Literaturveranstaltungen in Wiesbaden

Sie finden hier im Kalender sowohl Literaturveranstaltungen, die im Literaturhaus Villa Clementine stattfinden, als auch alle weiteren im Stadtgebiet, die uns bekannt werden. Die Veranstaltungen des Fördervereins Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. sind gelb hinterlegt.

April

Stefan Schröder: „Geniestreiche aus Wiesbaden“ (18.15 Uhr & 19.45 Uhr)

Buchpremiere im Rahmen der "Kurzen Nacht der Museen und Galerien" im mre - Moderation: Kathrin Grün

Der Journalist, Buchautor und langjährige Chefredakteur des Wiesbadener Kurier, Stefan Schröder, sein neues Buch „Geniestreiche aus Wiesbaden“ im Museum Reinhard Ernst vor. Die Buchpremiere findet im Rahmen der Kurzen Nacht der Wiesbadener Museen und Galerien statt. 

Die Geschichte der Stadt Wiesbaden ist kurz, aber gehaltvoll: Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zur Großstadt, zog Wohlhabende an und wurde Heimat bedeutender Konzerne wie Dyckerhoff. Der Journalist Stefan Schröder porträtiert in „Geniestreiche aus Wiesbaden“ elf Wiesbadenerinnen und Wiesbadener, die die Stadt gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich geprägt haben und bis heute prägen. Ein Kapitel in seinem Buch ist dem Wiesbadener Stifterehepaar Reinhard und Sonja Ernst gewidmet.

Anlässlich der 24. Kurzen Nacht der Museen und Galerien in Wiesbaden stellt Stefan Schröder in zwei Formaten à jeweils 30 Minuten sein neues Buch vor.

 

 18.15 Uhr Stefan Schröder im Gespräch mit Reinhard Ernst

19.45 Uhr Stefan Schröder präsentiert „Geniestreiche aus Wiesbaden “

Moderation: Kathrin Grün, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit mre

 

Im Gespräch mit Reinhard Ernst spricht Stefan Schröder über dessen Stiftungs- und Sammlungstätigkeit. Gemeinsam werfen sie einen Blick auf die kommende Ausstellung im mre, Judit Reigl. Couleur vivante (ab November 2026). Die Schau feiert die erste große deutsch/französische Informel Museumsausstellung nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie fand 1957 in Wiesbaden statt und vereinte 16 Künstler:innen, je acht aus Frankreich und Deutschland. Das mre erinnert 70 Jahre später an künstlerischen Mut, Lebensbejahung, und beeindruckende Völkerverständigung.

 

Stefan Schröder ist Historiker und hat als Redakteur für deutsche Tageszeitungen gearbeitet u. a. für die Badischen Neuesten Nachrichten, die F.A.Z., die Rheinische Post und zuletzt als Chefredakteur des Wiesbadener Kurier. Von 2010 bis 2026 leitete er als Vorsitzender den Presseclub Wiesbaden. Er hat mehrere Bücher über Hessen und Menschen in Hessen veröffentlicht, zuletzt das Buch „Hat die Welt den Dalai Lama und Tibet vergessen?“ 2022 wurde Schröder mit dem Hessischen Journalistenpreis für sein bisheriges Lebenswerk ausgezeichnet.

 

24. Kurze Nacht der Museen und Galerien in Wiesbaden
Am Samstag, 11. April 2026 

Öffnungszeiten im mre an diesem Abend: 18−24 Uhr – Eintritt frei!

Miku Sophie Kühmel: „Hannah“

Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Ariane Binder (3sat)

Die eine ist Künstlerin, die andere Autorin. Hannah Höch und Til Brugman lernen sich in den 1920er Jahren bei einer Vernissage kennen und lieben. Gemeinsam ziehen sie in Tils Wohnung nach Den Haag, dann nach Berlin, wo die letzten Partyklänge der Weimarer Zeit langsam verstummen. Das politische Klima wird rauer und das Zusammenleben für die beiden Frauen immer schwieriger, was sich nicht nur im Privaten bemerkbar macht, sondern tiefe Spuren in ihrem Schaffen als Künstlerinnen hinterlässt.

