Literaturveranstaltungen in Wiesbaden

Sie finden hier im Kalender sowohl Literaturveranstaltungen, die im Literaturhaus Villa Clementine stattfinden, als auch alle weiteren im Stadtgebiet, die uns bekannt werden. Die Veranstaltungen des Fördervereins Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. sind gelb hinterlegt.

August

„Ins Offene“ Literaturfestival im Burggarten Sonnenberg vom 24. bis 28. August 2022

Großes Literaturfestival open-air. EINTRITT FREI für alle Veranstaltungen! Alle Einzelveranstaltungen im Anschluss

Zum zweiten Mal ruft der Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. „Ins Offene“. Und dies gleich in doppeltem Sinne. So laden wir Sie vom 24. bis 28. August 2022 herzlich ein, unser Literatur­festival im Freien im Burggarten Sonnenberg zu besuchen. „Ins Offene“ zu gehen, heißt zudem auch, in ein Land aufzubrechen, in dem mehr möglich ist als in allen anderen Ländern dieser Welt. Es heißt aufzubrechen in das unbeschränkte und schier unendliche Reich der Literatur.

Bei freiem Eintritt laden wir Sie ein, für fünf Tage mit uns dorthin zu reisen. Diesmal unter dem Motto „Zeiträume. Zeit­Träume“. Wir haben aktuelle Literatur ausgewählt, die Sie in diverse Zeitalter und die verschiedensten Kulturen katapultiert. Lesens­ und hörenswerte Geschichten von großer Anschaulichkeit; im besten Fall helfen sie uns, uns selbst, andere und die Gegenwart besser zu verstehen.

Auch ukrainische Autor*innen werden auf dem Festival zugegen und zu hören sein. Entdecken Sie Fabulier­ meister*innen und ihre hochpoetischen und lebens­ klugen Geschichten – und mit ihnen auch ein wenig einen Kosmos, dem sich die breite Öffentlichkeit erst mit Beginn des russischen Angriffskrieges zugewandt hat. Ach, folgen Sie den Autor*innen und Sprecher*innen einfach in den Lesungen vom Irak bis nach San Sebastián … Nutzen Sie die Gelegenheit, in entspannter Atmosphäre zu verweilen, mit Büchern und Menschen ins Gespräch zu kommen – und wenn Sie wollen, gönnen Sie sich dazu Kaffee, Kuchen, Wein und andere Leckereien zu zivilen Preisen.

Der Weg zum Festival mit dem Bus:

Der Burggarten
der Burg Sonnenberg
— Talstraße 5 —
ist mit den Buslinien 16, 18
— Haltestelle Hofgartenplatz — zu erreichen.

ERÖFFNUNG „Ins Offene“ mit Oliver Bottini: „Einmal noch sterben“

Premierenlesung zur Eröffnung des Literaturfestivals mit Autor Oliver Bottini. Lesestimme: Oliver Wronka. Moderation: Stefan Schröder

Nach einer kurzen Eröffnung starten wir sofort mit einer Premierenlesung ins Programm: „Einmal noch sterben“ von und mit Oliver Bottini.

Februar 2003. Nach den Anschlägen von New York steht der Krieg gegen den Terror vor einem ersten Höhepunkt: Die
USA und ihre Verbündeten bereiten sich darauf vor, in den
Irak einzumarschieren. BND­Agent Frank Jaromin wird mit zwei Kollegen in geheimer Mission beauftragt, in Bagdad Beweise dafür zu sichern, dass der Vorwurf und Legitimation des bevorstehenden Krieges, der Irak verfüge über Massenver­ nichtungswaffen, eine Lüge sei, wie von einer irakischen Regimegegnerin behauptet. Kann der Krieg so in letzter Minute verhindert werden? Das aber liegt nicht im Interesse einer Gruppe einflussreicher politischer Akteure – ganz im Gegenteil. Und schon bald kämpft Frank Jaromin um sein Leben …

Oliver Bottini ist Autor politischer Kriminalromane, für die er fünfmal mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet wurde. Sein neuester Spionage­Thriller „Einmal noch sterben“ wird als LESUNGSPREMIERE auf dem Festival präsentiert.

 

Es liest: Oliver Wronka. Er studierte u.a. Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin, spielte an vielen Häusern, darunter am Hessischen Staatstheater. Von 2010 bis 2014 leitete er das Junge Staats­theater Wiesbaden. Seit 2014 arbeitet er frei als Berater für Kommunikation, Regisseur, Schauspieler und Sprecher.

Moderation: Stefan Schröder, Journalist, ist gelernter Historiker, lebt und arbeitet seit 2008 in Wiesbaden, bis zu seinem Ruhestand im Frühjahr 2022 war er für die Mediengruppe VRM tätig, u.a. bis 2020 als Chefredakteur des Wiesbadener Kurier. Schröder ist Vorsitzender des Presseclubs.

Veranstaltung in Kooperation mit dem Presseclub Wiesbaden.

Hinweis: Nach der Lesung feiern wir ein kleines Eröffnungsfest, zu dem Sie herzlich eingeladen sind!

