbaden zurück, wo er seit 1982 lebt. Warum Wiesbaden? Angeblich wollte es der Zufall – und ein obszöner Hering. Was dahinter steht, wird im Gespräch erläutert. Dazu liest er neue Prosa.

Iain Galbraith, in Schottland geboren, lebt seit 1978 in Deutschland. Er studierte in Cambridge, Freiburg und Mainz, schreibt Prosa und Lyrik und ist Übersetzer zahlreicher deutsch- und englischsprachiger Autorinnen und Autoren, darunter John Burnside, Esther Kinsky, Jan Wagner, Ulrike Draesner und W.G. Sebald. Seine Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Stephen Spender Prize, dem Schlegel-Tieck Preis und dem Popescu Prize for European Poetry Translation.

Hartmut Boger: Diplompädagoge, Kulturwissenschaftler und Musiker, ehemaliger Direktor und Fachbereichsleiter der vhs Wiesbaden, seit 2018 Lehrbeauftragter für Literatur und Philosophie bei Studieren 50 plus der Uni Mainz.

Iain Galbraith und Hartmut Boger sind beide Vereinsmitglieder und verzichten auf ein Honorar, dafür danken wir sehr herzlich. Die Einnahmen (Spenden) kommen dem Förderverein  zugute.

VORSCHAU: Joseph Croitoru: „Das System Netanjahu“

Multimediale Buchvorstellung durch den Autor. Moderation: Stefan Schröder

Niemand hat die Politik Israels und des Nahen Ostens in den letzten Jahrzehnten so geprägt wie Benjamin Netanjahu. Wie früh er seine nationalistische Agenda konzipiert hat, dürfte wenigen bekannt sein. Benjamin Netanjahu wird von den einen glühend verehrt und unverbrüchlich unterstützt, von den anderen zutiefst gehasst oder gefürchtet. Spätestens seit der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl gegen ihn ausgestellt hat, ist seine kontroverse Position auf der Weltbühne unübersehbar.

Aber wer ist dieser Mann, wo kommt er her, was treibt ihn an, und wie hat er sein Netzwerk aus Verbündeten aufgebaut? Diesen Fragen geht das Buch entlang wichtiger Stationen von Netanjahus politischem Aufstieg nach, der sich von Anfang an engen Beziehungen zu einflussreichen pro-israelischen Kreisen in den USA verdankte. Gemeinsam mit seinem ultrarechten Vater Benzion trat Netanjahu schon in seiner Studienzeit in Boston als begabter Netzwerker auf.

Joseph Croitoru hat in Archiven bislang unentdeckte Unterlagen und Briefe gefunden, die Schlüssel zu Ideologie und Strategien des langjährigen israelischen Ministerpräsidenten sind. Er zeigt, wie sich Netanjahu trotz aller Proteste und Korruptionsvorwürfe seit mehr als 15 Jahren an der Macht halten kann.

Ein präzises und aufschlussreiches Buch über einen der umstrittensten Politiker der heutigen Zeit: seine Herkunft, sein Werdegang, sein Netzwerk.

Joseph Croitoru, geboren 1960 in Haifa, studierte Geschichte, Kunstgeschichte und Judaistik in Jerusalem und Freiburg im Breisgau. Zunächst in Israel als Journalist tätig, schreibt er seit 1992 für die deutschsprachige Presse und den Rundfunk. Seine Bücher beschäftigen sich neben dem Nahostkonflikt mit jüdischer und islamischer Geschichte sowie religiösem Fundamentalismus. 2021 wurde er mit dem Friedenspreis der Geschwister Korn und Gerstenmann-Stiftung ausgezeichnet. Er ist unter @jo_croitoru in den Sozialen Medien aktiv.

Stefan Schröder, Journalist, ist gelernter Historiker, der bis zu seinem Ruhestand 2022 für die Mediengruppe VRM tätig war, u.a. als Chefredakteur des Wiesbadener Kurier. Er war lange Zeit Vorsitzender des Wiesbadener Presseclubs, lebt heute wieder in Krefeld.