Miku Sophie Kühmel wurde 1992 geboren und arbeitet als freie Schriftstellerin und Produzentin verschiedener Podcast-Formate. Für ihren 2019 erschienenen Debütroman „Kintsugi“ erhielt sie den Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung sowie den aspekte-Literaturpreis. „Hannah“ ist ihr dritter Roman.

Das Copyright des Autorinnenfotos liegt bei Olga Blackbird.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Dostojewskis Erben

Wiesbadener Autorentreff

„Dostojewskis Erben“ nennen sich – augenzwinkernd – Autorinnen und Autoren aus Wiesbaden und Rhein-Main, die sich regelmäßig im Literaturhaus Villa Clementine zusammenfinden, um über das Schreiben zu diskutieren, gemeinsame Projekte zu planen und sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Herzlich dazu eingeladen ist, wer selbst schreibt, Bücher verlegt oder sich auf andere Weise mit Literatur verbunden fühlt.

Anfragen bitte an Susanne Kronenberg unter mail@susanne-kronenberg.de.

Iain Galbraith: „Zufällig hier auf Grund“

Lesung und Gespräch mit dem Autor und Übersetzer. Moderation: Hartmut Boger

Als Wanderer zwischen den Sprachen schreibt Iain Galbraith Gedichte, Essays und Prosa (Aus dem kleinen Zimmer, 2024) und ist Übersetzer von Gedichtbänden, Romanen, Erzählungen und Theaterstücken. So spielten seine Übersetzungen irischer und britischer Dramatiker auf mehr als hundert Bühnen im deutschsprachigen Raum, ins Englische übersetzte er zuletzt Erzählungen von Thomas Mann. Seine Arbeit stellt er auch in anderen Ländern vor, doch von Reisen kehrt er gern nach Wiesbaden zurück, wo er seit 1982 lebt. Warum Wiesbaden? Angeblich wollte es der Zufall – und ein obszöner Hering. Was dahinter steht, wird im Gespräch erläutert. Dazu liest er neue Prosa.

Iain Galbraith, in Schottland geboren, lebt seit 1978 in Deutschland. Er studierte in Cambridge, Freiburg und Mainz, schreibt Prosa und Lyrik und ist Übersetzer zahlreicher deutsch- und englischsprachiger Autorinnen und Autoren, darunter John Burnside, Esther Kinsky, Jan Wagner, Ulrike Draesner und W.G. Sebald. Seine Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Stephen Spender Prize, dem Schlegel-Tieck Preis und dem Popescu Prize for European Poetry Translation.

Hartmut Boger: Diplompädagoge, Kulturwissenschaftler und Musiker, ehemaliger Direktor und Fachbereichsleiter der vhs Wiesbaden, seit 2018 Lehrbeauftragter für Literatur und Philosophie bei Studieren 50 plus der Uni Mainz.

Iain Galbraith und Hartmut Boger sind beide Vereinsmitglieder und verzichten auf ein Honorar, dafür danken wir sehr herzlich. Die Einnahmen (Spenden) kommen dem Förderverein  zugute.

Copyright des Autorenfotos: privat

Leseparty

„Lesen statt Tanzen“ lautet das Motto der Party der besonderen Art, zu der das Literaturhaus einlädt. Hier treffen sich Lesefreudige, um fernab von To Do-Listen und Handyläuten in ein gutes Buch einzutauchen und gemeinsam in stiller und dennoch geselliger Runde zu lesen. Die Idee stammt aus Amerika. Dort werden seit Jahren in zahlreichen Städten „Silent Reading Partys“ gefeiert. Für die richtigen Getränke und Snacks ist dabei natürlich auch gesorgt durch das Team von GLYG. Im Anschluss kann sich, wer möchte, mit anderen Besucherinnen und Besuchern über die Leseeindrücke austauschen und Büchertipps abstauben.
Die perfekte Leseparty eben – for introverts and book nerds! Einfach die aktuelle Lektüre einpacken und vorbeikommen.