Copyright Foto Oliver Bottini: Hans Scherhaufer

Nassir Djafari: „Mahtab“

Literaturfestival "Ins Offene". Lesung mit Autor. Lesestimme: Franziska Geyer. Moderation: Ingeborg Toth

Die späten 1960er Jahre in Frankfurt sind politisch und gesellschaftlich turbulente Zeiten, in denen alte Gewissheiten ins Wanken geraten. Erst recht für Mahtab, die ein Jahr­
zehnt zuvor mit ihrem Mann und ihren drei Kindern aus Iran eingewandert ist und sich eine Existenz aufgebaut hat. Nun demonstriert Ihre Tochter Azadeh gegen den Vietnamkrieg anstatt für das Abitur zu lernen, trägt Minirock und nimmt
die Pille. Ihr Mann Amin hat offensichtlich ein Verhältnis
und sie selbst sieht sich mit den Avancen eines Verehrers konfrontiert. Mahtab ist hin­ und hergerissen zwischen ihren tradierten Moralvorstellungen und den Freiheiten ebenso wie den Untiefen des modernen westlichen Lebens…

Nassir Djafari, 1952 im Iran geboren, lebt seit seinem fünften Lebensjahr in Deutschland. Er studierte Volkswirtschaftslehre und war in verschiedenen Funktionen in der deutschen und internationalen Entwicklungszusammenarbeit tätig. Im Jahre 2020 erschien sein Debütroman „Eine Woche, ein Leben“.

 

Es liest: Franziska Geyer. Sie war nach dem Schauspiel­studium an der Hochschule für Schauspiel­kunst Ernst Busch u.a. am Hebbeltheater Berlin, am Stadttheater Würzburg, an den Bühnen der Stadt Bonn und am Staatsthea­ter Wiesbaden engagiert. Seit 2008 arbeitet sie freiberuflich und entwickelt u.a. Theater­performances mit jungen Menschen.

Moderation: Ingeborg Toth. Sie hat nach einem Volontariat bei der Allgemei­nen Zeitung Mainz lange die Frauenseite gestaltet. Beim Wiesbadener Tagblatt war sie für die Gerichtsberichterstattung zuständig. Nach der Fusion mit dem Wiesbadener Kurier war sie in der Lokalredaktion für Kommunalpolitik und Vermisch­tes zuständig.

Copyright Foto Nassir Djafari: privat

Carsten Tabel: „Vier halbe Amerikaner“

Literaturfestival "Ins Offene". Lesung mit Autor. Lesestimme: Mario Krichbaum. Moderation: Anita Djafari

Christian, Dana, Franz und Mitch sind halbe Amerikaner. Seit Christian denken kann, will er raus aus dem engen hes­ sischen Weilberg und ins weite Amerika reisen. Das Land seines Vaters, von dem er nichts anderes hat als ein Foto und selbsterzählte Fantasiegeschichten. Als Christian zu Beginn der Semesterferien unverhofft ein Sparbuch in die Hände fällt, bricht er kurzerhand allein in die USA auf. Das verheißungs­ volle Land seines unbekannten Vaters präsentiert sich anders als erwartet, und es beginnt eine abenteuerliche Reise. – Ein Roman über das echte Leben in den 80ern, eine verrückte Reise durch Amerika und das Ergründen der eigenen Identität.

Carsten Tabel, 1978 in Friedberg/Hessen geboren, studierte Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig und Fotografie. Er arbeitet als Autor, Künstler und Filmemacher.

 

Es liest: Mario Krichbaum. Er nahm nach dem Studium der Germanistik und Politik in München Schauspielunterricht, hat u.a. „Hamlet“ gespielt und das Shake­speare­-Stück auch inszeniert. In zahlreichen Filmen hat er schon mitgewirkt und ist in mehreren Podcasts des Fördervereins Litera­turhaus zu hören.

Moderation: Anita Djafari. Die begeisterte Literaturvermittlerin arbeitete als Geschäftsführerin von Litprom e.V. (Frank­furt), der sich für die Verbreitung der Literaturen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der Arabischen Welt einsetzt.

Veranstaltung in Kooperation mit dem Verlagshaus Römerweg.

Copyright Foto Carsten Tabel: privat

Lydia Jetter liest aus „Zusammenkunft“ von Natasha Brown

Literaturfestival "Ins Offene". Vorgestellt wird das erfolgreichste literarische Debüt in England 2021. Moderation: Kim Engels

Nach oben kommen. Das war immer der Plan. Seit Jahrhunderten. Dafür hat sie, dafür haben alle vor ihr gekämpft. Und als Schwarze Frau stand ihr letztlich nur ein Weg offen: Völlige Verausgabung, Oxbridge, Londoner Hochfinanz, ein Freund mit Geld, so alt und dreckig wie das Empire. Doch als sie endlich eingeladen wird, Mitglied einer Familie, Angehörige einer Klasse, Teil eines Landes zu werden, muss sie am eigenen Körper erfahren, dass die erlittenen Ungerechtigkeiten tiefere Wurzeln geschlagen haben. Wie kann sie sich retten? Wie mit dem Erbe der Geschichte leben? – „Zusammenkunft“, ein virtuoser Roman über die Anstrengungen der Gegenwart und die toxische Wirkung der Vergangenheit in unseren Worten, Werten, Besitztümern.

Es liest: Lydia Jetter. Die 22jährige kommt ursprünglich aus der Bodensee-­Region. 2019 zog die junge Schauspielerin in Ausbildung nach Mainz und besucht dort derzeit die Schauspielschule. Ihre Erfahrungen hat sie bisher vor allem in Kurzfilmen gesammelt, hat aber auch kleine Sprecherrollen übernommen.

Moderation: Kim Engels. Die Moderatorin und Mitgründerin des frauen museum wiesbaden lässt sich immer wieder gerne von Litera­turen überraschen.

Veranstaltung in Kooperation mit dem frauen museum wiesbaden.

Die Lesung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Suhrkamp Verlags.

