Diesmal stehen zwei Romane zur Diskussion, bei denen die Handlung in einem totalitären Regime im Europa des letzten Jahrhunderts spielt. Marco Balzanos Roman ist in Vinschgau in Südtirol angesiedelt, einer Gegend, die erst von den Faschisten Mussolinis besetzt war und dann vom nationalsozialistischen Deutschland eingenommen wurde. Clemens Böckmann Roman basiert auf der Recherche zum Leben der Sexarbeiterin Uta, die in der DDR von der Stasi auf Männer angesetzt wird.
Beide Autoren erzählen die Geschichte aus der Perspektive einer Frau, bei Böckmann kommen weitere dazu. In „Ich bleibe hier“ schreibt die Ich-Erzählerin Trina, eine Lehrerin und Bauersfrau, die Geschichte als Ansprache an ihre Tochter auf. Böckmann lässt die gealterte Uta selbst erzählen, ergänzt die Erzählungen aus der Chronistensicht eines Autors und durch Stasiprotokolle von Führungsoffizieren sowie der jungen Uta.
Ich schlage vor, wie im Literaturforum üblich, sich beiden Romanen erst einmal jeweils einzeln zu widmen, aber im Anschluss daran in diesem Fall einmal die unterschiedliche Romankonstruktion und deren Wirkung zu betrachten.
Als Einstieg in die Diskussion hier wenige Rezensionen zu Anregung.
Rita Thies
https://www.deutschlandfunkkultur.de/marco-balzano-ich-bleibe-hier-ein-dorf-geht-unter-100.html
https://www.deutschlandfunkkultur.de/clemens-boeckmann-was-du-kriegen-kannst-rezension-100.html
https://literaturkritik.de/mohr-boeckmann-mutmassungen-ueber-uta,30945.html