Lena Gorelik: „Alle meine Mütter“

Preis der Literaturhäuser 2026; Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Shirin Sojitrawalla (DLF und taz)

Einen Einblick in ihr vielseitiges Werk und die Themen, die sie beschäftigen, gibt die Autorin und Essayistin Lena Gorelik, die im März mit dem Preis der Literaturhäuser 2026 ausgezeichnet worden ist. Ihren neuen Roman „Alle meine Mütter“ bringt sie auch zur Lesung mit: Darin erzählt Lena Gorelik von werdenden Müttern, von Töchtern unter strengem Mutterblick, und von Frauen, die eine Schwangerschaft abbrechen. Sie beleuchtet diese komplexen Verbindungen in all ihren Facetten, spürt den Ängsten nach, den Zweifeln und Sorgen und gibt so einer Vielzahl an Stimmen Raum, die in den Alltagsgeräuschen meist untergehen.

Lena Gorelik wurde 1981 in St. Petersburg geboren und kam 1992 mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie veröffentlichte zahlreiche Romane, Theaterstücke und Hörspiele.

Das Copyright des Autorinnenfotos liegt bei Thomas Dashuber.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Kinga Tóth liest „Mariamachina“; Yevgeniy Breyger liest „hallo niemand“

Welttag des Buches; Neue Poesie: Lesungen, Performance, Gespräche; Moderation: Maren Jäger

Zu einem Abend mit „Neuer Poesie“ lädt das Literaturhaus zum Welttag des Buches ein. In ihrem Gebetsbuch „Mariamachina“ gibt die Lyrikerin und Sound-Poetin Kinga Tóth Nonnen, Liebenden, Kämpferinnen und Cyborgs eine Stimme, lässt sie miteinander ins Gespräch kommen, und entwickelt daraus neue Sprachbilder für die gegenwärtige Zeit. Der Lyriker Yevgeniy Breyger begibt sich mit seinem Helden „Niemand“ in einem roten Audi A6 auf einen Roadtrip in Versen. Er trifft auf Pfarrer, Rabbis und Gott ebenso wie auf Gregor Gysi, Olaf Scholz und Alice Weidel. Eine aberwitzige Odyssee: rasant und vor allem hochpolitisch.

Kinga Tóth ist Sprachwissenschaftlerin, Klang-Poetin, Illustratorin und Kulturmanagerin. Sie schreibt auf Deutsch, Ungarisch und Englisch und präsentiert ihre Texte in Installationen und Performances. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet.

Yevgeniy Breyger ist Dichter, Schriftsteller und Dozent. Er ist Mitgründer des Dichterinnen- und Dichterkollektivs „Salon Fluchtentier“ und des PEN Berlin. Zuletzt war er Stadtschreiber in Helsinki und wurde u.a. mit dem Klopstock-Preis, dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft und dem Reinhard-Priessnitz-Preis ausgezeichnet.
Zwischen den beiden Lesungen gibt es eine Pause.

Das Copyright des Autorinnenfotos liegt bei Peter Fischer.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.

Joseph Croitoru: „Das System Netanjahu“

Multimediale Buchvorstellung durch den Autor. Moderation: Stefan Schröder

Niemand hat die Politik Israels und des Nahen Ostens in den letzten Jahrzehnten so geprägt wie Benjamin Netanjahu. Wie früh er seine nationalistische Agenda konzipiert hat, dürfte wenigen bekannt sein. Benjamin Netanjahu wird von den einen glühend verehrt und unverbrüchlich unterstützt, von den anderen zutiefst gehasst oder gefürchtet. Spätestens seit der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl gegen ihn ausgestellt hat, ist seine kontroverse Position auf der Weltbühne unübersehbar.

Aber wer ist dieser Mann, wo kommt er her, was treibt ihn an, und wie hat er sein Netzwerk aus Verbündeten aufgebaut? Diesen Fragen geht das Buch entlang wichtiger Stationen von Netanjahus politischem Aufstieg nach, der sich von Anfang an engen Beziehungen zu einflussreichen pro-israelischen Kreisen in den USA verdankte. Gemeinsam mit seinem ultrarechten Vater Benzion trat Netanjahu schon in seiner Studienzeit in Boston als begabter Netzwerker auf.