Laura Noll: „Der Tod des Henkers“

Literaturfestival "Ins Offene". Lesung mit Autorin. Lesestimme: Andreas Mach. Moderation: Peter Hartl

Das Attentat auf den Reichsprotektor Reinhard Heydrich durch tschechische Widerstandskämpfer im Mai 1942 in Prag ging als ›Operation Anthropoid‹ in die Geschichte ein. Der einzige erfolgreiche Anschlag auf ein NS­Führungsmitglied löste in der Folge eine Verhaftungs­ und Hinrichtungswelle in der Tschechoslowakei aus. Heinz Pannwitz, Gestapo­-Kom­missar, leitete die Suche nach den Attentätern. Doch für den Sicherheitsdienst zählte nur ein schneller Vergeltungsschlag. – Basierend auf den historisch belegten Fakten erzählt Laura Noll in der „Der Tod des Henkers“ die Tat und Ermittlungsar­beit in einem fiktiven Handlungsstrang nach und rückt Heinz Pannwitz als Protagonist in den Fokus der Handlung.

Laura Noll, geb. 1980, lebt in Sinsheim. Sie studierte Klassi­ sche Philologie, Alte Geschichte und Theologie. „Der Tod des Henkers“ ist ihr erster Roman. Er wurde mit dem Arbeitssti­ pendium der Mörderischen Schwestern e.V. ausgezeichnet.

 

Es liest: Andreas Mach. Er war in den 90er Jahren Ensemblemitglied am Staatstheater Wiesbaden, danach langjähriger Leiter der Schauspielschule Mainz. Er inszenierte für die Burghofspiele Eltville, lehrt an der Hoch­schule für darstellende Kunst in Frankfurt und arbeitet als freischaffender Schauspieler und Regisseur.

Moderation: Peter Hartl, Der studierte Journalist gehört seit 1991 der ZDF­Redak­tion Zeitgeschichte an. Neben aktuellen und Magazinbeträgen fertigt er als Autor zahlreiche Filmdo­kumentationen für das Hauptprogramm des ZDF. Neben der Fernsehtätigkeit verfasst er Aufsätze und Bücher zu histori­schen Themen.

Armin Nufer liest aus „Mann im Anzug mit Ballerina“ von Dorothy Tse

Literaturfestival "Ins Offene". Der Debütroman einer der wichtigsten literarischen Stimmen Hongkongs wird vorgestellt. Moderation: Marcella Melien

Eine wirbelnde Story in einem fiktiven Land: Professor Q wählt eines Tages eine alte Telefonnummer, eine Nummer, die es eigentlich gar nicht mehr geben kann. Von da an nimmt sein Leben eine völlig neue Wendung. Die starre Ehe mit Maria und der frustrierende Universitätsalltag treten in den Hinter­ grund, denn endlich kann sich der Professor ganz und gar sei­ ner Liebe zu Elice hingeben kann, einer Spieldosenballerina. Aber auf den Straßen und hinter den glitzernden Hochhaus­ fassaden seiner Heimatstadt rumort es. Dem Professor drohen seine Träume zu entgleiten. „Mann im Anzug mit Ballerina“ ist mehr als ein brodelnder Roman mit ständig neuen Überra­ schungen. Er ist die Geschichte Hongkongs.

Der Debütroman von Dorothy Tse ist voller Symbol­- und Sprengkraft. Sie gehört zu den wichtigsten literarischen Stimmen Hongkongs, ihre Erzählbände wurden auch in englischer Sprache veröffentlicht.

Es liest: Armin Nufer. Er lebt seit 37 Jahren als freier Schauspieler, Regisseur, Hörfunk­, TV­, Werbe­ und Synchronsprecher in Wiesbaden. Auftritte hatte er u.a. an Schauspielhäusern in Frankfurt, Mainz und Wiesbaden. Häufig ist er auch in Fernsehproduktionen zu sehen.

Moderation: Marcella Melien, die in Wiesbaden geboren und aufgewach­sen ist. Nach dem Studium – Buchhandel / Verlagswirtschaft in Leipzig und Literarisches Schreiben in Hildesheim – arbeitet sie seit 2019 als Literaturvermittlerin bei Litprom e.V.

Veranstaltung in Kooperation mit Litprom e.V.

Anna Yeliz Schentke: „Kangal“

Literaturfestival "Ins Offene". Lesung mit Autorin. Lesestimme: Demet Fey. Moderation: Armin Conrad

Dilek und Tekin sind ein junges Paar in Istanbul. Aber: Sind sie es noch oder waren sie ein Paar? Nicht erst seit dem Juli 2016 hat sich Istanbul auch für sie verändert. Als Dilek Jahre später in ein Flugzeug steigt, weiß ihr Freund nichts davon, niemand soll wissen, dass sie, die online „Kangal“ heißt, bald in Frank­ furt landet. Dort ist Ayla überrascht, als ihre Cousine Dilek sich bei ihr meldet, die gemeinsamen Sommer sind lange her. Und während sich Tekin in Istanbul auf die Suche macht, fragt sich Ayla: Wer ist Dilek heute? Sie will ihr glauben, aber ist das, was Dilek fürchtet, auch wahr? – „Kangal“ ist ein atemloser Roman über aktuelle Unterdrückung und über eine Genera­ tion, die auf der Suche ist: nach einer gemeinsamen Sprache, nach Sicherheit und Zugehörigkeit.

Anna Yeliz Schentke ist 1990 in Frankfurt geboren, aufgewachsen und lebt auch heute dort. Das letzte Mal in Istanbul war sie 2015. „Kangal“ ist ihr Debütroman.

Es liest: Demet Fey, im Ruhrgebiet als Tochter einer türkischstämmigen Familie geboren, absol­ vierte ihr Schauspielstudium in Köln. Sie arbeitet als Sprecherin für Hörbuch­ und Hörspielproduktionen, für Dokumentationen und Werbung. Zudem leiht sie ihre Stimme zahlreichen Schauspielerinnen und Trickfilm­figuren.

Moderation: Armin Conrad. Er ist Vorstandsmitglied des Fördervereins. Er hat bis 2015 das 3sat­Magazin Kulturzeit geleitet. Davor war er Filmemacher für ‘Aspekte’ und für ARD­Sender als Reporter und Autor tätig.

Copyright Foto Anna Yeliz Schentke: Robert Schittko

Ulrich Cyran liest aus „Zeitzuflucht“ von Georgi Gospodinov

Literaturfestival "Ins Offene". Der Roman des bulgarischen Autors wird vorgestellt. Moderation: Rita Thies

In dem Roman des bulgarischen Schriftstellers Georgi Gospodinov trifft der Erzähler auf Gaustine, einen Flaneur, der durch die Zeit reist. In Zürich eröffnet Gaustine eine »Klinik für die Vergangenheit«, die Alzheimer­Kranken eine inspirierende Behandlung anbietet: Jedes Stockwerk der Klinik ist einem bestimmten Jahrzehnt nachempfunden. Die Patienten können dort Trost in der Begegnung mit ihren verblassenden Erin­ nerungen finden. Aber auf einmal interessieren sich immer mehr gesunde Menschen dafür, in die Klinik aufgenommen zu werden, in der Hoffnung, den Schrecken der Gegenwart zu entkommen. Und nicht nur das, ganze Länder wollen Gausti­nes Idee folgen und in frühere Zeiten zurückkehren …

Es liest: Ulrich Cyran,geb. 1956. Er absolvierte seine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg. Als Theater­Schauspieler war er u.a. am Staats­theater Wiesbaden und Darmstadt, an der Internationalen Kulturfabrik Kampnagel und am Mousonturm in Frankfurt zu sehen. Seit vielen Jahren steht er auch vor der Kamera.

Moderation: Rita Thies. Sie ist Vorsitzende des Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. Die gelernte Oberstufenleh­rerin war u.a. viele Jahre Kulturdezernentin in Wiesbaden.

 Die Lesung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Aufbau Verlage GmbH & Co. KG.

Steffen Schroeder: „Planck oder Als das Licht seine Leichtigkeit verlor“

Literaturfestival "Ins Offene". Der Autor und Schauspieler stellt seinen neuesten Roman vor. Moderation: Linde Dehner

Oktober 1944. Der 86jährige Max Planck steht vor der schwersten Aufgabe seines Lebens. Der Nobelpreisträger soll ein «Bekenntnis zum Führer» verfassen. Viel hängt daran, denn Plancks geliebter Sohn Erwin, der am Hitler­Attentat vom 20. Juli beteiligt war, sitzt im Todestrakt von Berlin­Tegel. Planck vermisst Albert Einstein, der in Amerika forscht und sich vielem widmet, besonders den Frauen, nicht aber seinem psychisch kranken Sohn Eduard. Max Planck schreibt mit der Schwiegertochter Nelly Gnadengesuche für Erwin; dieser entdeckt die Weite des Daseins in einer Gefängniszelle…

Steffen Schroeder, geboren 1974 in München, ist
Schauspieler und Schriftsteller. Viele Jahre spielte
er Kriminaloberkommissar Kowalski in SOKO Leipzig (ZDF). Sein erstes Buch erschien 2017: „Was alles in einem Menschen sein kann. Begegnung mit einem Mörder“

Es liest: Steffen Schroeder.

Moderation: Linde Dehner. Sie begann nach einigen Stationen im Kulturbe­reich in Frankfurt, Los Angeles und Dresden für ZDF / Arte zu arbeiten. Außer Dokumentationen zur Wissenschaft betreut sie als Redakteurin auch andere Formate wie z.B. „Wunder­ welten“, „history light“ und Sonderprojekte.

Copyright Foto Steffen Schroeder: Anne Heinlein

Literaturforum – im Burggarten Sonnenberg

Diskutiert werden: Sylvain Prudhomme: "Legenden" / Vendela Vida: "Die Zeiten gehören uns"

Das „Literaturforum“ ist eine für alle Interessierten offene Veranstaltung, in der Romane, Novellen oder Erzählungen aus dem Bereich der aktuellen Literatur und des 20. Jahrhunderts diskutiert werden. Es findet auf Initiative des Fördervereins seit vielen Jahren regelmäßig im Literaturhaus statt. Diesmal lädt Moderatorin Rita Thies in den Burggarten, auf dem Programm stehen folgende Romane:

— Vendela Vida: „Die Gezeiten gehören uns“
Hanser Berlin 2022, 286 Seiten, 22,­ Euro
Original New York 2021, Übersetzung aus dem Englischen von Monika Baark

— Sylvain Prudhomme: „Legenden“
Unionsverlag Zürich 2021, 250 Seiten, 13,95 Euro (TB) Original Paris 2016, Übersetzung aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer

Weitere Informationen zu den Titeln in Kürze auf dieser Webseite unter „Literaturforum“.

Eine Voraussetzung zur Teilnahme am „Literaturforum“ versteht sich von selbst: Die Bücher sollten gelesen sein.