Joseph Croitoru hat in Archiven bislang unentdeckte Unterlagen und Briefe gefunden, die Schlüssel zu Ideologie und Strategien des langjährigen israelischen Ministerpräsidenten sind. Er zeigt, wie sich Netanjahu trotz aller Proteste und Korruptionsvorwürfe seit mehr als 15 Jahren an der Macht halten kann.

Ein präzises und aufschlussreiches Buch über einen der umstrittensten Politiker der heutigen Zeit: seine Herkunft, sein Werdegang, sein Netzwerk.

Joseph Croitoru, geboren 1960 in Haifa, studierte Geschichte, Kunstgeschichte und Judaistik in Jerusalem und Freiburg im Breisgau. Zunächst in Israel als Journalist tätig, schreibt er seit 1992 für die deutschsprachige Presse und den Rundfunk. Seine Bücher beschäftigen sich neben dem Nahostkonflikt mit jüdischer und islamischer Geschichte sowie religiösem Fundamentalismus. 2021 wurde er mit dem Friedenspreis der Geschwister Korn und Gerstenmann-Stiftung ausgezeichnet. Er ist unter @jo_croitoru in den Sozialen Medien aktiv.

Stefan Schröder, Journalist, ist gelernter Historiker, der bis zu seinem Ruhestand 2022 für die Mediengruppe VRM tätig war, u.a. als Chefredakteur des Wiesbadener Kurier. Er ist Vorsitzender des Wiesbadener Presseclubs und  lebt heute wieder in Krefeld.

Inga Marie Ramcke: „Die Astronautin von nebenan“

Junges Literaturhaus; Schullesung für die 3. Klasse

So ein Pech aber auch: Die Ferien stehen vor der Tür und ausgerechnet jetzt ist Maya krank! Alle ihre Freunde fahren weg, Papa ist auf einer Dienstreise und Mama muss arbeiten. Doch zum Glück hat Josi ein paar Tage frei und kann auf Maya aufpassen. Und das ist super aufregend, denn Josi macht gerade eine Astronautinnenausbildung und da kommt Mayas Hilfe gerade recht. Aus dem Kinderzimmer machen sie eine Raumstation und flugs wird aus Maya fast eine richtige Astronautin. Inga Marie Ramcke führt mit ihrem Kinderbuch in die Weiten des Alls und liefert nebenbei ganz viel MINT-Wissen für den Astronautennachwuchs.

Inga Marie Ramcke wurde 1980 geboren und ist die Autorin zahlreicher erzählender Kindersachbücher. Daneben arbeitet sie an Wissenschaftskommunikationsprojekten und der Vermittlung von wissenschaftlichen Erkenntnissen an Groß und Klein.

Das Copyright des Autorinnenfotos liegt bei Annette Schrader.

Anmeldung an literaturhaus@wiesbaden.de

Dorothee Elmiger: „Die Holländerinnen”

Autorinnenlesung & Gespräch; Moderation: Wiebke Porombka (DLF und Deutschlandradio Kultur)

Gleich mit drei großen Literaturpreisen wurde der neue Roman der Schweizer Autorin Dorothee Elmiger im vergangenen Herbst ausgezeichnet: Mit dem Deutschen Buchpreis, dem Schweizer Buchpreis sowie dem Bayerischen Buchpreis. „Die Holländerinnen“ führt mitten ins Herz der Finsternis, als eine namenlose Schriftstellerin einen Anruf von einem Theatermacher erhält. Er möchte mit ihr literarisch den Fall zweier Touristinnen rekonstruieren, die spurlos in den Tropen verschwunden sind. Doch der Roman streift diesen mysteriösen Vermisstenfall nur kurz und begibt sich stattdessen auf eine ganz eigene Expedition in die Kolonialgeschichte und den entlegenen Dschungel Panamas, hin zu der Frage, wie man etwas erzählen kann und darf im Angesicht der Abgründe der menschlichen Existenz.

Dorothee Elmiger wurde 1985 in der Schweiz geboren und lebt als freie Autorin und Übersetzerin in New York. Ihre Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, für die Bühne adaptiert und ausgezeichnet.

Das Copyright des Autorinnenfotos liegt bei Georg Gatsas.

Kartenvorverkauf über die Tourist-Info und die Homepage des Literaturhauses/Eventim.