Ulrich Cyran liest „Graue Bienen“ von Andrej Kurkow

Literaturfestival "Ins Offene". Der Roman des ukrainischen Schriftstellers und PEN-Präsidenten wird vorgestellt. Moderation: Bernhard Schön

Der Bienenzüchter Sergej lebt im Donbass in einem Dorf in der Nähe von Donezk, wo ukrainische Kämpfer und prorussische Separatisten Tag für Tag aufeinander schießen. Seit drei Jahren herrscht Krieg, die Einwohner haben das Dorf verlassen, Sergej ist geblieben. Außer ihm ist nur sein »Kindheitsfeind« Paschka zugegen, die Not schweißt sie zusammen. Sergej überlebt nach dem Motto: Nichts hören, nichts sehen – sich raushalten. Ihn, den Imker, interessiert nur das Wohlergehen seiner Bie­ nen. Denn während der Mensch für Zerstörung sorgt, herrscht bei ihnen eine weise Ordnung. Eines Tages bricht Sergej auf:

Er will die Bienen dorthin bringen, wo sie in Ruhe Nektar sam­ meln können. (Originalausgabe 2018)

Auf seiner Reise knüpft Sergej Freundschaften, stößt aber auch auf Misstrauen und Missgunst …

Es liest: Ulrich Cyran, geb. 1956. Er absolvierte seine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg. Als Theater­Schauspieler war er u.a. am Staats­ theater Wiesbaden und Darmstadt, an der Internationalen Kulturfabrik Kampnagel und am Mousonturm in Frankfurt zu sehen. Seit vielen Jahren steht er auch vor der Kamera.

Moderation: Bernhard Schön, vh., Sohn Martin und vier Enkelkinder, war Journalist, Bildungsreferent, wissenschaftlicher Referent, Geschäftsführer, Lektor und Autor von Sachbüchern.

Die Lesung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Diogenes Verlag, Zürich.

Dirk Schümer: „Die schwarze Rose“

Literaturfestival "Ins Offene". Lesung mit Autor. Lesestimme: Hanns Jörg Krumpholz. Moderation: Viola Bolduan

Als Ketzer denunziert, muss sich im Jahr 1328 der berühmte deutsche Prediger Eckhart von Hochheim am Hof des Papstes in Avignon der Inquisition stellen.
In Begleitung seines Novizen Wittekind wird Meister Eckhart Zeuge eines blutigen Raubüberfalls. Als Wittekind selbst angegriffen wird, ahnen die beiden, dass sie in einen Finanz­ betrug von europäischem Ausmaß hineingezogen werden. Im Schatten des Papstpalasts ist auch der geheimnisvolle Franzis­kaner William von Baskerville den Tätern auf der Spur.

Dort, wo Umberto Ecos „Der Name der Rose“ aufhört, setzt Dirk Schümers packender historischer Roman an. Wir erleben eine finstere Metropole der Religion, in der nur ein Credo gilt: Gold.

Dirk Schümer, geboren 1962 in Soest. Er studierte Germanis­ tik, Philosophie und mittelalterliche Geschichte in Hamburg und Paris. Ab Anfang der 1990er Jahre Redakteur und Kultur­ korrespondent der F.A.Z. in Venedig und Wien. Seit November 2014 arbeitet er in gleicher Funktion für die Welt­Gruppe.

 

Es liest: Hanns Jörg Krumpholz. Nach der Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Kunst in Stuttgart trat er fast dreißig Jahre an vielen großen deutschsprachigen Theaterbühnen auf, u.a. an den Schauspielhäusern Zürich und Hamburg, am Schauspiel Frankfurt oder am Staatstheater Wiesbaden. Er ist zudem ein gefragter Synchronsprecher.

Moderation: Viola Bolduan, geb. in Wiesbaden, promoviert in Germanistik/ Anglistik/ Philosophie, arbeitete 20 Jahre als Ressortleiterin Feuilleton/Kultur des Wiesbadener Kurier. Seit Ende 2016 ist sie freie Journalistin und unterstützt den Förderverein Litera­turhaus als Beiratsvorsitzende.

Copyright Foto Dirk Schümer: Stephany Fotografie

Svetlana Lavochkina: „Die rote Herzogin“

Literaturfestival "Ins Offene". Lesung mit Autorin. Lesestimme: Mario Krichbaum. Moderation: Nele Kister

Zaporoschje in der Ukraine, Ende der 1920er Jahre: Stalin will den Dnjepr­Staudamm bauen, Herzstück und Prestigeobjekt der sowjetischen Industrialisierung. Zum Bauleiter wird Chaim Katz ernannt, zur Propagandachefin seine Frau Darja, die sich nach ihrer glanzvollen Jugendzeit als Herzogin sehnt. So plant die Ex­Herzogin inmitten der unheilvollen Atmosphäre von Verrat und drohenden Säuberungen einen Weihnachtsball. Lange können aber derartige konterrevolutionäre Aktivitä­ ten nicht geheim bleiben – und Darja Katz muss dafür einen hohen Preis bezahlen. Eine groteske Parabel über Größen­ wahn und Menschenverachtung und ein sprachgewaltiges und pralles Porträt der Ukraine zu Zeiten des Roten Terrors.

Svetlana Lavochkina, 1973 geboren und aufgewachsen in der östlichen Ukraine, ist Autorin und Übersetzerin ukrainischer und russischer Lyrik. Sie lebt mit ihrer Familie in Leipzig, wo sie als Lehrerin arbeitet. Die Novelle wurde 2013 mit dem Pariser Literaturpreis ausgezeichnet.

 

Es liest: Mario Krichbaum, geb. 1970 in Darmstadt, nahm nach dem Studium der Germanistik und Politik in München Schauspielunterricht, hat u.a. „Hamlet“ gespielt und das Shake­speare­stück auch inszeniert. In zahlreichen Filmen hat er schon mitgewirkt und ist in mehreren Podcasts des Fördervereins Litera­turhaus zu hören.

Moderation: Nele Kister, die Germanistik und Romanistik in Aachen und Berlin studiert hat. Sie hat viele Jahre als Herausgeberin und Autorin gearbeitet und seit 2012 in der bundesweiten Initi­ative „das salonfestival“ mitgewirkt. Sie lebt und arbeitet in Wiesbaden.

Copyright Foto Svetlana Lavochkina: Pavel Gitin

 

Eva-Maria Damasko liest aus „Lyrics“ von Paul McCartney, Peter Richter & Rainer Zimmermann spielen die Songs

Literaturfestival "Ins Offene". Lesung mit Musik. Moderation: Christoph Nielbock

Zwei Bände im Schuber, 912 Seiten stark und mit 647 Abbildungen waren der Ausgangspunkt für die Idee zu diesem Abend: „Lyrics“ von Paul McCartney, auf Deutsch im Verlag C.H.Beck.

In diesem außergewöhnlichen Buch betrachtet Paul McCart­ ney sein Leben und sein Werk im Prisma von 154 eigenen Songs. In alphabetischer Reihenfolge angeordnet, bilden diese Songs von den frühesten musikalischen Gehversuchen über Klassiker der Popgeschichte wie „Hey Jude“, „Yester­
day“ oder „Let It Be“ bis hin zu jüngsten Kompositionen ein autobiografisches Kaleidoskop, in dem McCartney die Entste­hungsgeschichten seiner Songs schildert, Menschen und Orte, die ihn beeinflusst haben, und was er heute über seine Lieder denkt. Auf diese Weise – ein Leben in Songs – ist ein voll­ kommen einzigartiges Musiker­Memoir entstanden, das Paul McCartneys Stimme und Persönlichkeit auf jeder Seite spürbar werden lässt. Bislang unbekannte Schätze aus McCartneys Pri­vatarchiv – Skizzen, Briefe und vor allem Fotografien – machen „Lyrics“ zu einem einmaligen Dokument über einen der erfolgreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts.

Peter Richter & Rainer Zimmermann werden im Burggarten eine Auswahl der McCartney­Songs spielen. Richter, mit Gitarre und Keyboard, wird zudem singen, Zimmermann, mit Gitarre, begleitet ihn als 2. Stimme.

Einem größeren Publikum bekannt ist Peter Richter vor allem als Gründungsmitglied und ehemaliger Gitarrist, Sänger und Keyboarder der Wiesbadener Band „Crackers“. Er arbeitet als Komponist, Musiker und Produzent und ist u.a. Besitzer der Living Room Studios Wiesbaden. Aktuell ist er Mitglied des „Sunday Night Tubeclub“ aus Wiesbaden. Für seine musikali­sche Arbeit wurde er u.a. mit der Goldenen Stimmgabel aus­ gezeichnet. — Rainer Zimmermann ist Gitarrist und Sänger der Gruppe „Sinfonie“ und inzwischen 40 Jahre in verschiede­nen Formationen der Wiesbadener Musikszene aktiv.

Idee: Michael Stein

Es liest: Eva-Maria Damasko. Sie trat nach ihrem Schau­spiel­Diplom an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main 2006 ihr Engagement am Staatstheater Wiesba­den an. Seit 2010 arbeitet sie als Sprecherin, Schauspielerin, Autorin und Regisseurin für eigene Theater­ und Musiktheaterproduktio­nen sowie als Gastschauspielerin.

Moderation: Christoph Nielbock, der bis 2019 Direktor der Wiesbadener Musikakademie und der Wiesbadener Musik­ und Kunst­ schule war. Durch jahrelange Kooperationsprojekte mit der Partnerstadt Royal Tunbridge Wells – nicht zuletzt auch als Gastdirigent beim Lydian­Orchestra Kent/Sussex und als Patronatsmitglied beim „Tunbridge Wells International Music Competition“ – ist ihm die leidenschaftliche Musikbegeiste­rung der britischen Gesellschaft bestens vertraut.

Wettbewerbslesung: Welches Kurzfilmdrehbuch soll verfilmt werden?

Literaturfestival "Ins Offene". Matinee, in der Kurzfilmdrehbücher zu "Krieg und Frieden" vorgelesen werden. Lesestimmen: Katalyn Hühnerfeld, Patrick Twinem u.a.

Der Förderverein Literaturhaus hat gemeinsam mit exground filmfest einen Wettbewerb um das beste Kurzfilmdrehbuch zum Thema „Krieg und Frieden“ ausgeschrieben. Der Inhalt war frei wählbar, die Szenen sollten jedoch nicht zu viele Spielorte und Protagonisten voraussetzen und maximal eine Länge von zehn Minuten nicht überschreiten. Eine Altersbe­ schränkung gab es nicht, Einreichungen von Kindern und Jugendlichen waren vielmehr sehr willkommen.

Die eingegangenen Drehbücher werden in der Matinee vorgestellt, und das Publikum mag entscheiden, welches unter ihnen den Wettbewerb gewinnen soll. Als Prä­mie lockt die filmische Umsetzung, die auf exground filmfest gezeigt werden wird.

Es lesen: Katalyn Hühnerfeld, Patrick Twinem u. a. Die weitere Besetzung kann erst nach Eingang der Drehbücher bestimmt werden.

Katalyn Hühnerfeld ist Schauspielerin, Kabarettistin und Sprecherin und arbeitet vor allem für ARD und ZDF. Von 2004 bis 2009 war sie festes Ensemblemitglied am Hes­sischen Staatstheater Wiesbaden, mit ihren Kabarett­Programmen ist sie in ganz Deutsch­land unterwegs und ist vor Ort u. a. bei den Kammerspielen Wiesbaden zu erleben.

Patrick Twinem geb. 1977, absolvierte seine Ausbildung an der Genzmer­ Schau­spielschule (heute WSFS) in Wiesbaden.

Seit 1998 arbeitet er als freischaffender Schauspieler zumeist im Rhein­Main­Gebiet; u. a. an den Theatern in Frankfurt, Koblenz, Mainz, Frankfurt und am kuenstlerhaus43 in Wiesbaden. Er ist auch in diversen Werbe­ und Filmproduktionen zu sehen.

Moderation: Andrea Wink, die in Frankfurt Kunstgeschichte studiert hat und Mitgründerin und Teil des Leitungsteams von exground filmfest ist. Sie kuratiert Filmprogramme und koordiniert Fort­bildungsprogramme für andere Festivals. exground filmfest vertritt sie zudem in bundesweiten Verbänden und Gremien.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit exground filmfest.

„Lesefreuden“ – besondere Buch-Empfehlungen

Literaturfestival "Ins Offene". Buch-Empfehlungen von Wiesbadener Prominenten und Buchhändler*innen

In dieser Veranstaltung am Sonntagmittag machen prominente Wiesbadener*innen auf ihre eigenen Lesefreuden aufmerksam, begründen sie und geben sie als Buch­-Emp­fehlungen an das Publikum weiter. Wer kommen wird? Dass Buchhändler*innen der Stadt lesen, bevor Bücher über den Ladentisch gehen, wird Sie nicht überraschen. Einige unter ihnen werden ganz sicher zur Mittagszeit zu Gast sein. Doch auch andere aus Politik und Gesellschaft bekannte Persön­lichkeiten werden sich mit Büchern unterm Arm auf den
Weg in den Sonnenberger Burggarten machen, um hier ihre Lektüre­Wahl vorzustellen. Wir sind gespannt, was sie mit­ bringen werden, um andere zum Lesen anzuregen.

Gäste: Wird hier noch nicht verraten.

Moderation: Armin Conrad. Er ist Vorstandsmitglied des Fördervereins und hat bis 2015 das 3sat­Magazin Kulturzeit geleitet. Davor war er Filmemacher für ‘Aspekte’ und für ARD­Sender als Reporter und Autor tätig.

In Zusammenarbeit mit inhabergeführten Wiesbadener Buchhandlungen.

Eva-Maria Damasko liest „Die militante Madonna“ von Irene Dische

Literaturfestival "Ins Offene". Der Roman der in Berlin und Rhinebeck, New York lebenden Autorin über den ersten Transvestit der Weltgeschichte wird vorgestellt. Moderation: Viola Bolduan

Irene Dische, amerikanisch­-österreichische Schriftstellerin, erinnert mit ihrem Roman „Die militante Madonna“ an eine historisch verbürgte Transvestiten­Vita. Chevalier d’Éon de Beaumont war in seinem 18. Jahrhundert Diplomat, Soldat, Bibliothekar, Degenfechter, Schriftsteller und Spion und das in drei Ländern, Russland, England und Frankreich, und das wie­ derum sowohl als Mann wie auch als Frau. In viele Intrigen und Täuschungsmanöver verwickelt, heckte er/sie politische Pläne aus und verliebte sich in Pierre de Beaumarchais, Librettist u.a. des „Barbier von Sevilla“ und „Figaros Hochzeit“. In London wur­ den Wetten in rasanten Höhen abgeschlossen, von welchem Geschlecht er/sie denn nun wirklich sei…

Es liest: Eva-Maria Damasko.  Sie trat nach ihrem Schau­spiel­diplom an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main 2006 ihr Engagement am Staatstheater Wiesba­den an. Seit 2010 arbeitet sie als Sprecherin, Schauspielerin, Autorin und Regisseurin für eigene Theater­ und Musiktheaterproduktio­nen sowie als Gastschauspielerin.

Moderation: Viola Bolduan, geb. in Wiesbaden, promoviert in Germanistik/ Anglistik/ Philosophie, arbeitete 20 Jahre als Ressortleiterin Feuilleton/Kultur des Wiesbadener Kurier. Seit Ende 2016 ist sie freie Journalistin und unterstützt den Förderverein Litera­turhaus als Beiratsvorsitzende.

Die Lesung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlags Hoffmann und Campe.

Natalka Sniadanko: „Der Erzherzog, der den Schwarzmarkt regierte, Matrosen liebte und mein Großvater wurde

Literaturfestival "Ins Offene". Lesung mit Autorin. Lesestimme: Katalyn Hühnerfeld. Moderation: Armin Conrad

Natalka Sniadanko kennt das ukrainische Lwiw (Lemberg)
gut und hat ein Herz für exzentrische Figuren. Ihr jüngstes Buch „Der Erzherzog, der den Schwarzmarkt regierte, Matro­sen liebte und mein Großvater wurde“ ist ihr dritter Roman, in dem sie historische Fakten und literarische Fiktion kräftig mischt. Erzherzog Franz Joseph Karl von Österreich (1895–1948) hatte sich vergeblich um den ukrainischen Thron bemüht, stand aber späterhin für eine Unabhängigkeit der Ukraine ein. Sniadanko lässt eine Enkelin die Geschichte dieses Lebemanns aufdecken und mit ihrer eigenen Gegenwart verquicken.

Natalka Sniadanko, 1973 in Lwiw geboren, arbeitet als Schriftstellerin, Journalistin und Übersetzerin. Sie studierte in Lwiw und in Freiburg im Breisgau. Sniadanko ist aus ihrer Heimat in der Ukraine zurzeit mit ihren Kindern nach Marbach geflüchtet. Sie hat dort ein Stipendium als Gastautorin am Deutschen Literaturarchiv inne.

 

Es liest: Katalyn Hühnerfeld. Sie ist Schauspielerin, Kabarettistin und Sprecherin und arbeitet vor allem für ARD und ZDF. Von 2004 bis 2009 war sie festes Ensemblemitglied am Hes­sischen Staatstheater Wiesbaden, mit ihren Kabarett­programmen ist sie in ganz Deutsch­land unterwegs und ist vor Ort u. a. bei den Kammerspielen Wiesbaden zu erleben.

Moderation: Armin Conrad ist Vorstandsmitglied des Fördervereins. Er hat bis 2015 das 3sat­Magazin Kulturzeit geleitet. Davor war er Filmemacher für ‘Aspekte’ und für ARD­-Sender als Reporter und Autor tätig.

Copyright Foto Natalka Sniadanko: Kateryna Slipchenko

Manfred Beilharz & Viola Pobitschka stellen vor: „Über Menschen“ von Juli Zeh

Literaturfestival "Ins Offene". Szenische Lesung

Die Erfolgsautorin Juli Zeh schreibt 2021 einen Roman über die unmittelbare Gegenwart. Ihre Hauptfigur Dora, 36 Jahre, verlässt Knall auf Fall Wohnung und Freund in Berlin, kauft hinter seinem Rücken auf Pump ein halbverfallenes Gutshaus auf verwildertem Flurstück im Brandenburgischen. Und zieht mit ihrer Hündin dahin. Wegen Corona? Weil ihr Job in einer Werbeagentur sowieso nur noch im Homeoffice zu erledigen ist? Oder weil ihr Freund, den sie liebte, sich immer mehr an apokalyptischen Weltuntergangs­Visionen berauscht? Alle haben sie vor der Provinz gewarnt. Jetzt sitzt sie trotzdem hier in dem kleinen Flecken Bracken, mit einem kahlrasierten Nachbarn hinter der Gartenmauer, der sämtlichen Vorurteilen zu entsprechen scheint. Doch dann passieren Dinge, die ihr Weltbild ins Wanken bringen.

Szenische Lesung mit Viola Pobitschka & Dr. Manfred Beilharz (Regie)

Manfred Beilharz, geb. 1938, war Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden von 2002 bis 2014, Leiter der Internationa­len Maifestspiele und der Theaterbiennale „Neue Stücke aus Europa“. Von 2002 bis 2008 amtierte er als Präsident des Internationalen Theaterinstituts (ITI) und leitete von 1999 bis 2014 das deutsche Zentrum des ITI.

Viola Pobitschka, geb. 1982, in Bad Hom­burg, studierte von 2002 bis 2006 Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Von 2011­2014 war sie Ensemble­ mitglied des Hessischen Staatstheater Wies­baden (Titania im „Sommernachtstraum“, „Marquise von O.“ von Kleist). Seitdem ist sie als freischaffende Künstlerin tätig.

Die Lesung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Luchterhand­Literaturverlags.

Fernando Aramburu: „Langsame Jahre“

Literaturfestival "Ins Offene". Lesung mit Autor. Lesestimme: Hanns Jörg Krumpholz. Moderation: Rita Thies

Fernando Aramburus Roman „Langsame Jahre“ ist in Spanien 2012, in deutscher Übersetzung 2020 erschienen und gilt als Vorstudie zu seinem großen, vielfach preisgekrönten Famili­enepos „Patria“ (2018). „Langsame Jahre“ nennt der baskische Autor die 60er, als Franco Spanien noch als Diktator regiert. Hauptfigur ist ein achtjähriger Junge namens Txiki, der aus Armutsgründen von seinen Eltern zu Verwandten in San Sebastián gegeben wird, dort familiäre und politische Wirren beobachtet und sie in Ich-­Form dem Autor erzählt. Der Autor wiederum mischt sich in Form von Notaten kommentierend in den Handlungsverlauf ein.

Fernando Aramburu wurde 1959 in San Sebastián im Basken­land geboren und lebt seit Mitte der 80er Jahre in Hannover. Für seine Werke wurde er mit zahllosen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Premio Vargas Llosa und Premio Biblioteca Breve. Zuletzt erhielt er für „Patria“ den Premio Nacional de la Crítica, den Premio Nacional de Narrative und den Premio Strega Europeo.

 

Es liest: Hanns Jörg Krumpholz, geb. 1962 in Bonn. Nach der Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Kunst in Stuttgart trat er fast dreißig Jahre an vielen großen deutschsprachigen Theaterbühnen auf, u.a. an den Schauspielhäusern Zürich und Hamburg, am Schauspiel Frankfurt oder am Staatstheater Wiesbaden. Er ist zudem ein gefragter Synchronsprecher.

Moderation: Rita Thies, Vorsitzende des Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. Die gelernte Oberstufenleh­rerin war u.a. viele Jahre Kulturdezernentin in Wiesbaden.

 

HINWEIS: Im Anschluss an die Veranstaltung findet das Abschlussfest des Literaturfestivals „Ins Offene“ statt.

Wir laden Sie alle recht herzlich ein, mit uns zum Abschluss des fünftägigen Literatur-­Open­-Airs „Ins Offene“ noch ein wenig zu feiern. Der Partnerschaftsverein Wiesbaden – San Sebastián e.V. bringt besten Wein aus dem Baskenland mit und „Los Gerontos Nuevos“ spielen auf.

„Los Gerontos Nuevos“, das sind Michael Linemann und Hartmut Boger. Linemann spielt Ukulele und singt, Boger spielt Kontrabass und singt ebenfalls. Im Repertoire haben sie vielfältige Songs aus dem Pop­, Jazz­ und Folkgenre, originell interpretiert, auf Englisch, Spanisch und Deutsch.

Veranstaltungen in Kooperation mit dem Partnerschaftsverein Wiesbaden – San Sebastián e.V.

Copyright Foto Fernando Aramburu: Gabriele Pape